Veröffentlicht am 01.10.2026 19:13

Bachs H-Moll-Messe erklingt in St. Markus zum 100. Geburtstag von Karl Richter

Der Markus-Chor München und das Markus-Orchester bringen zum 100. Geburtstag von Karl Richter die H-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach zur Aufführung.  (F.: Peter Möhring)
Der Markus-Chor München und das Markus-Orchester bringen zum 100. Geburtstag von Karl Richter die H-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach zur Aufführung. (F.: Peter Möhring)
Der Markus-Chor München und das Markus-Orchester bringen zum 100. Geburtstag von Karl Richter die H-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach zur Aufführung. (F.: Peter Möhring)
Der Markus-Chor München und das Markus-Orchester bringen zum 100. Geburtstag von Karl Richter die H-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach zur Aufführung. (F.: Peter Möhring)
Der Markus-Chor München und das Markus-Orchester bringen zum 100. Geburtstag von Karl Richter die H-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach zur Aufführung. (F.: Peter Möhring)

Im Rahmen der „Bach-Festwoche München 2026” präsentiert die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Markus eine besondere Konzertreihe zum 100. Geburtstag des legendären Organisten, Dirigenten und Bach-Interpreten Karl Richter. Den Höhepunkt bildet dabei die Aufführung von Johann Sebastian Bachs H-Moll-Messe, BWV 232, am Sonntag, 18. Oktober, um 18.00 Uhr in der Markuskirche, Gabelsbergerstraße 6. Es singen und spielen der Markus-Chor und das Markus-Orchester unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Michael Roth. Eintrittskarten zum Preis von 12 bis 36 Euro sind bei München-Ticket unter www.muenchenticket.de und an der Abendkasse erhältlich. Zur Kirche kommt man mit der Tram 27 und 28: Pinakotheken, oder den U-Bahn-Linien 3/4/5/6: Odeonsplatz. Einlass ist ab 17.15 Uhr.

Karl Richter

30 Jahre lang wirkte Karl Richter als Kantor und Organist in St. Markus und machte die Kirche zum Zentrum seines Schaffens. Hier gründete er 1954 den Münchener Bach-Chor und später das Münchener Bach-Orchester, woraus sein Weltruhm als Bach-Interpret erwuchs. Die Markuskirche war für ihn Probebühne, Experimentierfeld und spiritueller Ankerpunkt zugleich. Bis heute hält sein internationaler Ruhm an: Immer wieder kommen Anhänger aus den USA, Japan und Italien in die Markuskirche, um die beiden Orgeln zu sehen, auf denen er gespielt hat.

    H-Moll-Messe war Richters „Signature Work”

    Bachs H-Moll-Messe war Karl Richters meistaufgeführtes Werk und wurde zum zentralen Pfeiler seines künstlerischen Vermächtnisses. Seine legendären Aufnahmen mit Maria Stader, Ernst Haefliger und Dietrich Fischer-Dieskau galten jahrzehntelang als Referenz und sind bis heute eindrucksvolles Zeugnis seiner monumentalen, zutiefst spirituellen Bach-Auffassung. Bis heute berichten Mitwirkende wie Zuhörer mit großer Ehrfurcht von den Aufführungen. Deshalb wird dieses Werk nun zum Abschluss der Festwoche in „seiner” Markuskirche präsentiert.

    Richters Orgeln erklingen wieder

    Anlässlich des 100. Geburtstags von Karl Richter hat Hansjörg Albrecht, renommierter Bach-Spezialist und Leiter der CPE.Bach.Akademie.Hamburg, die Bach-Festwoche München 2026 initiiert und organisiert. In ihrem Rahmen gibt es in St. Markus außer dem Konzert noch folgende weiteren Veranstaltungen:

    • Als letzte Etappe der Restaurierung der beiden Markus-Orgeln wird am Sonntag, 11. Oktober, um 11.15 Uhr im feierlichen Eröffnungsgottesdienst mit Stadtdekan Dr. Bernhard Liess „Richters” Spieltisch von 1936 eingeweiht. Neben Orgelwerken von Bach ist auch dessen Kantate „Ich will den Kreuzstab gerne tragen”, BWV 56, zu hören. Eine Anekdote erzählt, dass Richter bei der ersten Begegnung mit der Steinmeyer-Orgel 1951 (bei seiner Bewerbung!) spontan entschied: „Die Orgel gefällt mir, die nehme ich” – und diese Orgel prägte fortan bis zu Richters frühem Tod 1981 seinen unverwechselbaren Bach-Klang.
    • Am Dienstag, 13. Oktober, 20.00 Uhr, gewährt die Bach.Werkstatt unter dem Titel „Wie im Himmel” mit Michael Roth und Hansjörg Albrecht einen Blick hinter die Kulissen der H-Moll-Messe.
    • Die restaurierten Orgeln von St. Markus sind nicht nur beim Abschlusskonzert zu hören, sondern auch beim Jubiläumskonzert am Donnerstag, 15. Oktober, 19.30 Uhr. Es vereint gleich zwei Festanlässe: 100 Jahre Karl Richter und 70 Jahre Tölzer Knabenchor. Der Tölzer Knabencho, der Männerchor „ZwoZwoEins”, Carlo Maria Barile an den Markus-Orgeln, Hansjörg Albrecht am Cembalo und Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters gestalten einen festlichen Abend mit Werken von Bach, Mendelssohn und Britten. Karten zum Preis von 15 beziehungsweise 25 Euro gibt es bei München-Ticket und an der Abendkasse.
    • Für Freitag, 16. Oktober, 19.00 Uhr, lädt Hansjörg Albrecht gemeinsam mit Bernhard Neuhoff von BR-Klassik und Rudolf Lutz von der Bachstiftung St. Gallen zur Podiumsdiskussion „Karl Richter: Wegbereiter für die Historische Aufführungspraxis” ein. Im Anschluss wird der Dokumentarfilm von Prof. Tobias Richter über seinen Vater Karl Richter gezeigt. Der Eintritt ist frei.

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