Veröffentlicht am 15.10.2026 14:25

Handwerk rund ums Pferd – Viele Berufe waren damit eng verbunden

Arbeit macht durstig! (Foto: Markus Wasmeier)
Arbeit macht durstig! (Foto: Markus Wasmeier)
Arbeit macht durstig! (Foto: Markus Wasmeier)
Arbeit macht durstig! (Foto: Markus Wasmeier)
Arbeit macht durstig! (Foto: Markus Wasmeier)

Am 6. November ist der Gedenktag des heiligen Leonhard, Schutzpatron der Tiere aber auch der Gefangenen.

Ihm zu Ehren finden in vielen Städten und Gemeinden Leonhardifahrten statt, bei uns am Schliersee übrigens am 8. November, was gleichzeitig unser letzter Saisontag ist.
Die ersten Leonhardifahrten finden aber mancherorts bereits im Oktober statt. Ich möchte Ihnen deshalb drei Handwerksberufe vorstellen, die eng mit dem Pferd und den Kutschen und Wägen verbunden sind.

Haben Sie schon eine Idee? Wahrscheinlich denken Sie auch zuerst an den Schmied, denn das Hufeisen kommt einem gleich in den Sinn. Der Hufschmied passte jedes Eisen einzeln an den Huf an und schützte die Pferde so vor Verletzungen. Aber auch der Sattler und der Wagner gehören unmittelbar in den engeren Kreis der beteiligten Gewerke. Und wichtig war vor allem das Zusammenspiel der Handerker. Besonders bei Schmied und Wagner.

Der Wagner, im Norddeutschen auch Stellmacher genannt, fertigte die Wägen und Kutschen. Er war übrigens auch für die Pferdeschlitten zuständig! Aber ganz so kalt ist es gerade noch nicht, deshalb zurück zur Kutsche. Die schwierigsten und wichtigsten Teile waren Räder und Achsen. Sie mussten schließlich die ganze Last tragen und den holprigen Wegen standhalten.

Dafür brauchte der Wagner viel Erfahrung mit Holz: Für die Nabe nahm er oft Ulme oder Eiche, für die Speichen zähe Esche oder Eiche. Das Holz musste jahrelang trocknen, bevor es verarbeitet wurde.

Damit die Räder standhielten, bekamen sie einen Eisenreifen verpasst. Dieser wurde glühend auf das Holzrad gezogen und mit Wasser abgekühlt, sodass er sich fest zusammenzog. Sollte die Kutsche komfortabler sein, schmiedete man zudem Federn, die die Fahrt bequemer machten.
War die Kutsche so weit fertig, kam der Sattler ins Spiel. Er fertigte nicht nur Reitsättel, sondern verarbeitete Leder zu allem, was Pferd und Wagen miteinander verband. Auch Zaumzeug, Zügel und vor allem das Geschirr für Zugpferde waren seine Aufgabe.

Bei Kutschen polsterte der Sattler die Sitze und fertigte lederne Verdecke an. Übrigens, bevor es geschmiedete Federn gab, hängte man die Kabine der Kutsche auch an Lederriemen, um die Stöße abzufedern.

Schmied, Wagner und Sattler arbeiteten eng zusammen.

So trug jeder der Handwerker dazu bei, dass am Ende ein funktionaler Leiterwagen, eine komfortable Reisekutsche oder eben ein traditioneller Truhenwagen entstand. Diese entwickelten sich übrigens aus den Leiterwägen. Man ersetzte die Leitern durch massive Holzbretter, die man dann mit entsprechenden Motiven bemalen konnte.

Bei uns im Freilichtmuseum können Sie den alten Berufen nachspüren. Zum Beispiel wenn Sie in unserer Schmiede dem Schmied bei seiner Arbeit zusehen. Oder Sie besuchen in zwei Wochen die Schlierseer Leonhardifahrt und bestaunen die handwerklichen Meisterwerke direkt im Einsatz! Unser Museum hat an diesem Tag bei freiem Eintritt geöffnet und unser altbayerisches Wirtshaus „Zum Wofen“ verwöhnt Sie mit bayerischen Schmankerln vom Feinsten.

Ich freue mich auf Ihren Besuch!
Ihr Markus Wasmeier

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