Veröffentlicht am 17.07.2026 14:20

Reorganisation des Profifußballs bei 1860

Profifußball unter neuer Flagge: Florian Niederlechner und Geschäftsführer Thomas Probst. (Foto: TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH)
Profifußball unter neuer Flagge: Florian Niederlechner und Geschäftsführer Thomas Probst. (Foto: TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH)
Profifußball unter neuer Flagge: Florian Niederlechner und Geschäftsführer Thomas Probst. (Foto: TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH)
Profifußball unter neuer Flagge: Florian Niederlechner und Geschäftsführer Thomas Probst. (Foto: TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH)
Profifußball unter neuer Flagge: Florian Niederlechner und Geschäftsführer Thomas Probst. (Foto: TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH)

Die Reorganisation des Profifußballs beim TSV 1860 München schreitet weiter voran. Inzwischen haben die ersten Spieler Verträge mit der neuen Spielbetriebs-GmbH unterschrieben. Als „historischen Moment“ bezeichneten in einer Presseaussendung die Vereinsverantwortlichen die Unterzeichnung des ersten Kontrakts. Die Ehre gebührte dem gebürtigen Berliner Tunay Deniz (32), der mit seiner Familie mittlerweile München zu seinem Lebensmittelpunkt hat werden lassen. „Der Verein ist mir ans Herz gewachsen. Meine ersten Ansprechpartner waren daher ganz klar die Löwen, und ich freue mich sehr, dass es nun mit der Vertragsunterschrift geklappt hat.“

Deniz, der 114 Spiele in der 3. Liga sowie 208 Spiele in den Regionalligen Nordost und Südwest (71 Treffer und 68 Vorlagen) in seiner Vita stehen hat, fehlte den Giesingern in der vergangenen Spielzeit lange Zeit wegen einer Knieverletzung. Doch der Mittelfeldspieler soll erst der Anfang sein. „Mit diesem besonderen Moment fällt der Startschuss für die Zusammenstellung einer schlagkräftigen Mannschaft“, versprechen die Verantwortlichen. Deniz soll die junge Mannschaft mit seiner Erfahrung führen.

Kurz darauf wurde der nächste Neuzugang verkündet: ein Rückkehrer. Vom Regionalligisten BSG Chemie Leipzig wechselt der 23-jährige Außenverteidiger Julian Bell zurück nach München, wo er im Nachwuchsleistungszentrum der Löwen ausgebildet wurde. „Der Abschied aus Leipzig ist mir nicht leichtgefallen“, sagt Bell. „Ich war dort Stammspieler und konnte in der Rückrunde fast jedes Spiel von Anfang an bestreiten. Dennoch freue ich mich jetzt extrem, dass ich wieder da bin, wo meine Fußballkarriere begonnen hat. Ich möchte hier den nächsten Schritt in meiner Entwicklung gehen und dazu beitragen, dass die Löwen so erfolgreich wie möglich sind.“ Aus der letztjährigen U21-Mannschaft, die die Meisterschaft in der Bayernliga Süd errang, unterzeichneten zudem Brahim Moumou, Benedikt Hoppe, Top-Scorer Cristian Leone und Raphael Wach einen Vertrag für die kommende Saison.

Mit dem früheren Bundesliga-Profi Florian Niederlechner (35) hat sich ein weiterer prominenter Spieler zum Neustart beim TSV 1860 München bekannt. Der Stürmer war zuletzt beim österreichischen Zweitligisten SV Austria Salzburg im Gespräch gewesen. Wie die Salzburger mitteilten, sei man sich bereits weitgehend einig gewesen, ehe Niederlechner einen Rückzieher machte und nun doch für die Löwen auflaufen will. „Schon bei meiner letzten Verlängerung habe ich gesagt, dass meine Zeit noch nicht vorbei ist, und dass ich noch ein paar Tore für die Löwen schießen muss. Daran hat sich nichts geändert“, erklärt Niederlechner in einer Vereinsmitteilung der Löwen.

Indessen wurden in Giesing auch abseits des Platzes die Weichen für die Zukunft gestellt. So gab der TSV 1860 München am Montag bekannt, eine Vereinbarung über das Ticketing mit einem Dienstleister getroffen zu haben. Am darauffolgenden Tag vermeldeten die Giesinger, dass mit der Stadt München ein Abkommen über die Nutzung des Grünwalder Stadions für die kommende Saison erzielt wurde. Darüber hinaus wurde mit dem Münchner Unternehmen Societas, das in den vergangenen beiden Jahren bereits Textilien für den Mutterverein produziert hat, ein Ausrüstervertrag geschlossen.

Auch mit der sich in Vorinsolvenz befindlichen KGaA, die zu 60 Prozent Hasan Ismaik gehört, hat die neue Gesellschaft eine Übereinkunft getroffen. Sie „mietet” die vorhandene Infrastruktur an der Grünwalder Straße 114 an. Wie die Gesellschaft mitteilt, wurde mit dem Insolvenzverwalter Max Liebig ein befristeter „Vertrag über die temporäre und entgeltliche Bereitstellung von Dienstleistungen und Infrastruktur” geschlossen. „Mit dieser Vereinbarung werden die organisatorischen, operativen und infrastrukturellen Voraussetzungen für den bevorstehenden Spielbetrieb in der Regionalliga Bayern geschaffen.” Das bedeutet in der Praxis, dass die Mannschaft wie gewohnt an der Grünwalder Straße 114 trainieren und die Räumlichkeiten nutzen kann. Zudem erhält die neue Spielbetriebs-GmbH logistische Unterstützung bei der Durchführung der ersten Spieltage. (as)

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