Was bedeutet es, wenn das Meer die eigene Heimat bedroht, Gletscher verschwinden oder Wasser so knapp wird, dass Landwirtschaft nicht mehr möglich ist? Die Ausstellung „Klimaflucht“ der Deutschen KlimaStiftung gibt darauf sehr persönliche Antworten. Lebensgroße Figuren erzählen von Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt, deren Leben durch den Klimawandel bereits heute tiefgreifend verändert wird. Bis Freitag, 30. Oktober, ist die Ausstellung im Landratsamt München (Mariahilfplatz 17) kostenlos zu den üblichen Öffnungszeiten sehen.
Die Geschichten führen unter anderem in den Südpazifik, nach Alaska und nach Bolivien. Eine Bewohnerin des Korallenatolls Tokelau berichtet etwa von steigendem Meeresspiegel, zunehmenden Zyklonen, langen Dürren und Trinkwassermangel. Obwohl die Menschen auf den Inseln selbst nur einen sehr kleinen Anteil zur globalen Erwärmung beitragen, bedroht der steigende Meeresspiegel ihre Heimat unmittelbar.
Die Ausstellung zeigt zugleich, dass die Folgen des Klimawandels nicht nur weit entfernte Regionen treffen. So berichtet ein Bewohner einer Hallig an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste vom steigenden Meeresspiegel und regelmäßigen Überflutungen. Ein Junge aus der Schweiz erzählt davon, wie tauender Permafrost das Leben und Arbeiten auf der Alp seiner Familie verändert.
Gerade diese Verbindungen machen die Ausstellung im Landratsamt besonders anschaulich: Denn wenn Gletscher schmelzen, fehlt andernorts Trinkwasser. Gleichzeitig trägt das Schmelzwasser zum Anstieg der Meeresspiegel bei - und bedroht Inseln und Küstenregionen, die tausende Kilometer entfernt liegen. Die persönlichen Geschichten zeigen damit anschaulich, was abstrakte Begriffe wie Erderwärmung, Meeresspiegelanstieg oder Klimafolgen im Alltag von Menschen bedeuten können.