Das städt. Baureferat hat die Arbeiten an der Wolfratshauser Straße zwischen Josephinenstraße und Siemensallee fertiggestellt. Der Umbau schließt eine Lücke im Wegenetz für klimaschonende Mobilität. Es ist eine neue, komfortable und durchgängige Fuß- und Radverbindung entlang der Wolfratshauser Straße zwischen Solln und Obersendling entstanden.
„Der verkehrssichere Ausbau dieses Abschnitts der Wolfratshauser Straße wird schon seit Jahrzehnten gefordert und wir sind froh, dass diese verkehrssichere Verbindung zwischen Solln und Obersendling nach langer Planung zum Nutzen aller Verkehrsteilnehmer endlich realisiert wurde”, freute sich Bezirksausschussvorsitzender Ludwig Weidinger.
Die Wolfratshauser Straße ist Teil der Bundesstraße B 11. Sie ist eine wichtige Hauptverkehrsstraße und zugleich eine wichtige Radroute zwischen dem Münchner Süden und der Innenstadt. Vor dem Umbau fehlten in Teilbereichen durchgängige Geh- und Radwege. Zudem entsprach der Straßenaufbau nicht dem Stand der Technik. Auf 1.020 Metern hat das Baureferat nun neue Geh- und Radwege mit Sicherheitsstreifen errichtet. Das Queren der stark befahrenen Straße ist jetzt leichter. Zwei neue Querungsstellen in der Fahrbahnmitte erhöhen die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrende. Die Querungsinsel bei der Großhesseloher Straße schafft zusätzlich Platz für linksabbiegende Fahrzeuge und verbessert den Verkehrsfluss.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Kreuzung Noestraße. Hierfür wurde die Planung Anfang 2026 nochmals angepasst. Ziel war eine sichere und verständliche Führung für alle. Radfahrende und Fußgänger*innen können die Kreuzung nahezu ohne Höhenunterschied queren. Für Menschen mit Sehbeeinträchtigung gibt es Bodenindikatoren zur Orientierung. Entsprechende Verbesserungen wurden auch an der Beuerberger Straße und der Ascholdinger Straße umgesetzt.
Zwischen den beiden Bushaltestellen „Krankenhaus Martha-Maria“ hat das Baureferat eine barrierefreie Querung gebaut. Für Rollstuhl- und Rollatornutzer ist der Bordstein auf 0 Zentimeter abgesenkt. Für blinde und sehbehinderte Menschen bleibt eine 6 Zentimeter hohe Bordsteinkante ertastbar. Bodenindikatoren und akustische Signale an der Ampel unterstützen zusätzlich bei der Orientierung. Auch die Bushaltestellen „Krankenhaus Martha-Maria“ selbst wurden neu angeordnet und barrierefrei ausgebaut. Die Haltekanten sind für Buszüge geeignet und ermöglichen einen stufenlosen Einstieg. Davon profitieren insbesondere mobilitätseingeschränkte Fahrgäste, Besucher des Krankenhauses, ältere Menschen, Menschen mit Kinderwagen sowie Fahrgäste mit Gepäck.
Das Baureferat hat außerdem die Fahrbahn erneuert und die Straßenentwässerung verbessert. Niederschlagswasser kann in Teilbereichen über seitliche Mulden versickern. Damit wird die Entwässerung an den Stand der Technik angepasst und überwiegend nach dem Schwammstadtprinzip umgesetzt.
Bei der Planung wurde darauf geachtet, Eingriffe in Natur und Landschaft so gering wie möglich zu halten. Eine stadtbildprägende Esche nördlich der Noestraße bleibt erhalten. Der neue Geh- und Radweg führt um den Baum herum. Für den Ausbau mussten Gehölze und 29 Bäume entfernt werden. Das Baureferat pflanzt 17 Bäume neu. Zusätzlich wird das Laubwäldchen nördlich der Noestraße mit angeschlossener Obstwiese um mehr als 3.000 Quadratmeter erweitert.
Die Projektkosten liegen bei rund 13,5 Millionen Euro. Voraussichtlich werden rund 3,65 Millionen Euro zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden sowie rund 97.500 Euro für den barrierefreien Umbau der Bushaltestellen über das Bayerische Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz gefördert.
„Der verkehrssichere Umbau der Wolfratshauser Straße verbessert die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer*innen. Radfahrende und Fußgänger*innen haben nun mehr Platz und eine klarere Führung. Gleichzeitig haben wir die Straße barrierefrei und zukunftsfähig umgebaut. Unser ganzheitlicher Planungsansatz hat aber auch den Baumschutz, den Umweltschutz und das an dieser Stelle besondere Landschaftsbild berücksichtigt”, so Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer.
„Die Wolfratshauser Straße ist eine wichtige Verkehrsader aus dem Süden; nicht nur für den Kfz-Verkehr, sondern auch für den Radverkehr. Mit dem Abschluss der Arbeiten ist eine wichtige Lücke für die Radfahrenden geschlossen worden. Und auch jene, die zu Fuß unterwegs sind, profitieren von den neuen Gehwegen und den besseren Querungsmöglichkeiten”, sagte Mobilitätsreferent Georg Dunkel.