Das SIN (Studio im Netz) wurde 1996 gegründet, in diesem Jahr feiert es 30-jähriges Jubiläum – ein idealer Anlass für einen Rückblick auf die SIN-Historie und das Gründungsjahr.
Mitte der 90er Jahre markierten technische Innovationen wie Tamagotchis, die Spielkonsole Nintendo 64 und das Handy Nokia 8110 den Fortschritt. Doch wie bedeutend das Internet werden würde, war 1996 noch unklar: Das World Wide Web – 1989 von Tim Berners-Lee am CERN gestartet – war erst sieben Jahre alt. Computerspiele und Handys galten damals noch als „neue Medien“ und waren weit von ihrer heutigen Massenverbreitung entfernt.
Hans-Jürgen Palme war von den medialen Entwicklungen so fasziniert, dass er mit dem „SIN – Studio im Netz“ eine medienpädagogische Einrichtung ins Leben rief, die sich „Kindern, Jugendlichen und digitalen Medien“ widmete. Die innovativen Ideen rund um Computer, Games und Internet zeigten sich rasch in den ersten Großprojekten des SIN: Es gab pädagogische Spiele-Abende „Games bis Augen weg“ (ab 1996), das Kita-Computer-Projekt „MuLa – Multimedia-Landschaften für Kinder“ (1997), den damals noch „Pädi“ genannten „Pädagogischen Medienpreis“ (1998) und das Kinder-Website-Projekt „Kinderspuren im Internet“ (2000).
Rasch entwickelte sich das SIN zu einer bundesweit relevanten Einrichtung für Medienpädagogik und Medienbildung, die als gemeinnützige Organisation und Träger der freien Jugendhilfe agiert. Der Name „Studio im Netz“ war dabei stets programmatisch: Das SIN engagiert sich im Münchner Medienkompetenz-Netzwerk „Interaktiv“ und im bundesweiten Fachverband GMK (Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur) sowie in Vernetzung mit zahlreichen Kooperationseinrichtungen. Das SIN wurde 1998 mit dem Deutschen Kinderkulturpreis ausgestattet und erhielt als erste Einrichtung 1999 den Dieter-Baacke-Preis der GMK. Für sein „herausragendes, innovatives und nachhaltiges Engagement innerhalb der Medienpädagogik“ wurde Hans-Jürgen Palme im Jahr 2023 mit der Ehrenmitgliedschaft der GMK ausgezeichnet.
Derzeit realisiert das SIN proJahr rund 700 Veranstaltungen für mehr als 12.000 Teilnehmende, darunter diverse Vorträge, Workshops, Fortbildungen, Aktionstage und Elternabende für sämtliche Ziel- und Altersgruppen. Daneben veröffentlicht das SIN-Team zahlreiche Fachartikel, Flyer, Broschüren,Erklärvideos, Infomails und Online-Tutorials.
Zu den inhaltlichen Highlights zählen Fachtagungen wie das „Gautinger Internettreffen“ und der „Fachtag Kinder in der Wissensgesellschaft“, Events wie der „Münchner Elternabend Medien“ und das „SIN-Festival“, Projekte wie die Kinder-Info-App „KABU“ und das Schulprojekt „Du und das Internet“ sowie das (gemeinsam mit LittleLab betriebene) „Kreativlabor Freiham“ für MINT, Medien & Making. Das SIN wirkt zudem bei der bayernweiten Qualifizierungskampagne „Startchance kita.digital+Sprache“ mit sowie bei den medienpädagogischen Teamfortbildungen für städtische Kindertageseinrichtungen.
Die Aktivitäten des SIN werden u.a. gefördert vom Sozialreferat/Stadtjugendamt, Kulturreferat und Referat für Bildung und Sport der Landeshauptstadt München.
Hans-Jürgen Palme hat sich 2022 aus der ersten Reihe zurückgezogen und die Geschäftsführung an Sonja di Vetta und Björn Friedrich übergeben. Als Vorstand des SIN e.V., Buchführer und „gute Seele“ des „Hauses der Medienbildung“ in Großhadern bleibt er jedoch weiter aktiv.
Im SIN-Team blicken wir mit Stolz auf 30 Jahre Historie zurück – und mit Zuversicht in die Zukunft. „Trotz aktueller Sparzwänge der öffentlichen Hand werden wir uns weiterhin für innovative medienpädagogische Impulse einsetzen, um eine sinnvolle Mediennutzung zu fördern. Gemäß unserem Leitbild fördern wir die aktive, kreative Medienarbeit und widmen uns der kulturellen sowie politischen Medienbildung”, so das Team.