Haben Sie den Sommer bisher genießen können? Für die Menschen früher war der Lauf der Jahreszeiten der Taktgeber für das Leben. Vor allem in der Landwirtschaft. Und der Sommer war bei uns in den Bergen die Zeit der Almwirtschaft. Die Tiere wurden vom Tal auf die Bergweiden getrieben und verbrachten den ganzen Sommer auf der Alm. Was heute oft ein wenig romantisiert wird, war eine wichtige und nützliche Wirtschaftsweise der Bauern. Denn Futter für die Tiere war ein wertvolles Gut und mit den Almen konnte man zusätzliche Weiden nutzen, während sich im Tal die Wiesen erholten oder schon Heu für den Winter geerntet werden konnte.
In den Alpen gab es verschiedene Kategorien von Almen, Hoch-, Mittel- und Niederalm und jetzt im Hochsommer war die Zeit für die Hochalm. Nur kurz konnten diese höchstgelegenen Wiesen beweidet werden. Denn es lag oft noch im Frühling Schnee und schon im Spätsommer wurde die Witterung wieder schlechter. Dann trieb man das Vieh zurück auf tiefere Lagen, in denen das Gras inzwischen schon wieder nachgewachsen war, sodass diese Weiden sowohl beim Weg nach oben als auch beim Weg zurück genutzt werden konnten. Sie sehen, das war ein sehr durchdachtes Vorgehen, das alle natürlichen Kapazitäten voll ausschöpfte.
Übrigens ist die Almwirtschaft in den Alpen schon für die Bronzezeit belegt. Schon damals trieben die Hirten ihre Tiere auf die Berge. Zwar waren es damals vorrangig Schafe oder Ziegen, das Prinzip war aber das gleiche. Und dadurch entstand letztendlich die alpine Kulturlandschaft, wie wir sie heute kennen.
Das Leben auf der Alm war seit jeher einfach und entbehrungsreich. Außerdem gab es eine Menge Arbeit. Die Milch der Kühe, Schafe oder Ziegen musste direkt zu Käse verarbeitet werden, da sie ohne Kühlung nicht haltbar war. Der Käse wurde dann mühevoll ins Tal getragen.
Zur harten Arbeit kam die ständige Gefahr von Unwettern dazu, gerade im Sommer sind die Gewitter besonders heftig. Das betraf nicht nur die Senner und Sennerinnen, wie man die Hirten auf der Alm nennt, sondern natürlich auch die Tiere. Deshalb waren die Bauern sehr froh, wenn die Tiere wieder heil vom Berg herunterkamen, was dann auch entsprechend gefeiert wurde. Und da wurde sicher auch fleißig getanzt.
Das bringt mich darauf, Sie noch einmal an unseren Tag des bayerischen Tanzes am Sonntag zu erinnern. Gemeinsam mit dem Festring e.V. laden wir Sie ein, bayerische Tänze zu erlernen, auszuprobieren oder auch nur den anderen beim Tanzen zuzusehen. Ein Trachtenverein präsentiert zwischendurch besondere Tänze und natürlich auch einen Schuhplattler. In den Tanzpausen können Sie sich im Biergarten vor dem altbayerischen Wirtshaus zum Wofen verwöhnen lassen oder durch das Museumsdorf schlendern. Übrigens, oberhalb der Brauerei finden Sie unsere Almhütte, auf der sich das Leben der Senner und Sennerinnen gut nachvollziehen lässt. Und dann können Sie selbst entscheiden, ob das nun romantisch war oder nicht.
Ich freue mich auf Ihren Besuch!
Ihr Markus Wasmeier