Karnik Gregorian gestaltet Schreib-Residency in der Monacensia

Der Münchner Journalist, Autor und Regisseur Karnik Gregorian ist ab Oktober Schreibresident in der Monacensia im Hildebrandhaus. (Foto: Lothar Reichel)
Der Münchner Journalist, Autor und Regisseur Karnik Gregorian ist ab Oktober Schreibresident in der Monacensia im Hildebrandhaus. (Foto: Lothar Reichel)
Der Münchner Journalist, Autor und Regisseur Karnik Gregorian ist ab Oktober Schreibresident in der Monacensia im Hildebrandhaus. (Foto: Lothar Reichel)
Der Münchner Journalist, Autor und Regisseur Karnik Gregorian ist ab Oktober Schreibresident in der Monacensia im Hildebrandhaus. (Foto: Lothar Reichel)
Der Münchner Journalist, Autor und Regisseur Karnik Gregorian ist ab Oktober Schreibresident in der Monacensia im Hildebrandhaus. (Foto: Lothar Reichel)

­Der Münchner Journalist, Autor und Regisseur Karnik Gregorian ist von Oktober bis Dezember 2026 Schreibresident in der Monacensia im Hildebrandhaus (Maria-Theresia-Straße 23). In seinem Programm stellt er die Lebensgeschichten von Frauen der ersten und zweiten Generation der sogenannten „Gastarbeiter*innen“ ins Zentrum.

Ausgangspunkt ist Gregorians eigene Familienbiografie: die Migration seiner Eltern nach Deutschland, der frühe Tod seiner Mutter infolge einer Krebserkrankung sowie das Schweigen über Krankheit, Belastungen und familiäre Erfahrungen. Diese persönliche Geschichte öffnet den Blick auf strukturelle Fragen über Familien und weibliche Migrationserfahrungen.

»Ich möchte in meiner Residency das Leben von Frauen mit einer migrantischen Biografie sichtbar machen, die erst zum Arbeiten nach Deutschland gekommen sind und dann ihr ganzes Leben hier verbracht haben”, erläutert Karnik Gregorian, der armenische Wurzeln hat.

Der Auftakt ist am 6. Oktober

Der Auftakt ist am Dienstag, 6. Oktober, um 19 Uhr mit der Veranstaltung »Das geschenkte Schweigen«. Im Fokus steht die Erinnerung an die Mutter: Karnik Gregorian schaut und kommentiert mit seinen Schwestern Margrit und Karen Gregorian seinen 2003 veröffentlichten Dokumentarfilm »Die Gerichte meines Vaters«, in dem er zum ersten Mal mit seinem Vater über die verstorbene Mutter gesprochen hat.

Die Frage wie man familiäres Schweigen brechen und mit Familienangehörigen ins Gespräch kommen kann, steht auch im Zentrum des Workshops »Familiengeschichten erfragen« am Samstag, 10. Oktober, von 11 bis 16 Uhr, in dem Gregorian den Workshop-Teilnehmenden seine Erfahrungen und Interviewtechniken mit an die Hand gibt.

Im zweiten Teil der Schreib-Residency in der Monacensia widmet der Autor sich den Erfahrungen der »Gastarbeiter*innen«. Am Dienstag, 24. November, spricht Gregorian mit der Autorin Özlem Özgül Dündar über die titelgebende Frage »Wie lange bleibt man Gast?« sowie über den Druck und die Verpflichtung, die Autorinnen und Autoren spüren, sich dem Thema Migration zu widmen, wenn das in der eigenen Biografie eine Rolle spielt.

Abschluss mit Lesung aus »Teutonistan«

Den Abschluss bildet die Veranstaltung »Fiktion und Zeitzeuginnenschaft: Teutonistan im Gespräch mit Berrin Önler-Sayan«. Im Theaterstück »Teutonistan« (Regie Bülent Kullukcu und Karnik Gregorian, Uraufführung 2025) verbinden sich Dokumentation und Fiktion. Am Donnerstag, 10. Dezember, um 19 Uhr lesen die Schauspielerin Anne-Isabelle Zils und der Regisseur Bülent Kullukcu Szenen aus dem Theaterstück und sprechen darüber zudem mit der Zeitzeugin Berrin Önler-Sayan, die in den 1980ern politische Kämpfe migrantischer Frauen in Deutschland mitorganisierte.

Zu allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei, nur für den Workshop bitten die Veranstalter um Anmeldung per E-Mail an monacensia.programm@muenchen.de.

Schreib-Residency

Seit 2022 vergibt die Monacensia jährlich eine Schreib-Residency an Münchner Autorinnen und Autoren – als Raum für literarische Arbeit, Austausch und programmatische Mitgestaltung. Im Austausch mit den Residenten wird die Residency kontinuierlich weiterentwickelt. Karnik Gregorian folgt auf Dana von Suffrin, das Turtle-Kollektiv, Annegret Liepold und Elvira Steppacher. Die #SchreibResi wird 2026 von der Richard-Stury-Stiftung gefördert.

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