Am Montag, 19. Oktober, findet die nächste Ausgabe der Lesereihe LIX (Literatur im HochX) statt. Zu Gast sind der Autor und Lyriker Ozan Zakariya Keskinkılıç, die Lyrikerin und Übersetzerin Odile Kennel sowie die in München lebende Schriftstellerin Derya Uzun. Die Lesung im Theater HochX (Entenbachstraße 37) beginnt um 20 Uhr. Es gilt wieder ein gestaffeltes Preissystem von 6 Euro Mindestpreis bis 20 Euro Support-Ticket.
Ozan Zakariya Keskinkılıç gelingt es, in seinem Debütroman „Hundesohn” mit seiner poetischen Sprache, durch rhythmische Wiederholungen und über die Magie des Abzählens einen totalen Sog auszuüben. Er erzählt mehrsprachig, humorvoll und nah dran am körperlichen und sinnlichen Erleben von einer schwulen Liebesgeschichte und reflektiert dabei über Themen wie Queerness, Rassismus oder Religion.
Odile Kennels Gedichte sind Liebeserklärungen - an alles, was einen Körper hat: eine Zahnbürste, ein Gedicht, die Sprache, der Mond, ein Lippenstift. Bei ihr wird alles zum Lustobjekt, alles darf begehrt werden. Doch ihre Texte handeln nicht nur von Lust - ihre Sprache ist es selbst: verliebt, verspielt, nah, konkret, genussvoll. Wer diese Gedichte liest, spürt: Hier wird Lust nicht nur beschrieben, sie wird erlebbar in der Lyrik selbst.
Derya Uzun erzählt in ihrer Kurzgeschichte „Fragmente eines Suizids” vom schwierigen Verhältnis einer Tochter zu ihrer psychisch kranken Mutter. In schlaglichtartigen Episoden schildert sie den Spagat der Hauptfigur zwischen akademischer Laufbahn und schmerzhaftem Familienbackground. Das ist einerseits zutiefst tragisch - dank Derya Uzuns pointierten, lakonischen Sätzen aber auch immer wieder schrecklich komisch.
Die Veranstalterinnen der seit 2019 existierenden unabhängigen Lesereihe für zeitgenössische Literatur sind die Autorin und Dramaturgin Raphaela Bardutzky, die Autorin, Literaturwissenschaftlerin und Kuratorin Rebecca Faber sowie die Autorin und Literaturvermittlerin Christina Madenach.