Grenzen sind nicht nur Linien auf Landkarten – sie durchziehen unser Zusammenleben. Kulturell bestimmen sie, welche Geschichten wir erzählen und wem wir Zugehörigkeit zusprechen. Sozial entscheiden sie über Chancen und Ausschlüsse, über Begegnung oder Distanz. Politisch regeln Grenzen Machtverhältnisse: Sicherheit, Rechte, Migration, Kontrolle. Künstlerisch schließlich werden Grenzen zum Spannungsfeld – sichtbar in Bildern, Sprache und Formen, aber ebenso spürbar in dem, was ausgegrenzt wird oder im Verborgenen bleibt. Gesellschaftlich prägen sie Alltagserfahrungen: an Passkontrollen, in Quartieren, in Debatten – und in uns selbst.
Das Bürger- und Kulturhaus bosco (Oberer Kirchenweg 1) widmet sich vom 23. September bis 29. Dezember dem Themenschwerpunkt „Grenzen“.
Die Fotoausstellung „Dahinten gehts nicht weiter“ von Olaf Unverzart steht im Zentrum des Themenschwerpunkts und richtet den Blick auf Übergänge und Abbrüche, auf das Verhältnis von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit und auf Ambivalenzen, die Grenzen begleiten: Was lässt sich durchschreiten – und was bestimmt, wann „weiter“ wirklich endet? Die Ausstellung lädt dazu ein, genauer hinzusehen und sich mit Fragen nach Perspektiven, Möglichkeiten und den Grenzen des Möglichen auseinanderzusetzen. Sie wird am Mittwoch, 23. September, um 19 Uhr eröffnet (Eintritt frei).
Olaf Unverzart ist Fotograf und Künstler, der im dokumentarischen Bereich arbeitet. In dieser Serie hat er im Oberpfälzer Grenzlandgebiet Architektur, Dorfstrukturen und Landschaften fotografiert, die auch Jahrzehnte nach der Öffnung weiterhin an den damaligen „Eisernen Vorhang“ erinnern. Häufig realisiert Unverzart Langzeitprojekte, in denen er die vom Menschen geprägte und gestaltete Landschaft in den Mittelpunkt stellt.