Seit November 2018 gibt es in Freising das „FabLab“, in anderen Orten heißt es „MakerSpace“. In Deutschland gibt es in fast jeder größeren Stadt ein FabLab, also ein „Fabrikations-Labor“. Das in Freising ging 2018 aus dem ehemaligen Bürgernetz Weihenstephan hervor. Heute ist es in Vötting in der Bachstraße in einem alten Haus, das die Stadt Freising zur Verfügung stellt, beheimatet. Neben Repair-Cafés und dem „MakerKids“ für Kinder ab zehn Jahren, ist es ein Dorado für Bastler, die mit Holz, Pappe, Kunststoff, Metall, Elektrik oder Elektronik, wie auch mit Stoff oder Leder arbeiten wollen. Ein Treffpunkt zwischen HighTech und Handwerk – das mehr Mitstreiter und Helfer benötigt.
„Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der in Vötting eine offene Werkstatt betreibt. Das heißt, zu uns kann jeder kommen und vorhandene Werkzeuge, Geräte, Maschinen und unsere Infrastruktur gegen einen kleinen Betrag nutzen. Keiner muss sich also Messgeräte, Lötkolben, Nähmaschine oder einen 3D-Drucker kaufen, sondern kann diese unter Anleitung und nach Einweisung nutzen“, sagt Britta Feldner, die Vorsitzende des Freisinger FabLab-Vereins. So können Bastler und Handwerker an eigenen Projekten arbeiten, sich mit Anderen austauschen, gegenseitig anleiten oder gemeinsam an Projekten arbeiten.
Momentan haben sie im Verein 40 Mitglieder, aber es dürften gerne deutlich mehr sein. Denn an dem alten Haus mit seiner maroden Wasser- und Stromversorgung, das keine Heizung hat, gibt es ebenso wie in der Holzwerkstatt, in der Garage oder in den im Aufbau befindlichen Metall- und Fahrradwerkstätten ständig etwas zu tun, wo sie helfende Hände bräuchten, so Feldner.
In den verschiedenen Räumen gibt es viele moderne Maschinen. Das geht los bei Lasercuttern, mit denen man aus Holz, Kunststoff oder dicker Pappe Formen exakt ausschneiden kann, die man zuvor am PC in ein spezielles Programm eingegeben hat. Möglich sind auch tolle Gravuren von Glasbehältern. „Mit den ausgeschnittenen Teilen bauen wir kleine Schubladen ebenso wie Lampen, wie unseren legendären ‚Lichtsepp‘ oder kleine Spiele“, erläutert Feldner. Dazu kommen mehrere 3D-Drucker, mit denen man theoretisch jegliches Teil drucken kann und eine CNC-Fräse für die Holz- oder Aluminiumbearbeitung. In der Heißdraht-Schneidemaschine kann man Kunststoffe, wie etwa Styropor, bearbeiten. „Dazu haben wir ein gut ausgestattetes Elektronik-Labor mit allen möglichen Messgeräten sowie Lötkolben und zum Experimentieren diverse Mikrocontroller und Rasperry Pis inklusive Zubehör, wie Steckbretter, Jumperkabel, Sensoren und LEDs. Wir haben eine Nähmaschine für Stoff und Leder sowie eine gut eingerichtete Holzwerkstatt mit Sägen, Fräsen und Hobeln.“
Alle paar Wochen findet gemeinsam mit „Freischenk“ ein Repair-Café statt, da kommen jedes Mal bis zu 50 Freisinger mit defekten Geräten, vor allem Staubsauger, Toaster, Backöfen, Fernseher oder Radio. Den allermeisten können die Reparatur-Profis gegen eine kleine Spende helfen. Das nächste Repair-Café findet am Samstag, 9. Mai, um 15 Uhr statt.
Alle zwei Wochen ist am Freitag ab 15 der MakerKids-Workshop, hier können Kinder ab zehn Jahren nach Herzenslust basteln und werkeln. „Dazu haben wir regelmäßige Workshops und Maschinen-Einführungen. Am 4. Mai gibt‘s ab 19 Uhr den Flower-Power-Frühling-Workshop, der Kreatives, Freude am Gärtnern und moderne Technik wie einen Lasercutter verbindet. Da gestalten wir gemeinsam Pflanzenschilder, dekorative Reagenzglas-Blumenvasen und florale Deko.“