Am 25. August jährt sich wieder der Geburtstag von König Ludwig II., der im Jahr 1845 geboren wurde und Bayern ab 1864 regierte. Sagenumwoben und weit über Bayern hinaus ist König Ludwig II. auch noch knapp 140 Jahre nach seinem Tod bekannt und beliebt. Allein sein Schloss Neuschwanstein zieht jährlich rund 1,4 Millionen Besucher weltweit an. Walt Disney nahm Neuschwanstein gar zum Vorbild für Cinderellas Schloss. Nicht nur seine Bauwerke haben ihn weltberühmt gemacht, sondern auch sein Hang zur Romantik und natürlich auch sein bis heute mysteriöser Tod. Jedes Jahr findet auf Schloss Linderhof in Linderhof 12 in 82488 Ettal ein umfangreiches Programm anlässlich seines Geburtstags statt. Das erst kürzlich zum UNESCO-Welterbe ernannte Schloss mit seiner weitläufigen Parkanlage hat König Ludwig II. am häufigsten unter all seinen beeindruckenden Schlössern besucht. Seit letztem Jahr kann dort auch die Venusgrotte wieder besichtigt werden. Am 25. August finden dort jede Menge Sonderführungen, Musikveranstaltungen und weitere Highlights statt. Mehr unter www.schlosslinderhof.de.
Auf seine Spuren haben sich die Autoren Rüdiger Liedtke und Jochen Reiss gemacht und 111 Orte gesammelt, an denen man auf den Spuren des „Kini” reisen und vielleicht auch einiges Neues entdecken kann (111 Orte Ludwigs II. die man gesehen haben muss Emons-Verlag).
„Wir wollten ein paar eher unbekannte Seiten von König Ludwig II. aufzeigen und Plätze vorstellen, die man in Zusammenhang mit ihm vielleicht noch nicht so kennt”, erklärt Jochen Reiss die Motivation hinter dem Buch. Was viele nicht wissen, König Ludwig II. war zwar menschenscheu, dennoch hat er sich, auf seine Weise, auch sozial engagiert. Beispielsweise ließ er Textilien, unter anderem die Bettvorhänge des „Chambre de parade” von Herrenchiemsee, von der Schneiderei der Schwestern Dora und Mathilde Jörres herstellen. Die Schwestern engagierten sich ihrerseits für die Bildung armer Mädchen und steckten viel Geld in dieses soziale Engagement. Geld, dass sie vor allem mit den Aufträgen von König Ludwig II. verdienten. Eine Stele in der Klugstraße in Neuhausen erinnert bis heute an das soziale Wirken von Mathilde Jörres.
Zu den Geheimtipps von Jochen Reiss gehört die „Nixe im Badersee”, die König Ludwig II. dort hatte versenken lassen. Der Badersee liegt in Grainau, nicht weit entfernt vom Eibsee. König Ludwig II. war fasziniert von dem Naturidyll und ließ dort eine menschengroße Skulptur einer Nixe, die er extra zu diesem Zweck anfertigen ließ, in fünf Meter Tiefe versenken. Er selbst ließ sich bei seinen Besuchen immer mit einem Boot an die Stelle rudern, um seine „Nixe” zu besuchen. Wer es dem König gleichtun will, kann sich ein Ruderboot im Hotel am Ufer ausleihen und die Stelle aufsuchen. Ein Bad im Baderesee ist allerdings nur etwas für Hartgesottene, denn das Wasser wird selten wärmer als elf Grad.
Wie zu Zeiten König Ludwigs II. üblich, wurde nach seinem Tod sein Herz an anderer Stelle begraben als sein Leichnam. Sein Herz befindet sich in einer Urne aus vergoldetem Silber in der Gnadenkapelle in Altötting. Seine Urne steht in einer Nische gegenüber der Schwarzen Madonna, die bis heute zahlreiche Menschen anzieht, die bei ihr um Gnade und Beistand bitten.
Diese und viele weitere spannende Geschichten, zum Nachlesen und nachentdecken findet man in dem Buch: „111 Orte Ludwigs II”, erschienen im emons-Verlag. Die Lektüre macht Lust sich selber auf die Spuren des Märchenkönigs zu begeben und sich vom dem Mythos neu verzaubern zu lassen.
Wer nicht nur vom Leben, sondern auch vom mysteriösen Tod des Märchenkönigs fasziniert ist, dem empfiehlt sich eine neue Dauerausstellung im Museum der Stadt Starnberg. Die Präsentation trägt den Titel „Ludwig II. Die letzten Tage des Märchenkönigs”.
Ludwig II. ist wohl die bekannteste und schillerndste Figur der bayerischen Geschichte. Seine Regentschaft brachte Schlösser, Mythen und Legenden hervor und fand schließlich in dem wohl berühmtesten ungeklärten Todesfall Bayerns ihr Ende. Verschuldet, einsam und als psychisch krank beurteilt starb Ludwig am 13. Juni 1886 zusammen mit dem Psychiater Dr. Bernhard von Gudden im Starnberger See. Seinen letzten vier Tagen ist ab Juni eine langfristige Ausstellung im Museum Starnberger See gewidmet.
„Die letzten vier Tage im Leben von Ludwig II. wirken rückblickend wie ein sich beschleunigendes Drama. Das gesamte Leben des Königs, sein Wesen und die äußeren Umstände der Zeit spiegeln sich in der Tragödie, die schließlich mit dem Tod Ludwigs im Starnberger See ihren traurigen Höhepunkt findet,” erklärt Museumsleiter Benjamin Tillig und Co-Kuratorin Dr. Claudia Wagner fügt hinzu: “Die Ausstellung rund um den sogenannten Märchenkönig behandelt einen weltweiten Mythos und die Geschichte eines sehr öffentlichen Menschen, dessen noch immer nicht vollständig geklärter Tod die Gemüter in der Region und weit darüber hinaus noch immer bewegt”
In aufwendigen, eigens gebauten Bühnenkulissen durchschreiten die Besuchenden dort das Drama in vier Akten. Das Museum Starnberger See befindet sich in der Possenhofener Str. 5 in Starnberg und hat von Mittwoch bis Freitag von 14 bis 18 Uhr und Samstag, Sonntags und feiertags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet regulär 7 Euro, ermäßigt 5 Euro, und an jedem ersten Sonntag im Monat 1 Euro. Für Kinder ist der Eintritt bis 18 Jahre frei.
Wer noch mehr über den Märchenkönig erfahren möchte, der findet jede Menge Anregungen im Buch: „111 Orte Ludwigs II., die man gesehen haben muss” von Jochen Reiss und Rüdiger Liedtke, erschienen im Emons-Verlag.
Wir verlosen die Erlebnisführer zu König Ludwig II. Teilnehmen kann man bis Freitag, 28. August, auf www.wochenanzeiger.de/gewinnspiele oder per Postkarte mit Stichwort »König Ludwig II.«, Absender und Telefonnummer senden an:
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