Nicht alleine gelassen

Ein Teil des engagierten Teams des Hospizkreises Ottobrunn beim Tag der offenen Tür (v.l.): Michelle Fall, Katja Spengler, Martina Neldel, Monika Pöttinger, Andrea Heller und Josef Bachmair. (F: hw)
Ein Teil des engagierten Teams des Hospizkreises Ottobrunn beim Tag der offenen Tür (v.l.): Michelle Fall, Katja Spengler, Martina Neldel, Monika Pöttinger, Andrea Heller und Josef Bachmair. (F: hw)
Ein Teil des engagierten Teams des Hospizkreises Ottobrunn beim Tag der offenen Tür (v.l.): Michelle Fall, Katja Spengler, Martina Neldel, Monika Pöttinger, Andrea Heller und Josef Bachmair. (F: hw)
Ein Teil des engagierten Teams des Hospizkreises Ottobrunn beim Tag der offenen Tür (v.l.): Michelle Fall, Katja Spengler, Martina Neldel, Monika Pöttinger, Andrea Heller und Josef Bachmair. (F: hw)
Ein Teil des engagierten Teams des Hospizkreises Ottobrunn beim Tag der offenen Tür (v.l.): Michelle Fall, Katja Spengler, Martina Neldel, Monika Pöttinger, Andrea Heller und Josef Bachmair. (F: hw)

Rund 80 aktive Helfer sorgen beim Hospizkreis Ottobrunn dafür, dass Menschen in ihrer letzten Lebensphase nicht alleine bleiben müssen, wenn sie das nicht wollen. Aber nicht nur die Sterbenden werden von den Mitarbeitern der Hospizkreises betreut, sondern auch die Trauernden. Hier gibt es ein breit gefächertes Spektrum an Angeboten, denn Trauer kennt kein Alter, kein Geschlecht und keine Religionszugehörigkeit.

Weil jeder Mensch anders trauert, bietet der Hospizkreis viele unterschiedliche Projekte an, damit jeder Betroffene das Angebot findet, das zu ihm passt. Wer sich für eines oder mehrere der Angebote interessiert, wendet sich an die Geschäftsstelle unter Tel. 089 / 66 55 76 70 oder per E-Mail://info@hospizkreis-ottobrunn.de.

Da gibt beispielsweise das Trostcafé, das regelmäßig im KWA Hanns Seidel Haus in der Ottostraße 44 in Ottobrunn stattfindet. Der nächste Termin ist der 5. Mai, von 16 bis 18 Uhr. Weitere Termine sind am 2. Juni, 7. Juli, 4. August, 1. September, 6. Oktober, 3. November und 1. Dezember.

Zudem wird eine regelmäßige Trauersprechstunde im Seniorenbegegnungszentrum in Neubiberg, Bahnhofsplatz 1 geboten. Hier kann man in einem geschützten Rahmen über das sprechen, was einen bewegt. Selbstverständlich sind die Gespräche vertraulich und unterliegen der Verschwiegenheitspflicht. Der nächste Termin ist am 24. Juni. Weitere Termine sind am 29. Juli, 30. September und am 26. November. Um Terminvereinbarung in der Anlaufstelle des Hospizkreises wird gebeten.

Weiter werden auch Trauerwanderungen angeboten. Diese starten jeweils um 9.30 und dauern bis etwa 15.00 Uhr. Die nächste Wanderung findet statt am 13. Juni, danach folgen Termine am 18. Juli, 29. August und 10. Oktober. Diese und weitere Angebote findet man unter www.hospizkreis-ottobrunn.de.

Ausbildung zum Hospizhelfer oder Trauerbegleiter

Ehrenämter gibt es viele, ein besonderes Händchen braucht man allerdings, um beim Hospizkreis Ottobrunn schwerkranke und sterbende Menschen zu begleiten oder Trauernde zu trösten. Zum Glück muss niemand diese Qualitäten, die es dafür braucht, von zuhause mitbringen, denn der Hospizkreis bildet seine Helfer umfangreich aus, bevor sie mit diesem so wichtigen Ehrenamt starten.
Die Aufgaben in der Hospizarbeit werden zunehmend komplexer – um weiterhin eine verlässliche und einfühlsame Begleitung anbieten zu können, braucht der Hospizkreis dringend Verstärkung.

