Das Isarwerk 1 gehört zu den historischen Wasserkraftwerken der Stadtwerke München (SWM). Es prägt seit mehr als einem Jahrhundert die Energieversorgung der Stadt. Die bestehenden drei Turbinen (Doppelzwillings-Francis-Turbinen) stammen aus den Jahren 1907 und 1915 und stehen als technische Zeitzeugen für die lange Geschichte der Wasserkraftnutzung an der Isar. Nun erweitern die SWM das Wasserkraftwerk um eine moderne, doppelt regulierte Kaplan-Turbine. Diese wird so in den Standort integriert, dass die historische Substanz erhalten und die denkmalgeschützten Bestandsanlagen geschont werden.
Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer der SWM, erklärt: „Durch die zusätzliche vierte Turbine kann das Isarwerk 1 mehr Wasser zur Stromerzeugung nutzen und so das vorhandene Potential besser ausschöpfen. Gleichzeitig werden die historischen Maschinen insbesondere in Betriebssituationen im Teillastbereich entlastet, denn hier hat die neue Maschine einen deutlich besseren Wirkungsgrad. Dies steigert die Energieausbeute der Gesamtanlage um mehr als 10 Prozent, erhöht die Betriebs- und Versorgungssicherheit, reduziert den Verschleiß und unterstützt den langfristigen Erhalt des denkmalgeschützten Maschinenbestands.“
Insgesamt können mit der neuen Turbine zusätzlich rund 1,8 Millionen Kilowattstunden Strom aus regionaler Wasserkraft erzeugt werden. Das entspricht dem Bedarf von rund 700 Münchner Haushalten (bei einem Verbrauch von 2.500 Kilowattstunden/Jahr). „Wir bauen die 'Erneuerbaren' weiter konsequent aus”, so Braun, „der Schwerpunkt liegt dabei auf München und der Region. Dem Zubau der erneuerbaren Energien sind in der Stadt jedoch Grenzen gesetzt. Um das vorhandene Potenzial dennoch bestmöglich zu nutzen, optimieren die SWM bestehende Anlagen.
Neben der technischen Modernisierung werden auch gewässerökologische Verbesserungen umgesetzt. Für einen noch besseren Fischschutz verringern die SWM den Rechenstab-Abstand der Turbineneinlaufrechen und ermöglichen die Ableitung von Fischen zu einer Fischpassage ins Unterwasser. Damit verbessern die SWM das Sekundärhabitat Werkkanal, das insbesondere in Zeiten wie der diesjährigen Trockenperiode ein wichtiger Rückzugsraum für viele Wasserlebewesen ist.
Geplant ist, das Projekt 2027 oder spätestens 2028 zu realisieren. Die Umbauzeit wird voraussichtlich eineinhalb Jahre dauern.