Sie fehlen einem erst, wenn sie nicht mehr sprudeln. Öd und leer stehen sie da, die Münchner Brunnen – einer davon, der Fischbrunnen sogar mit Holz verschalt. Denn zehn städtische Brunnenanlagen sind Anfang Juli zum Wassersparen abgestellt worden, darunter auch der Neptunbrunnen im Alten Botanischen Garten und die Kaskaden an der Münchner Freiheit. Angesichts der Bedeutung für die Aufenthaltsqualität vor Ort und weil die Verbrauchswerte bei der Trinkwasserversorgung ferienbedingt nun sinken, hat das Baureferat diese beiden Brunnen wieder aufgedreht. Endlich ist Neptun wieder in seinem angestammten Element und die Besucher des Parks, aber auch der Münchner Freiheit, können sich wieder an dem Plätschern und dem schönen Anblick der Wasserspiele erfreuen.
Wegen der Hitze und der bereits seit langen anhaltenden Trockenheit musste der Frischwasserverbrauch gesenkt werden, wozu seit 1. Juli der Wasserverbrauch der städtischen Brunnen kurzfristig um über 40 Prozent reduziert wurde. Hierfür sind zehn der 200 Zierbrunnen, die aufgrund technischer oder örtlicher Gegebenheiten besonders viel Wasser verbrauchen, abgeschaltet worden. Bei 56 Brunnen, bei denen bereits Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik (MSR-Technik) verbaut ist, ist die Betriebszeit von 14 auf 10 Stunden täglich reduziert: Vorher liefen sie von 8 bis 22 Uhr, jetzt nur noch von 10 bis 20 Uhr. Damit wird sichergestellt, dass die Brunnen während der heißesten Tageszeiten weiterhin in Betrieb sind und gleichzeitig der Wasserverbrauch sinkt.
Aber nicht nur in Schwabing und der Maxvorstadt sprudelt es wieder. Auch für den Fischbrunnen am Marienplatz steht der Plan für den Weg zurück in den regulären Betrieb schon fest: Münchens bekannter Treffpunkt wird noch im August mit Steuerungstechnik nachgerüstet. Danach kann er mit verkürzter Laufzeit wieder laufen und verbraucht dabei deutlich weniger Wasser als vorher.
Von den insgesamt 200 städtischen Zierbrunnen sind übrigens 50 gleichzeitig Trinkbrunnen, was ebenfalls – besonders bei Hitze – dem Gesundheitsschutz dient. Einer davon ist der Augenbrunnen am Marienplatz. Dort hat sich schon so mancher Tourist oder Einheimische die Wasserflasche aufgefüllt. Auf dem Viktualienmarkt, ganz in der Nähe, sprudelt Trinkwasser gleich aus acht Brunnen, darunter einem der Karl Valentin gewidmet ist. Wem's dort nicht schmeckt, kann es am Weiß-Ferdl-, am Roider-Jackel-, am Honig- oder am Kartoffelbrunnen versuchen. Die drei weiteren Durstlöscher-Stationen zieren Statuen der Schauspielerin und Komödianten Ida Schumacher, von Liesl Karlstadt und der Volksschauspielerin Elise Aulinger – der Erfinderin der „Ratschkatl”. Eine Liste aller Trinkwasserbrunnen in München findet man unter geoportal.muenchen.de/portal/trinkwasserbrunnen/.