Es lohnt sich für jeden, sich mit dem Thema Tod und Sterben auseinander zu setzen, sich dem Tabu-Thema zu stellen. Idealerweise als Hospizhelfer beim Hospizkreis Ottobrunn, der lebt nämlich vom Mitmachen und das nun seit mehr als 20 Jahren.
Die Ehrenamtlichen betreuen aber nicht nur die Patienten, sondern auch deren Angehörige. Trauerarbeit ist ein wichtiger Aspekt für den Hospizkreis Ottobrunn, der die Hinterbliebenen auf ihrem Weg zurück in die Normalität begleitet.
Eine Arbeit, auf die die ehrenamtlichen Helfer mit gründlichen Schulungen vorbereitet werden. Themen der Ausbildung sind die Hospizidee, eigene Erfahrungen mit Verlusten, Lebens- und Sterbebegleitung, Kommunikation, Schmerztherapie und Palliativmedizin, Umgang mit Sterbenden und ihren Angehörigen – auch über den Tod hinaus, Wahrheit am Krankenbett, Spiritualität und Rituale in der Hospizarbeit. Die Schulungsinhalte des Hospizkreises entsprechen dabei dem Standard des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes.
Hauptamtliche Koordinatoren sorgen dafür, dass die Anfragen bearbeitet und die passende Begleitung gefunden wird. Wenn sich ein Betroffener oder seine Angehörigen beim Hospizkreis melden, machen die Koordinatoren die Erstbesuche zuhause oder in den Alten- und Pflegeheimen. Denn in den teilnehmenden Einrichtungen des Einzugsgebiets von Neubiberg bis Aying und von Ottobrunn bis Höhenkirchen-Siegertsbrunn schult der Hospizkreis nicht nur das Pflegepersonal, dort betreut er auf deren Wunsch auch die Bewohner. Beim ersten Besuch wird geschaut, was ist nötig, was bringt Linderung und Hilfe. Der Hospizkreis berät aber auch über mögliche Pflegedienstleistungen, Förderungen und weitere Möglichkeiten, die Situation der betroffenen Familien zu erleichtern.
So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich ist der Trost, den sie in diesen Besuchen suchen. Die Hospizhelfer verrichten bei ihren Besuchen allerdings keine pflegerischen Tätigkeiten, sie hören zu, führen Gespräche oder halten, wenn das gewünscht wird, einfach für eine Weile die Hand eines Patienten. Die Dauer der Begleitung variiert stark, der Verlauf von schweren Erkrankungen lässt sich nicht planen. So werden manche Patienten nur ein- oder zweimal besucht, bei anderen dauert es über ein Jahr, bis der oftmals als erlösend empfundene Tod eintritt. Die Arbeit des Hospizkreises ist dabei überkonfessionell, jeder darf sich melden, an welchen Gott er auch glauben mag.
Die Arbeit der Hospizhelfer ist dabei oft sehr intensiv, denn wenn es ans Sterben geht, fallen nicht selten alle Masken, wird kein Wert mehr gelegt auf oberflächliches Geplänkel. Die Besuche werden in Absprache mit den Angehörigen geplant, die in dieser Zeit ein wenig Ruhe finden oder wichtige Dinge erledigen können. Nicht nur für die Patienten haben dabei die Ehrenamtlichen ein offenes Ohr, sondern auch für Angehörigen, für die die Situation oftmals sehr belastend ist. Eine Supervision der Ehrenamtlichen sorgt dafür, dass sie selber psychisch stabil bleiben und lernen, mit Tod und Trauer umzugehen. Das Angebot ist für Betroffene kostenfrei. Unkosten entstehen aber durch Büromiete, die Gehälter der Koordinatoren und die Ausbildung der Helfer, die allesamt unbezahlt ihrer Aufgabe nachgehen. Unbelohnt bleiben sie aber beileibe nicht, denn einem Menschen die letzte Zeit lebenswerter zu gestalten, ihm ein wenig die Angst zu nehmen ist zwar unbezahlt, dafür bringt es aber viel Zufriedenheit und Dankbarkeit ins eigene Herz.

Wichtige Infos

Hospizkreis Ottobrunn
Friedenstraße 21
85521 Ottobrunn
Telefon: 089 / 66 55 76 70
info@hospizkreis-ottobrunn.de
Geöffnet von
Mo bis Do von 9 bis 15 Uhr
Fr 9 bis 13 Uhr

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