Das Rotkreuzmuseum präsentiert von 10. bis 27. März anlässlich seines 20-jährigen Bestehens im VR-Schaufenster (Augsburger Str. 33-35) die Ausstellung „Inventur der Zeit – Ein Blick in das Depot des Rotkreuzmuseums Dachau”.
Die Ausstellung wurde von der Arbeitsgruppe „Historisches Erbe” unter der Leitung von Tizian Bartling konzipiert. Historische Fotos, ausgewählte Exponate und anschauliche Text- und Zeittafeln zeigen die Bewahrung und den Umgang mit der lokalen Rotkreuzgeschichte. Ausgehend von der Gründung der Sanitätskolonne im Jahr 1889 wird das Sammlungskonzept vorgestellt.
Forschung, Archiv und Praxisarbeit nehmen einen wichtigen Stellenwert ein. Auch wird dargestellt, wie wertvoll Nachlässe für die eigenen Rotkreuzgeschichte sind und wie eine zeitgemäße Vermittlungsarbeit erfolgt. Immer wieder stellen spendenfreudige Dachauer Bürgerinnen und Bürger ihre historischen Raritäten zur Verfügung.
Die Arbeitsgruppe „Historisches Erbe” kann mit einer weiteren Überraschung aufwarten. Jüngste Forschungen haben ergeben, dass die Rotkreuzbewegung im Landkreis Dachau bereits 23 Jahre älter ist als bisher angenommen. Als Gründungsdatum galt bisher das Jahr 1889, als ein schweres Zugunglück bei Röhrmoos den Anstoß zur Gründung der Freiwilligen Sanitätskolonne gab. Doch bereits seit 1866 ist für Dachau auch ein Zweigverein des Bayerischen Frauenhilfsvereins vom Roten Kreuz nachweisbar, der sich unter der Leitung von Gräfin Luise von Hundt zu Lauterbach der Wohlfahrtsarbeit widmete.