Es gibt keinen leistungsfähigen ÖPNV und viel zu wenige Parkplätze: Das Verkehrskonzept für den neuen Stadtteil Freiham ist vorerst gescheitert, findet die CSU/FW-Fraktion im Stadtrat und fordert daher die Errichtung eines temporären Parkhauses auf einem der noch nicht bebauten Grundstücke.
In Freiham leben bereits 8.000 Menschen, es sollen einmal bis zu 30.000 werden – doch die versprochene U-Bahn-Anbindung kommt frühestens in zehn Jahren. Die Folge: S-Bahnen und Busse sind bereits jetzt am Limit, viele Menschen in Freiham sind weiterhin auf ihre Autos angewiesen. Während die CSU bereits seit Jahren auf diesen Missstand hinweist, hat die grün-rote Stadtregierung pro Wohnung nur mit einem halben Autostellplatz geplant – viel zu wenig, wie sich jetzt zeige, und auch das Konzept der Quartiersgaragen mit weiten Fußwegen für ältere Menschen und Familien zu ihren Wohnungen gehe nicht auf. Sechs Wochen vor der Kommunalwahl haben plötzlich auch die Grünen das Problem entdeckt und möchten mit einem ganztägigen 10-Minuten-Takt bei der S-Bahn und Expressbussen nachbessern, erklärt die CSU/FW-Fraktion. Doch während Expressbusse schon geplant waren und dann doch eingespart wurden, sei eine Taktverstärkung bei der S-Bahn in den Stoßzeiten gar nicht mehr möglich.
Die CSU/FW-Fraktion fordert die Regierungsfraktionen auf, endlich der Realität ins Auge zu sehen und zu erkennen, dass es in Freiham auch aufgrund von eigenen Planungsfehlern (noch) nicht ohne Auto gehe. Bevor weiterhin Baustellenflächen zugeparkt werden, sollte die Stadt auf einer geeigneten Fläche ein Parkhaus als Zwischenlösung errichten. Wenn sich die ÖPNV-Situation in einigen Jahren hoffentlich verbessert habe, könnte man dieses Parkhaus wieder abbauen.
„Wir dürfen den Blick nicht vor der Wirklichkeit verschließen”, fordert CSU-Stadträtin Heike Kainz. „Solange es keinen leistungsfähigen ÖPNV und vor allem keine U-Bahn in Freiham gibt, brauchen die Menschen vor Ort ihre Autos, ob sie es wollen oder nicht. Da hilft auch ein ganztägiger 10-Minuten-Takt bei der S-Bahn nicht genug, weil die S-Bahnen bereits jetzt überlastet und störungsanfällig sind. Ein Parkhaus als Zwischenlösung auf einer Fläche, die derzeit noch nicht bebaut wird, wäre eine pragmatische und schnell umsetzbare Lösung.“