Rupprecht-, Elvira- und Klarastraße sollen sicherer werden. Deswegen will das städt. Baureferat die Straßenzüge sanieren und u.a. u.a. starke Fahrbahnunebenheiten beseitigen. Die etwa vierwöchigen Arbeiten sollen am 13. April beginnen. Gegen mehr Verkehrssicherheit haben auch die Anwohner nichts. Manche von ihnen fürchten aber, dass das Quartier nach den Bauarbeiten wieder ein Stück seines Charmes verloren haben wird. Denn: Das Baureferat will das bisherige Kopfsteinpflaster durch schnöden Asphalt ersetzen, um Kosten zu sparen.
Klaus-Martin Hesse und weitere Anwohner möchten das verhindern und setzen sich für den Erhalt der historischen Bausubstanz des Altbauviertels ein. Der Beseitigung der verkehrsgefährdenden Stellen sei nichts entgegenzusetzen, erklären sie, doch danach müsse die Fahrbahn wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden - also mit Pflaster. „Dies ist auch klimatechnisch relevant, da eine gepflasterte Fläche nicht wie eine Asphaltdecke den Boden versiegelt”, betont Hesse. Mit asphaltierten Straßen würde der gesamten Bereich an Wertigkeit verlieren, der auch für die anrainenden Eigentümer zu einem Wertverlust ihres Eigentums führen könnte.
Für Fahrradfahrer, die nicht auf dem Pflaster fahren wollen, wurde die nahe Blutenburgstraße zu einer Fahrradstraße umgestaltet, so dass für den Fahrradverkehr eine Alternative vorhanden ist. Anwohner befürchten zudem, dass bei erhöhtem Verkehrsaufkommen in der Marsstraße der Ausweichverkehr durchs Wohngebiet zunimmt, wenn die bislang gepflasterten Straßen aufgrund der Asphaltierung schneller und bequemer befahren werden können. Das würde zu einem weiteren Verlust von Wohnqualität führen und zu einer vermehrten Gefährdung von Kindern und anderen Anwohnern.
Hesse und seine Mitstreiter forderen eine sofortige Aussetzung der Baumaßnahmen bis zu einer weiteren, möglicherweise auch rechtlichen Klärung. Er begründet diese Forderung zum einen mit der in seinen Augen mangelnden und zu kurzfristigen Information über das Vorhaben für die betroffenen Anrainer; zum anderen sei nach einer ersten privaten Erhebung „offensichtlich die Mehrheit der Anrainer gegen so eine Maßnahme”. Sie hoffen auf Bestandsschutz für ein historisches Stadtviertel.