Veröffentlicht am 02.03.2026 16:02

75.000 Euro bei Trickbetrügereien erbeutet!

Im Zweifelsfall die Polizei unter der Tel. 110 anrufen - hier wird man gut beraten.  (Foto: hw)
Im Zweifelsfall die Polizei unter der Tel. 110 anrufen - hier wird man gut beraten. (Foto: hw)
Im Zweifelsfall die Polizei unter der Tel. 110 anrufen - hier wird man gut beraten. (Foto: hw)
Im Zweifelsfall die Polizei unter der Tel. 110 anrufen - hier wird man gut beraten. (Foto: hw)
Im Zweifelsfall die Polizei unter der Tel. 110 anrufen - hier wird man gut beraten. (Foto: hw)

Während die Zahl der Wohnungseinbrüche derzeit erfreulicherweise abnimmt, bleibt die Zahl der Trickdiebstähle leider konstant hoch. Dabei werden die Trickdiebe immer dreister und gleichzeitig immer raffinierter, wenn es darum geht, ehrlichen Bürgern das Geld aus der Tasche zu ziehen. So geschehen am 13. Februar in Kirchseeon. Hier gelang es bislang unbekannten Täter mit der überregionalen Betrugsmasche „Schockanruf” einen Bargeldbetrag in Höhe von 25.000 Euro zu erbeuten. Die Kriminalpolizeiinspektion Erding hat die weiteren Ermittlungen übernommen.
Eine 89-jährige Rentnerin aus Kirchseeon erhielt einen Anruf einer bislang unbekannten Täterin. Diese gab sich gegenüber der Seniorin als ihre Tochter aus. Unter Tränen erzählte sie der Seniorin, dass sie in einen schweren Verkehrsunfall mit einer getöteten Person verwickelt sei. Eine Haftstrafe könne sie nur durch die Zahlung einer Kaution abwenden. Durch den am Telefon ausgeübten Druck erklärte sich die gutgläubige Geschädigte bereit, die Kaution in Höhe von 25.000 Euro zu zahlen. Im weiteren Verlauf des über Stunden andauernden Gesprächs kam ein unbekannter Abholer zur Wohnung der Rentnerin. Sie übergab ihm ein Kuvert mit dem Bargeld. Der Abholer konnte unerkannt verschwinden.
Erst zwei Stunden nach der Geldübergabe kamen der Dame Bedenken, woraufhin sie sich bei der Polizei meldete. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen verliefen ohne Erfolg.

Am 18. Februar ereilte es eine Rentnerin in Vaterstetten. Am frühen Nachmittag erhielt die Rentnerin einen Anruf einer angeblichen Polizeibeamtin, die mitteilte, dass ihre Schwiegertochter einen Verkehrsunfall verursacht hätte, bei der ein Kind tödlich verletzt wurde. Nur durch Zahlung einer hohen Kautionssumme könne eine sofortige Haft verhindert werden. Die unter Druck gesetzte Seniorin ging auf die Forderung ein, lehnte allerdings den angedachten Übergabeort am Amtsgericht München ab, da sie nicht mobil war. Die Betrügerin vereinbarte deshalb eine Geldübergabe vor dem Anwesen der Dame in Vaterstetten. Zwischen 15.00 und 15.30 Uhr erschien eine Abholerin und nahm rund 50.000 Euro von der Rentnerin in Empfang. Nachdem die Frau im Nachgang ihre Schwiegertochter kontaktierte und erfuhr, dass sie einem Betrug aufgesessen ist, verständigen sie die Polizei. Personenbeschreibung: weiblich, ca. 20 Jahre alt, rote Haare, heller Mantel. Die Kriminalpolizei Erding bittet Zeugen, die im Bereich Bahnhofstraße / Ramsauer Weg / Möschenfelder Straße verdächtige Wahrnehmungen gemacht, sich unter der Telefonnummer 08122/868-0 zu melden

Die Kriminalpolizei rät:• Beenden Sie das Telefonat, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen.• Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotrufnummer 110 an! Das machen nur Betrüger. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste!• Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an!• Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.• Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen!• Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei!• Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!
Weitere Informationen zum Thema Schockanruf bzw. Betrug über Messengerdienste finden Sie im Internet auf den Seiten der Präventionskampagne LEGAUF!

Die Polizei warnt und rät auf jeden Fall zu einem Rückruf bei Familie, Hausverwaltung, Behörde oder den Notruf der Polizei (110). Die echte Polizei würde niemals jemanden auffordern, Wertgegenstände vor dem Wohnanwesen oder an anderen Örtlichkeiten abzulegen oder über Fernzugriff auf den Computer zugreifen. „Vergewissern Sie sich bitte durch einen Rückruf bei einer Polizeidienststelle, ob es sich tatsächlich um einen Polizeibeamten handeln könnte. Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung, die sich nicht eindeutig legitimieren können“, lautet daher der dringende Appell der Polizei an die Bevölkerung.
Wer sich durch einen Anruf bei seiner zuständigen Polizeibehörde über die Richtigkeit der Angaben informieren will, sollte darauf achten, den Hörer vorher aufzulegen und dann erst erneut zu wählen. Aber nicht nur als angebliche Polizisten geben sich die Verbrecher aus, sondern auch als Mitarbeiter anderer Behörden oder Handwerker. Deshalb gilt auch hier, Vorsicht ist besser als Nachsicht.

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