Veröffentlicht am 18.09.2026 16:54

Geschichten erzählen

Simon Wunderlich bemalte das Trafohäuschen am Agnes-Bernauer-Platz vor drei Jahren mit Szenen aus dem Leben der „Platz-Patin”. Nach ihrer Ermordung verehrte das Volk Agnes als „Engel von Augsburg”. (Foto: job)
Simon Wunderlich bemalte das Trafohäuschen am Agnes-Bernauer-Platz vor drei Jahren mit Szenen aus dem Leben der „Platz-Patin”. Nach ihrer Ermordung verehrte das Volk Agnes als „Engel von Augsburg”. (Foto: job)
Simon Wunderlich bemalte das Trafohäuschen am Agnes-Bernauer-Platz vor drei Jahren mit Szenen aus dem Leben der „Platz-Patin”. Nach ihrer Ermordung verehrte das Volk Agnes als „Engel von Augsburg”. (Foto: job)
Simon Wunderlich bemalte das Trafohäuschen am Agnes-Bernauer-Platz vor drei Jahren mit Szenen aus dem Leben der „Platz-Patin”. Nach ihrer Ermordung verehrte das Volk Agnes als „Engel von Augsburg”. (Foto: job)
Simon Wunderlich bemalte das Trafohäuschen am Agnes-Bernauer-Platz vor drei Jahren mit Szenen aus dem Leben der „Platz-Patin”. Nach ihrer Ermordung verehrte das Volk Agnes als „Engel von Augsburg”. (Foto: job)

München ist eine Stadt der Kunst: Große Museen zeigen großartige Werke aus vielen Jahrhunderten und ganz unterschiedlicher Stile. Keines dieser Häuser ist in Laim zu finden. Kunstwerke aber zuhauf. An vielen Stellen des Viertels stößt man auf sie: farbenfrohe Werke, kleine liebevolle Figuren, versteckte Kleinode, interessante Experimente.

Mit offenen Augen entdecken

Sie sind Geschenke an jene, die mit offenen Augen durch ihr Viertel gehen und sich Zeit nehmen, ihre Nachbarschaft wahrzunehmen. Skulpturen und Figuren, Fresken und Reliefs, Wandbilder, Installationen und mehr gibt es in Laim eine Menge. Sie alle erzählen Geschichten - erinnern an die Märchen aus Kindertagen, erzählen aus dem Leben und vom Sterben historischer Figuren, spielen mit Farben und Formen oder sind einfach nur schön. Manchmal werfen sie Fragen auf, erschließen sich nicht auf den ersten Blick und sind dennoch eine Bereicherung für das, was wir den öffentlichen Raum nennen.

Eine Frau, die störte

An Agnes Bernauer etwa erinnern etliche Kunstwerke in Bayern. Sie begegnet auch dem, der durch Laim geht: Eine Straße und ein Platz sind seit 1901 nach ihr benannt; das Trafohäuschen auf letztgenanntem zeigt Bilder aus ihrem Leben. Die Bernauerin, um 1410 geboren, war vielleicht die erste Ehefrau des bayrischen Thronfolgers Albrecht. Auf jeden Fall waren die beiden ein Paar. Für ihren Schwiegervater, den Herzog, war Agnes als Tochter eines Augsburger Baders aber keine standesgemäße Frau. Deshalb ließ er sie in der Donau ertränken - ein Femizid. Da war Agnes gerade mal 25 Jahre alt. Vielleicht hatte den Herzog aber viel mehr gestört, dass die junge Frau sich durchzusetzen vermochte: Sie erreichte die Festnahme eines Raubritters, galt bald als feste Größe am Münchner Hof und eckte durch ihr selbstbewusstes Auftreten bei der Pfalzgräfin an. Mit Laim verbindet Agnes Bernauer ihr Besitz: Zwei Jahre vor ihrer Ermordung erwarb sie hier ein Stückchen Land.

Kunst in der Nachbarschaft

Wir zeigen in den nächsten Wochen in unseren Ausgaben immer wieder Kunstwerke, die in Laim an Straßen und Plätzen zu finden sind. Kommen Sie mit auf unsere kleine Entdeckungsreise durchs Viertel!

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