Veröffentlicht am 16.04.2026 15:22

Ehemaliger kmfv-Vorstand Ludwig Mittermeier verstorben

Nach längerer schwerer Krankheit ist Ludwig Mittermeier am 13. April verstorben. (Foto: Severin Vogl)
Nach längerer schwerer Krankheit ist Ludwig Mittermeier am 13. April verstorben. (Foto: Severin Vogl)
Nach längerer schwerer Krankheit ist Ludwig Mittermeier am 13. April verstorben. (Foto: Severin Vogl)
Nach längerer schwerer Krankheit ist Ludwig Mittermeier am 13. April verstorben. (Foto: Severin Vogl)
Nach längerer schwerer Krankheit ist Ludwig Mittermeier am 13. April verstorben. (Foto: Severin Vogl)

Nach längerer schwerer Krankheit ist der ehemaliger kmfv-Vorstand Ludwig Mittermeier am 13. April verstorben. Erst Ende Februar war er aus gesundheitlichen Gründen als Vorstand des Katholischen Männerfürsorgevereisn München e.V (kmfv) zurückgetreten.Mit seinem großen Engagement für die Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe in der Metropolregion München und insbesondere für die betroffenen Menschen hat er tiefe Spuren hinterlassen, die weit über seine Tätigkeit im kmfv hinausreichen. Durch seine klare Haltung, hohe Fachlichkeit, Souveränität und Menschlichkeit hat er die Menschen um sich herum stets inspiriert, motiviert und ihnen Orientierung gegeben. Der kmfv nimmt traurig Abschied von einem ganz besonderen Menschen.

Tätigkeit in Freising und Ebersberg

Nach seiner Tätigkeit als Kreisgeschäftsführer der Caritas-Zentren in den Landkreisen Freising und Ebersberg hatte der gelernte Heilerziehungspfleger und Diplom-Sozialbetriebswirt Ludwig Mittermeier das Vorstandsamt des kmfv 2014 übernommen. Über mehr als elf Jahre hinweg gestaltete er die Weiterentwicklung des kmfv entscheidend mit und setzte sich mit großem Engagement für wohnungslos und straffällig gewordene Menschen ein. Sein Anspruch war stets sich an den tatsächlichen Bedarfen der betreuten Menschen zu orientieren. Im Mittelpunkt sollte hierbei immer der Mensch stehen.

Hilfen deutlich ausgeweitet

Zu den prägenden Entwicklungen seiner Amtszeit zählt die deutliche Ausweitung des ambulanten Bereichs der Wohnungslosenhilfe in München sowie in den Landkreisen Freising und Landshut. Unter seiner Leitung führte der kmfv die Krankenwohnung für obdachlose Menschen ein und etablierte das Münchner Zahnmobil, mit denen wichtige Meilensteine in der medizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen in München gesetzt wurden. Mit der Realisierung des Quartiers Mittenheim in Oberschleißheim setzte Ludwig Mittermeier visionäre Maßstäbe dafür, wie soziale Träger aktiv zur Bewältigung der Wohnungsmarktkrise in der Metropolregion München beitragen können.

Neue Angebote geschaffen

Darüber hinaus entstanden unter seiner Führung wichtige neue Angebote, wie der Bus & Bahn Begleitservice für mobilitätseingeschränkte Personen, die Postbox M63 als Postannahmestelle für obdachlose und wohnungslose Menschen sowie der Wohnungsnotfallfonds. Gemeinsam mit sechs weiteren Trägern der Wohnungslosenhilfe initiierte Mittermeier zudem das Netzwerk Wohnungslosenhilfe, um die Lebenssituation der betroffenen Personen nachhaltig zu verbessern und die Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.
Ein besonderes Anliegen war ihm auch die Verbindung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischer Arbeit. So wurden während seiner Amtszeit die SeeWolf-Studie zur seelischen Gesundheit wohnungsloser Menschen im Großraum München sowie ein Forschungsprojekt zu innovativen Ansätzen in der Gesundheitsversorgung wohnungsloser Menschen abgeschlossen.

Ein Mensch mit Haltung

Auch die Würde verstorbener wohnungsloser Menschen lag ihm am Herzen. Auf seine Initiative hin entstand ein Gräberfeld am Friedhof Perlacher Forst, ebenso wie ein jährlicher Gedenkgottesdienst.
Was insbesondere in Erinnerung bleibt, ist, dass Ludwig Mittermeier ein Mensch mit Haltung, mit Wärme, mit einer beeindruckenden Klarheit und einer besonderen Mischung aus Mut und Herzlichkeit war. Selbst in herausfordernden Situationen konnte er Menschen stärken, Vertrauen schenken und mit seinem Humor eine Leichtigkeit schaffen. Er hatte die Gabe zuzuhören, Menschen zusammenzubringen und im Sinne der Sache zu gewinnen, Brücken zu bauen und über den Tellerrand hinauszuschauen.

Nie Verantwortung gescheut

„Wir sind tief betroffen von der Nachricht, dass Ludwig Mittermeier verstorben ist. Mit außergewöhnlichem Engagement, Weitblick und menschlicher Wärme hat er den kmfv über ein Jahrzehnt als Vorstand geprägt. Sein Einsatz für die Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe in der Metropolregion München hat tiefe Spuren hinterlassen, die weit über unseren Verein hinausreichen. Wir verlieren mit ihm einen Menschen, der Verantwortung nie gescheut und sich stets mit Herz und Überzeugung für die von uns betreuten Menschen eingesetzt hat. Unser tiefstes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden“, erklärt Prof. Dr. Peter Franz Lenninger, Vereinsratsvorsitzender des kmfv.

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