Straßennamen im Lerchenauer Feld stellen drei Frauen in den Mittelpunkt

An der Lerchenauerstraße liegt das Neubaugebiet Lerchenauer Feld. Mehrere Straßen werden dort nach hochverdienten Frauen benannt.  (Foto: mha)
An der Lerchenauerstraße liegt das Neubaugebiet Lerchenauer Feld. Mehrere Straßen werden dort nach hochverdienten Frauen benannt. (Foto: mha)
An der Lerchenauerstraße liegt das Neubaugebiet Lerchenauer Feld. Mehrere Straßen werden dort nach hochverdienten Frauen benannt. (Foto: mha)
An der Lerchenauerstraße liegt das Neubaugebiet Lerchenauer Feld. Mehrere Straßen werden dort nach hochverdienten Frauen benannt. (Foto: mha)
An der Lerchenauerstraße liegt das Neubaugebiet Lerchenauer Feld. Mehrere Straßen werden dort nach hochverdienten Frauen benannt. (Foto: mha)

Eine 2.200 Jahre alte Siedlung wurde im Rahmen der archäologischen Untersuchungen des aktuellen Baugebietes „Lerchenauer Feld” per Luftbildaufnahmen ausgemacht. Bis Ende des römischen Reiches siedelte dort eine erstaunlich große Anzahl von Menschen. Dann aber brach die Siedlung plötzlich ab. Danach hat dort niemand mehr gewohnt, das Areal diente nun noch als landwirtschaftliche Fläche. Jetzt, da auf dem 63 Hektar großen Gelände wieder gebaut wird und bereits die ersten Wohngebäude in den Himmel wachsen, braucht man auch Straßen und Namen für diese.
Drei davon werden nach herausragenden Frauen benannt – das hat der Kommunalausschuss des Stadtrates kürzlich beschlossen. Die mit der Namensgebung Geehrten haben sich in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft hervorgetan und verdient gemacht.

Helga Grebing: Einsatz für eine soziale Demokratie

Eine davon ist Helga Grebing. Sie wurde 1930 in Berlin geboren und verbrachte ab 1952 viele Jahre in München, wo sie als Lektorin und Redakteurin arbeitete. Außerdem war sie als Dozentin an der Akademie für politische Bildung in Tutzing tätig. Von 1959 bis 1961 leitete sie das Internationale Studentenwohnheim „Geschwister Scholl” in München und von 1961 bis 1965 die Abteilung für Zeitgeschichte und Politik an der Münchner Volkshochschule. 1971 wurde Helga Grebig Professorin an der Universität Frankfurt am Main. 1972 erhielt sie als erste Frau einen Lehrstuhl an der Universität Göttingen und war von 1988 bis 1995 Professorin und Leiterin des „Instituts zur Erforschung der europäischen Arbeiterbewegung”. Sie forschte zur Sozialgeschichte, zur Geschichte der Arbeiterbewegung und zur Zeit des Nationalsozialismus. Mit dem Ziel, dass sich der Faschismus nie wiederholt, setzte sie sich in der Lehre und als aktives Mitglied der SPD für eine soziale Demokratie und für historische Aufklärung ein. 2002 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

Elisabeth Schmucker initiiert erste Babyklappe

Ein Platz wird nach Elisabeth Schmucker benannt. Die 1951 geborene Gymnasiallehrerin wuchs in Neuhausen auf. Bekannt wurde sie vor allem durch ihr soziales Engagement: Im Jahr 2000 initiierte sie die erste Babyklappe Münchens – im Kloster St. Gabriel in Solln. Sie bezeichnete dieses Projekt bewusst als „Lebenspforte“. Es soll Neugeborenen in Notsituationen einen geschützten Ort bieten. Ab 2002 vertrat sie die CSU im Stadtrat, dem sie bis zu ihrem Tod 2013 angehörte.

Heidrun Kaspar gründet Kinderschutzbund

Die aus München stammende Heidrun Kaspar (1939 bis 2023) war Mitbegründerin des Kinderschutzbundes München und engagierte sich über Jahrzehnte ehrenamtlich im Stadtrat, unter anderem als FDP-Fraktionsvorsitzende. Für ihr vielfältiges Wirken wurde sie 2012 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Bei ihrer Tätigkeit für den Kinderschutzbund erwarb sie sich vor allem große Verdienste durch ihre Unterstützung von Kindern und Familien in Belastungssituationen.

Neuer Name für Teil von Heßstraße

Neben den Straßen und Plätzen in Neubaugebiet Lerchenauer Feld wird auch ein Teilstück der Heßstraße in den Stadtbezirken Schwabing West und Neuhausen-Nymphenburg neu benannt. Die neue Straße, die von der Schweren-Reiter-Straße nach Süden führt, trägt nun den Namen des Landschaftsarchitekten Günther Grzimek (1915 bis 1996). Grzimek war maßgeblich an der Gestaltung des Olympiaparks beteiligt und hatte mit seiner Idee des „Benutzerparks“ 1972 neue Maßstäbe für die städtische Grünplanung gesetzt. Die Benennung der Straße knüpft thematisch direkt an die angrenzenden Straßennamen an, die ebenfalls Persönlichkeiten der Olympischen Spiele 1972 würdigen.

Bürgermeisterin Verena Dietl betont: „Ich freue mich sehr, dass der Kommunalausschuss heute nicht nur mit Günther Grzimek eine Person ehrt, die das städtebauliche Bild Münchens wie kaum andere geprägt hat, sondern auch drei Frauen in den Mittelpunkt stellt. Gerade im 24. Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl zeigt diese Entscheidung, wie wichtig es ist, die Leistungen von Helga Grebing, Elisabeth Schmucker und Heidrun Kaspar sichtbar zu machen – für ihre Arbeit in Wissenschaft, im Kinderschutz und in der Politik. Dass wir nun vier neue Straßennamen vergeben, spiegelt genau diesen Anspruch wider: Wir würdigen die ganze Geschichte unserer Stadt, mit all ihren prägenden Frauen und Männern.“

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