Alexeij Sagerers „... und morgen die ganze Welt” entstand 1997 während eines einmaligen 28-stündigen Ereignisses in der Reithalle. 14 Menschen und sieben Schafe lebten und agierten in einem Kubus, der Lebensraum, Bühne und Filmstudio war. Kamera, Bildkomposition, Schnitt und Ton entstanden unmittelbar im laufenden Geschehen: Jede Entscheidung wurde in derselben Gegenwart getroffen wie das Bild, auf das sie sich bezog – unwiderruflich und ohne spätere Korrektur. Fast drei Jahrzehnte später zeigt das „mim Raum für Kultur” (Hans-Sachs-Str. 15) den Film erstmals über seine gesamte Dauer ausschließlich als Film. Was 1997 Teil einer umfassenden theatralen Komposition war, tritt am 30. und 31. Oktober als eigenständige filmische Arbeit hervor. Die 28 Stunden bleiben dabei unverändert: Eine Stunde Film verlangt eine Stunde gegenwärtiger Lebenszeit. Das Publikum kann kommen, bleiben, pausieren und zurückkehren. Ein eigener Aufenthaltsbereich bietet Raum für Ruhe, Austausch und Reflexion.