Die München Klinik (MüK) ist mit ihren vier Notaufnahmen und jährlich rund 150.000 versorgten Notfallpatienten der größte Notfallversorger in München. Im Rahmen des zentralen Projekts ZNA20++ (Zentrale Notaufnahme) stellt die MüK ihre Notfallversorgung neu und besser auf – entlang des gesamten Patientenwegs, von Ankunft über Diagnostik und Behandlung bis zur ambulanten Entlassung oder stationären Aufnahme. Das Ziel: Eine Notfallversorgung mit einheitlichen Prozessen und Standards, nahezu keiner Wartezeit für Patienten, kurzer Verweildauer, keinen Abmeldezeiten und zufriedenem Personal. Das Konzept wurde bereits in Cottbus erfolgreich umgesetzt und nach dem ersten Projektjahr zeigen sich auch in der MüK und insbesondere am Standort Harlaching erste messbare Erfolge.
So konnte in der MüK die Gesamt-Abmeldequote der Notaufnahmen bei der Rettungsleitstelle bereits um rund 60 Prozent reduziert werden, das heißt, die Notfallversorgung in den MüK-Notaufnahmen ist für die Rettungsdienste deutlich besser verfügbar. In allen Notaufnahmen in Bogenhausen, Schwabing, Harlaching und Neuperlach wurden dazu einheitliche medizinische Standards eingeführt und ein umfangreiches Schulungskonzept etabliert. Im Rahmen des Projekts ZNA20++ wird in allen Notaufnahmen der MüK eine einheitliche Willkommenskultur etabliert, um Patienten höflich, schnell, standardisiert und qualitativ hochwertig medizinisch ersteinzuschätzen.
Ein zentrales Ziel des Projektes ZNA20++ ist es, die Wartezeit für Patienten in den Notfallzentren auf möglichst null Minuten zu reduzieren. In der München Klinik Harlaching ist hier bereits ein wichtiger Zwischenschritt gelungen, das Wartezimmer ist dort nahezu durchgehend leer. In 80 Prozent der Fälle werden Notfallpatienten in Harlaching also ohne Wartezeit versorgt – und das bei jährlich rund 40.000 versorgten Notfallpatienten am Standort. Das ist in Bayerns Notaufnahmen bislang einzigartig. Im Harlachinger Neubau ermöglichen kurze Wege eine optimale Notfallversorgung auch für Schwerstverletzte, die vom Heli-Dachlandeplatz per Expressaufzug direkt in den Schockraum gelangen.
Zentral in der Notaufnahme wurde eine sogenannte „Holding Area“ eingerichtet, die als beidseitige Entlastung für die Notaufnahme und die Stationen bei den Zu- und Abverlegungen dient. Patientenströme innerhalb des Krankenhauses unterbrechen auf diese Weise nicht regelmäßig die Versorgungsabläufe im Notfallzentrum bzw. auf den Stationen, sondern werden in die zeitliche Verfügbarkeit integriert. Eigens dafür geschulte Pflegekräfte (sogenannte Flowmanager) sichern die reibungslosen Prozessabläufe vor Ort. Diese Maßnahmen tragen zu einer effizienteren Versorgung bei: Die Verweildauer der Patienten bis zur Entlassung bzw. Verlegung auf Station konnte in der Harlachinger Notaufnahme seit Projektstart bereits halbiert werden und beträgt nun im Median 2,9 Stunden. Durch die räumliche Nähe der Erwachsenen- und Kindernotaufnahme sowie der angegliederten KV-Bereitschaftspraxen wurde im Neubau außerdem eine eng verzahnte, integrierte Notfallversorgung geschaffen, die perspektivisch um telemedizinische Behandlungsmöglichkeiten erweitert werden soll.