Die Bayerische Staatsregierung will die Schule im Waisenhaus schließen. Das hätte gravierende Folgen für die Kinder und Jugendlichen vor Ort, wie die Fraktion Die Grünen/Rosa-Liste/Volt im Münchner Stadtrat mitteilt. Sie fordert den Oberbürgermeister Dieter Reiter dazu auf, sich für die Schule im Münchner Waisenhaus beim Freistaat einzusetzen.
Seit fast zwei Jahrzehnten leistet die Schule im Waisenhaus Unverzichtbares. Sie gibt Kindern und Jugendlichen, die im regulären Schulsystem oft als „unbeschulbar” gelten und sich nicht in eine Gruppe integrieren konnten, eine Perspektive. Sonderpädagoginnen und -pädagogen helfen den jungen Menschen durch intensive Betreuung, sich wieder zu integrieren.
Jetzt droht diesem erfolgreichen Modell das abrupte Ende. Die Regierung von Oberbayern hat den weiteren schulischen Betrieb untersagt. Die rein bürokratische Argumentation: Die Schule werde formal als „Schule für Kranke” geführt, befinde sich aber in keinem Krankenhaus.
Die Schule im Waisenhaus ist für viele junge Menschen in Not zum sicheren Hafen geworden. Die Fraktion Die Grünen/Rosa-Liste/Volt will nicht zulassen, dass Zuständigkeitsfragen und starre Definitionen über das Schicksal junger Menschen entscheiden. Die Landeshauptstadt müsse hier ihre schwächsten Bürgerinnen und Bürger schützen.
Nimet Gökmenoğlu, kinder- und jugendpolitische Sprecherin Die Grünen/ Rosa Liste/Volt: „Die Schule im Münchner Waisenhaus bietet jungen Menschen, die sonst durchs Raster fallen, Stabilität und Perspektive. Das Wohl der betroffenen Kinder und Jugendlichen darf jetzt nicht zum Spielball bürokratischer Definitionen werden.”
Und Anja Berger, bildungspolitische Sprecherin Die Grünen/Rosa Liste/Volt ergänzt: „Aus meiner Arbeit als Lehrerin weiß ich, dass Lernen dort am besten möglich ist, wo sich Kinder und Jugendliche sicher und unterstützt fühlen. Mit dem Wegfall der Schule im Münchner Waisenhaus macht man die Schwächsten noch schwächer. Dieter Reiter muss sich jetzt für den Erhalt der Schule einsetzen.”