Veröffentlicht am 04.11.2026 14:08

Die Foodsaver brauchen Unterstützung

Ein bunt gemischte Truppe die gemeinsam ein Ziel hat: Das Klima schützen und etwas für bedürftige Mitmenschen zu tun: (v.l.) Tacittin Uslu, Foodsaver-Gründerin Carmen Nolte, Marianne Gaisa, Helga Dickhaut und Simone Kaboth.  (Foto: hw)
Ein bunt gemischte Truppe die gemeinsam ein Ziel hat: Das Klima schützen und etwas für bedürftige Mitmenschen zu tun: (v.l.) Tacittin Uslu, Foodsaver-Gründerin Carmen Nolte, Marianne Gaisa, Helga Dickhaut und Simone Kaboth. (Foto: hw)
Ein bunt gemischte Truppe die gemeinsam ein Ziel hat: Das Klima schützen und etwas für bedürftige Mitmenschen zu tun: (v.l.) Tacittin Uslu, Foodsaver-Gründerin Carmen Nolte, Marianne Gaisa, Helga Dickhaut und Simone Kaboth. (Foto: hw)
Ein bunt gemischte Truppe die gemeinsam ein Ziel hat: Das Klima schützen und etwas für bedürftige Mitmenschen zu tun: (v.l.) Tacittin Uslu, Foodsaver-Gründerin Carmen Nolte, Marianne Gaisa, Helga Dickhaut und Simone Kaboth. (Foto: hw)
Ein bunt gemischte Truppe die gemeinsam ein Ziel hat: Das Klima schützen und etwas für bedürftige Mitmenschen zu tun: (v.l.) Tacittin Uslu, Foodsaver-Gründerin Carmen Nolte, Marianne Gaisa, Helga Dickhaut und Simone Kaboth. (Foto: hw)

Auch wer die Börsennachrichten nicht verfolgt spürt die Inflation beim täglichen Einkauf. Laut Statistischem Bundesamt betrug die Inflationsrate in Deutschland im September 2026 +3,3 Prozent, schaut man auf die Energiepreise, beträgt sie + 14,9 Prozent im Vergleich zum September 2025. Kein Wunder also, dass der Andrang bei den wöchentlichen Verteilungen des Vereins Foodsaving & More immer größer wird. Hier werden an festen Standpunkten in München Lebensmittel verteilt, die zuvor von Mitgliedern bei den teilnehmenden Supermärkten abgeholt wurden. Die Supermärkte sortieren Ware, die noch genießbar ist, aber möglicherweise kleine Mängel hat aus und die Foodsaver können diese dann abholen und verteilen. Die Verteilung der gespendeten Lebensmittel ist für jedermann offen, eine Überprüfung der Bedürftigkeit wie beispielsweise bei der Tafel gibt es nicht, denn gerade angesichts hoher Mieten in München und der ständig steigenden Preise sind auch viele Haushalte von Berufstätigen oder Rentnern von finanziellen Problemen betroffen. Um Drängeleien zu vermeiden gibt es dort ein Losprinzip, jeder Teilnehmer zieht eine Nummer und kommt dann, wenn er an der Reihe ist, in den Genuss zwischen den geretteten Lebensmitteln auswählen zu dürfen. Betreut werden die Ausgaben von Ehrenamtlichen, die darauf achten, dass am Ende jeder etwas bekommt, berichtet Vereinsgründerin Carmen Nolte.

Ressourcen werden geschont, Geldbeutel auch

Der Verein Foodsaving & More wurde 2022 von Carmen Nolte und weiteren Mitstreitern ins Leben gerufen. Dreimal die Woche werden gerettete Lebensmittel an den so genannten Fairteilern ausgegeben, jede Person darf dabei eine Tasche (keine Ikea-Tasche) voll mit Lebensmitteln mitnehmen.

„Jede Lebensmittelrettung ist natürlich eine Art Wundertüte, denn man weiß ja vorher nicht, was alles von den teilnehmenden Supermärkten aussortiert wird”, betont Carmen Nolte. Insofern gibt es bei der Verteilung auch keinen Anspruch auf bestimmte Lebensmittel, verteilt wird ausschließlich was vorher gerettet wurde. Ihr und ihren Mitstreitern geht es aber nicht nur um den sozialen Aspekt, sondern vor allem auch um das Thema Klimaschutz. Lebensmittelretten ist ein direkter Beitrag zum Klimaschutz, betont sie.

Helfen schenkt Lebensfreude und manchmal auch Lebensfreunde

Zu den langjährigen Helfern gehören auch Helga Dickhaut und Marianne Gaisa. Helga Dickhaut war gerade neu nach München gezogen und suchte nach einer sinnvollen Tätigkeit aber auch nach neuen Bekannten und Freunden. Beides hat sie bei den Foodsavern gefunden. „Ich habe hier viele nette Menschen kennengelernt und kann mich sozial betätigen. Gerade das Gespräch mit bedürftigen Rentnern zeigt mir bei der Ausgabe immer, wie wichtig unsere Arbeit ist.” Zu ihnen gehört auch Madleen. In ihrem Gehwagen liegen frisches Gemüse und ein Strauß bunter Blumen, für all' das hat die Rentnerin keinen Cent bezahlen müssen. Ein Glücksfall, dass es die Foodsaver gibt, lautet ihr Urteil, so gibt es regelmäßig frisches Obst und Gemüse, dass sich die Rentnerin sonst nicht leisten könnte.

Auch Tacittin Uslu hat mit dem Übergang ins Rentendasein nach einer neuen Aufgabe gesucht. „Ich habe jetzt Zeit und möchte mich sozial engagieren, das kann ich hier.” Begeistert vom Zusammenhalt der Mithelfer sind auch Simone Kaboth und Marianne Gaisa: „Die Gemeinschaft ist wunderbar und es tut gut zu sehen, wie viel unsere Arbeit den Beziehern bedeutet.” Der Verein beschränkt sich nämlich nicht nur auf die Ausgabe von Lebensmitteln sondern veranstaltet auch regelmäßig Feste, zu denen alle eingeladen sind. Einen kostbaren Nachmittag lang dürfen die Menschen, die oft in finanziell prekären Situationen leben, einfach nur genießen und sich verwöhnen lassen. Ein Restaurantbesuch ist für viele nicht leistbar, hier bringt ihnen jemand Kaffee und Kuchen, Selbstgebackenes und Selbstgekochtes. Der Tisch ist immer hübsch gedeckt und nicht selten spielt jemand Musik.
„Oft dauern die Feste viel länger als geplant, weil unsere Besucher gar nicht mehr nach Hause gehen wollen”, berichtete Marianne Gaisa schmunzelnd. Gebraucht werden indes Helfer an allen Ecken und Enden: Sowohl bei der Abholung aus den Supermärkten als auch bei der Verteilung an den Fairteilern, bei den Festen oder anderen Unternehmungen. Wer also mindestens im Monat zweimal ein wenig Zeit übrig hat und gerne etwas für Mitmensch und Klima tun will, der sollte sich bei Carmen Nolte unter der E-Mail: Info@foodsavingandmore.de melden. Wer mehr über den Verein und seine Ausgabenstellen erfahren will, findet diese unter www.foodsavingandmore.de.

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