Der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und sein bundesweiter Partner NABU laden wieder zum Mitmachen ein: Von Freitag, 8., bis Sonntag, 10. Mai, findet die „Stunde der Gartenvögel” statt. Man nimmt sich dabei bewusst eine Stunde Zeit, um die gefiederten Gäste im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen. Die Beobachtungen werden dann bis zum Montag, 18. Mai, online unter der Adresse www.sdg.lbv.de oder per Briefpost gemeldet. Auf der genannten Webseite sind ab dem ersten Zähltag auch fortlaufend aktualisierte Zwischenstände abrufbar, die nach Landkreisen und Regierungsbezirken gefiltert werden können. Unter allen Teilnehmern verlost der LBV hochwertige Preise. Die Aktion findet bereits zum 22. Mal statt.
Emsige Vogeleltern suchen nach Nahrung für ihre Jungen, aus den Hecken und von den Bäumen zwitschert und trällert es. „Gerade in naturnahen Gärten ist jetzt einiges geboten“, sagt LBV-Vogelexpertin Dr. Angelika Nelson. „Wer im Garten wilde Ecken schafft und Sträucher wachsen lässt, bietet Vögeln nicht nur Nahrung, sondern auch dringend benötigte Verstecke für die Jungenaufzucht.“
Die „Stunde der Gartenvögel“ gibt jedes Jahr wertvolle Hinweise darauf, wie es um häufige und beliebte Arten wie Spatzen, Meisen, Amseln oder Rotkehlchen im bayerischen Siedlungsraum steht.
Wer zur Stunde der Gartenvögel möglichst viele gefiederte Gäste in den eigenen Garten locken will, sollte den Rasenmäher jetzt im Schuppen lassen. Denn eine ungemähte Wiese mit blühenden Gänseblümchen, Löwenzahn oder Klee lockt Insekten an und die sind wiederum unverzichtbare Nahrung für viele Vogeleltern und deren Junge. „Was für manche unordentlich wirkt, ist ein echter Gewinn für die Natur. Und auch wir Menschen profitieren davon: Denn das Beobachten der vielfältigen Tierwelt in einem naturnahen Garten ist ein wunderbarer Ausgleich zum oft hektischen Alltag“, sagt Dr. Angelika Nelson. Wer sich am „Mähfreien Mai“ beteiligt und auch über das Zählwochenende hinaus auf den Rasenmäher verzichtet, kann sich auch in den kommenden Wochen noch an dem bunten Treiben von Insekten und Vögeln erfreuen.
Spannend ist jedes Jahr auch die Frage, ob die ersten Mauersegler rechtzeitig zur „Stunde der Gartenvögel“ zurück sind. Die eleganten Flugkünstler kehren meist Anfang Mai aus ihren Winterquartieren wieder und sind dann kaum zu überhören: „Mit ihren lauten „sriiih“-Rufen jagen sie in rasantem Flug durch die Luft. Sie bauen ihre Nester hoch an Gebäuden, doch zur Jungenaufzucht sind auch sie auf reichlich Insekten angewiesen und profitieren damit unmittelbar von naturnahen Gärten und blühenden Flächen im städtischen Raum“, erklärt LBV-Biologin Nelson.
Wer also die charakteristischen „sriiih“-Rufe hört, kann Mauersegler auch dann melden, wenn er die Tiere selbst nicht sieht. Das gilt auch für andere Arten. Denn im Mai heißt es oft hören statt sehen. Bäume und Sträucher stehen jetzt in vollem Laub und viele Vögel bleiben im Blattwerk verborgen. Wer genau hinhört, kann Amsel, Mönchsgrasmücke oder Zaunkönig auch am Gesang bestimmen. Dabei können Apps behilflich sein, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz Vogelstimmen erkennen und einer Art zuordnen. „Trotzdem sollte man die vorgeschlagenen Ergebnisse immer kritisch hinterfragen und am besten mit einer Beobachtung der jeweiligen Art absichern“, bemerkt Dr. Angelika Nelson.