Die Holocaust-Überlebende Dr. Eva Umlauf war kürzlich am Max-Born-Gymnasium zu Gast und berichtete den die Schülerinnen und Schülern der 11. Jahrgangsstufe über ihr Leben. Die Begegnung mit der Zeitzeugin machte Geschichte für die Jugendlichen auf besondere Weise erfahrbar: Nicht eine Historikerin berichtete über vergangene Ereignisse, sondern eine Überlebende erzählte ihre eigene Geschichte.
Eva. Umlauf wurde 1942 geboren und überlebte als Kind das Konzentrationslager Auschwitz. Sie gehört zu den jüngsten Überlebenden der Shoah und trägt bis heute die tätowierte Häftlingsnummer A 26958. Auch Umlaufs Mutter und ihre Schwester überstanden den Terror in Auschwitz. Ihr Vater dagegen fiel dem nationalsozialistischen Massenmord zum Opfer; er starb 1945 in einer Außenstelle des Konzentrationslagers Mauthausen.
Nach dem Krieg wuchs Eva Umlauf in der Slowakei auf. Nach ihrer Heirat zog sie mit ihrem Mann nach Deutschland, arbeitete in Germering als Kinderärztin und lebt heute in München. Seit vielen Jahren engagiert sie sich als Zeitzeugin in der Erinnerungsarbeit und sucht besonders das Gespräch mit jungen Menschen, um über die Verbrechen des Nationalsozialismus aufzuklären und die Erinnerung an die Shoah wachzuhalten.
Für die Schülerinnen und Schüler wurde an diesem Vormittag deutlich, dass Geschichte nicht nur aus Daten und Fakten besteht, sondern aus individuellen Lebensgeschichten. Dr. Umlauf berichtete von den Spuren, die die Vergangenheit hinterlassen hat, und davon, wie wichtig es ist, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.
Wie sehr ihre Worte die Jugendlichen beschäftigten, zeigte sich auch in der Fragerunde. Auf die Frage eines Schülers, was sie der jungen Generation mitgeben möchte, antwortete sie eindringlich: „Ihr sollt mit offenen Augen durch die Welt gehen und die Vergangenheit kennen. Ihr sollt nachdenken und lernen, die Demokratie zu schätzen, die sehr fragil ist. Ihr dürft undemokratische Parteien nicht wählen. Eure Zukunft liegt in euren Händen.“
Ihre Botschaft machte deutlich, dass die Erinnerung an den Holocaust nicht nur der Vergangenheit gilt, sondern auch Verantwortung für Gegenwart und Zukunft bedeutet.