Besondere Ereignisse verlangen nach besonderen Maßnahmen. So treten die Aschheimer Schäffler in diesem Jahr ganz außerplanmäßig auf, um ein Zeichen zu setzen, wie sie sagen. Ein Zeichen für den Frieden, aber auch dafür, dass nach der Aufhebung der meisten Coronamaßnahmen das gesellschaftliche Leben wieder in Schwung kommt. „Wir sind an dem Punkt, an dem man sagen kann, dass das Leben weitergeht. Dies ist nun für uns der Moment, an dem wir guten Gewissens unser persönliches Zeichen setzen können, auf das die Menschen schon so lange sehnsüchtig warten”, erklärt die Schäfflerzunft Aschheim.
Normalerweise tanzen die Schäffler nämlich nur alle sieben Jahre, und dann im Zeitraum zwischen dem 6. Januar bis zum Faschingsdienstag. Jetzt hat man also die einmalige Gelegenheit, die Schäffler unter warmer Frühlingssonne und ganz ohne kalte Füße beim Tanzen bewundern zu dürfen.
Zur Historie: Kaum ein Verein kann auf so eine lange Tradition zurückblicken wie die Schäffler. Die Entstehung des Schäfflertanzes datiert auf das Jahr 1517. Der Grund für den Tanz, der bis heute alle sieben Jahre in München und dem Landkreis München gezeigt wird, war allerdings kein besonders fröhlicher. Nachdem die Pest in München schlimm gewütet und mehr als 15.000 Menschen in den Tod gerissen hatte, schlossen sich die Menschen zuhause ein, um sich vor Ansteckung und Krankheit zu schützen. Um das Leben in der Stadt München wieder in Schwung zu bringen, beschlossen die Schäffler (die Fassmacher, Anm. der Red.) der Angst ein Ende zu bereiten und die Menschen wieder auf die Straße zu locken. So studierten sie einen kunstvollen Tanz ein und zeigten diesen bei lauter Musik auf den Straßen. Heute sind alle Männer, die Lust darauf haben, bei den Schäfflern mitzutanzen willkommen, lange Jahrhunderte war dies alleine der Zunft der Fassmacher vorbehalten gewesen.
Neben den normalen Tänzern in einer Tanzgruppe gibt es bei den Schäfflern auch noch zwei Kasperle, zwei Reifenschwinger und einen Fähnrich. Der Tanz folgt einem festgelegten Ablauf, der mit viel Aufwand einstudiert wird. Das Ergebnis kann sich indes sehen lassen.
Hier tritt die Schäfflerzunft Aschheim auf:
Freitag, 3. Juni:
14.45 Uhr auf dem Marienplatz in Ebersberg,
17.00 Uhr in der Gemeinde Unterhaching auf dem Rathausplatz,
18.30 Uhr in Dornach vor dem Maibaum.
Samstag, 4. Juni,
10.00 Uhr vor dem Rathaus in Aying
11.30 Uhr vor dem Rathaus der Gemeinde Putzbrunn,
13.00 Uhr vor dem Taufkirchner Heimatmuseum Wolfschneiderhof in der Münchner Straße 12,
15.00 Uhr auf dem Bürgerhaus-Vorplatz der Gemeinde Unterföhring,
16.30 Uhr vor dem Seniorenzentrum Aschheim,
17.15 Uhr vor dem Maibaum in Aschheim und um 18.00 Uhr am Marktplatz Aschheim.
Wer die Schäffler jetzt verpasst, muss bis zum Jahr 2026 warten, da treten sie dann wieder ganz regulär auf. hw