Die Welt von oben: Fotoausstellung verschafft neue Einblicke

„Unequal Scenes” – in der philippinischen Hauptstadt Manila lebt die arme Bevölkerung direkt neben dem großen Containerhafen. Das Bild wurde 2023 aufgenommen. (Foto: Johnny Miller, courtesy Buchkunst Berlin)
„Unequal Scenes” – in der philippinischen Hauptstadt Manila lebt die arme Bevölkerung direkt neben dem großen Containerhafen. Das Bild wurde 2023 aufgenommen. (Foto: Johnny Miller, courtesy Buchkunst Berlin)
„Unequal Scenes” – in der philippinischen Hauptstadt Manila lebt die arme Bevölkerung direkt neben dem großen Containerhafen. Das Bild wurde 2023 aufgenommen. (Foto: Johnny Miller, courtesy Buchkunst Berlin)
„Unequal Scenes” – in der philippinischen Hauptstadt Manila lebt die arme Bevölkerung direkt neben dem großen Containerhafen. Das Bild wurde 2023 aufgenommen. (Foto: Johnny Miller, courtesy Buchkunst Berlin)
„Unequal Scenes” – in der philippinischen Hauptstadt Manila lebt die arme Bevölkerung direkt neben dem großen Containerhafen. Das Bild wurde 2023 aufgenommen. (Foto: Johnny Miller, courtesy Buchkunst Berlin)

Im Amerikahaus, Karolinenplatz 3, gibt es von Samstag, 17. Oktober, bis Samstag, 9. Januar 2027, eine neue Fotoausstellung zu sehen. Sie trägt den Titel „Unequal Scenes & Salt Works”. Der US-amerikanische Fotograf Johnny Miller hat mit Drohnen Bilder von Städten und Landschaften aufgenommen und will damit soziale und ökonomische Ungleichheiten deutlich machen. Geöffnet ist montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Das Amerikahaus zeigt die Ausstellung in Zusammenarbeit mit Buchkunst Berlin und dem Amerikahaus-Verein.

Grenzen von Arm und Reich ästhetisch präsentiert

Johnny Miller wurde 1981 geboren und ist Fotograf, Filmemacher, Künstler und Drohnen-Journalist. In seinen Arbeiten untersucht er, wie sich soziale, politische und ökologische Strukturen in Städte und Landschaften einschreiben. Seine Aufsichtsfotografien aus Ländern wie Südafrika, Kenia, Brasilien, Kolumbien, den Philippinen und den Vereinigten Staaten zeigen Übergänge und Trennungen zwischen verschiedenen Stadtteilen und Territorien sowie zwischen unterschiedlichen Lebenswelten – die Grenzen zwischen Arm und Reich. Gleichzeitig faszinieren seine Aufnahmen durch ihre Muster und die Ästhetik ihrer Kompositionen.

Die Ausstellung besteht aus zwei Werkgruppen mit insgesamt 78 Fotos: „Unequal Scenes” und „Salt Works”. Für „Unequal Scenes“ fotografierte Johnny Miller Städte und urbane Räume. Mit den Drohnenbildern von den verschiedensten Orten der Welt setzt er soziale und ökonomische Ungleichheit in Szene. Die Bilder seiner Serie „Salt Works“ wiederum zeigen, ebenfalls von oben, farbintensive Landschaften, die durch menschliche Eingriffe geformt wurden: durch die industrielle Salzgewinnung in Namibia, Mexiko und der San Francisco Bay Area.

Veranstaltungen

Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 16. Oktober, um 19 Uhr. Die Kuratoren Ana Drug und Thomas Gust führen dabei ein Künstlergespräch mit Fotograf Johnny Miller.
Im Rahmen der „Langen Nacht der Münchner Museen” am Samstag, 17. Oktober, ist die Ausstellung von 18.00 Uhr bis 01.00 Uhr geöffnet: Um 21 Uhr gibt es eine Führung mit Johnny Miller und Kurator Thomas Gust.
Am Sonntag, 18. Oktober, hält Thomas Gust um 11 Uhr unter dem Titel „Luftbild und Aufklärung. Von der Weltlandschaft zum Drohnenbild – Johnny Millers fotografische Vermessung der Gegenwart” einen Vortrag mit Bildprojektionen.

    Eines der Fotos aus der Serie „Unequal Scenes” zeigt, wie in einem der größten und dichtbesiedeltsten Stadtgebiete der philippinischen Hauptstadt Manila die Containerterminals des Hafens unmittelbar bis an den Rand von Isla Puting Bato reichen, wo die größtenteils informell errichteten Behausungen auf Pfählen über dem Wasser der Bucht stehen: links Pfahlbauten, rechts riesige Containerschiffe. Die Armen leben unmittelbar neben den weitläufigen und wirtschaftlich bedeutenden Hafen- und Logistikflächen. Die Bucht von Manila zählt zu den am stärksten verschmutzten Gewässern des Landes und die Siedlung ist zur Räumung vorgesehen.

    Luftbilder erinnern an abstrakte Gemälde

    In „Salt Works” sind aus der Luft Bilder von malerischer Qualität entstanden: Leuchtende Rot-, Grün- und Blautöne formen geometrische Felder, die an abstrakte Gemälde erinnern. Die Farben entstehen durch Mikroorganismen, deren Erscheinungsbild sich mit zunehmender Salzkonzentration verändert. Hinter der visuellen Schönheit offenbart sich ein komplexes Zusammenspiel von Natur, Technologie und menschlichem Eingriff in die Landschaft.

    In beiden Werkserien bewegt sich Miller an der Schnittstelle von Dokumentation und Abstraktion. Seine Fotografien faszinieren durch ihre formale Schönheit und eröffnen zugleich einen kritischen Blick auf die Gegenwart. Mit dieser Verbindung von ästhetischer Faszination und gesellschaftlicher Relevanz ist Johnny Miller zu einer der markantesten fotografischen Stimmen seiner Generation geworden.

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