Einen bildungs- und informationsreichen, kurzweiligen Nachmittag erwarteten die Besucher beim Vortrag von Dr. Michael Rappenglück im Stadtmuseum Germering. Es passierte viel mehr und anderes: Rappenglück lud zu einem Par-force-Ritt durch die Menschheitsgeschichte ein: vom magisch-mythischen Vermischen von Natur- und Menschenwelt bei den Jägern und Sammlern über die Revolution der Wahrnehmung im Zeitalter von Vernunft und Technisierung und die Idee vom Kosmos, die im 19. Jahrhundert Gestalt annahm, bis in unsere Zeit.
Heute treibt, so konstatierte Rappenglück, immer neue Erkenntnis die Wissenschaft an. Und dennoch wisse man entgegen landläufiger Selbsteinschätzung nur einen äußerst kleinen Bruchteil sicher. Früher hätten dagegen die meisten Erfinder ihre Erkenntnisse für sich behalten. Dies bedeute aber nicht, dass es nicht zahlreiche Erfindungen gegeben habe, die weit jenseits der Möglichkeiten liegen, die wir Heutigen den Menschen, die früher lebten, zuschreiben.
Rappenglücks Interesse ist die kulturhistorische Interpretation archäologischer Funde. Die Beweisführung erfolgt aufgrund astronomischer Daten, die erst seit wenigen Jahrzehnten so erhoben werden können, dass es möglich ist, Annahmen der Archäologie zu hinterfragen und weitergehende Deutungen bereitzustellen. Rappenglück verbindet solche naturwissenschaftlich erhobenen Fakten mit globalem kulturhistorischen Wissen.
Die letzten beiden Kapitel des Vortrags lauteten unter anderem: Anthropozän und Multiversum im 21. Jahrhundert und KI in der Astronomie: heute & morgen.