Die Gemeinde Vaterstetten hat einen Flyer an alle Haushalte verteilt, der die Bürgerinnen und Bürger darüber informiert, wie sie sich auf Notfälle wie großflächige Stromausfälle vorbereiten können. Außerdem werden Anlaufstellen für Stromausfälle und andere Krisensituationen eingerichtet.
Auch wenn Fachleute einen großflächigen Stromausfall derzeit für wenig wahrscheinlich halten - eine gute Vorbereitung hilft, falls es doch soweit kommt. Die Gemeinde Vaterstetten hat daher Notfallpläne erarbeitet und infrastrukturelle Vorkehrungen getroffen, um in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben.
Checkliste zur Selbstversorgung
Dazu gehört auch: Jeder Haushalt sollte in der Lage sein, sich im Ernstfall mindestens zehn Tagelang selbst zu versorgen - ohne Strom, Gas, digitale Kommunikation. Der Flyer enthält eine Checkliste, was pro Haushalt in welcher Menge zuhause vorrätig sein sollte, und wo weitere Informationen zu finden sind. Vaterstettens Erster Bürgermeister Leonhard Spitzauer appelliert an die Einwohnerinnen und Einwohner, den Flyer sorgfältig zu lesen und die empfohlenen Maßnahmen umzusetzen: „Nehmen Sie sich Zeit für die Checkliste und bewahren Sie den Flyer gut auf - damit er im Bedarfsfall schnell zur Hand ist.”
Die Notfallvorsorge in Vaterstetten ist Teil einer bundesweiten Zeitenwende im Bevölkerungsschutz: Für eine Gemeinde bedeutet das: Zivile Verteidigung beginnt im eigenen Haushalt. Die Fähigkeit, sich und seine Familie mindestens zehn Tage lang zu versorgen, ist der erste und wichtigste Baustein einer widerstandsfähigen Gesellschaft. Wer vorbereitet ist, entlastet im Ernstfall die Einsatzkräfte und schützt sich sowie seine Nachbarn. Der jetzt verteilte Flyer ist daher auch als Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Resilienz zu verstehen.
Für den Fall eines länger andauernden Stromausfalls hat die Gemeinde sogenannte Leuchttürme eingerichtet - neben dem Rathaus Vaterstetten sind das die Grundschule in der Brunnenstraße in Baldham sowie die Grundschule Parsdorf. Diese Anlaufstellen informieren die Bevölkerung über die aktuelle Lage, leisten Hilfe - etwa die Kühlung lebenswichtiger Medikamente - und koordinieren Spontanhelfer sowie Hilfsgüter.
Gewarnt wird die Bevölkerung über Aushänge an Bekanntmachungstafeln, mobile Lautsprecherdurchsagen, die Warn-App NINA sowie Cell Broadcast - also Direktnachrichten aufs Mobiltelefon. Wichtig ist, dass die Bürgerinnen und Bürger die NINA-App installieren, falls noch nicht geschehen.
Die Gemeinde Vaterstetten verweist auch auf den grundlegend überarbeiteten Ratgeber des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen”. Neben klassischen Themen wie Bevorratung und Notapotheke behandelt er auch den Umgang mit Desinformation, mentale Gesundheit in Krisenlagen,Schutzorte sowie die konkreten Auswirkungen eines Stromausfalls. Checklisten helfen dabei, die Empfehlungen Schritt für Schritt umzusetzen - ja nach Bedürfnissen, Unverträglichkeiten und Lebensumständen. Dabei gilt der Grundsatz: Auch ein Vorrat für drei Tage ist bereits ein wichtiger Schritt. Der Notfall-Flyer und der BBK-Ratgeber legen im Rathaus zur Abholung bereit.