Veröffentlicht am 19.06.2026 12:04

Feuerwehr gibt das Löschen auf

Momentaufnahme vom 19. Juni: Um 9.17 Uhr hatte dieser Feuerwehr-Clip auf Insta 9 Kommentare (links). Um 11.34 Uhr war's nur noch einer (rechts). (Foto: red)
Momentaufnahme vom 19. Juni: Um 9.17 Uhr hatte dieser Feuerwehr-Clip auf Insta 9 Kommentare (links). Um 11.34 Uhr war's nur noch einer (rechts). (Foto: red)
Momentaufnahme vom 19. Juni: Um 9.17 Uhr hatte dieser Feuerwehr-Clip auf Insta 9 Kommentare (links). Um 11.34 Uhr war's nur noch einer (rechts). (Foto: red)
Momentaufnahme vom 19. Juni: Um 9.17 Uhr hatte dieser Feuerwehr-Clip auf Insta 9 Kommentare (links). Um 11.34 Uhr war's nur noch einer (rechts). (Foto: red)
Momentaufnahme vom 19. Juni: Um 9.17 Uhr hatte dieser Feuerwehr-Clip auf Insta 9 Kommentare (links). Um 11.34 Uhr war's nur noch einer (rechts). (Foto: red)

Auch in der dritten Woche nach dem umstrittenen Ochsen-und-Kamel-Rennen der Taufkirchner Feuerwehr reißt die Flut kritischer Meinungsäußerungen dazu auf Instagram nicht ab. Zahlreiche User kommentierten die Clips, die die Wehr dort veröffentlicht. Die Feuerwehr löschte solche Beiträge fast drei Wochen lang. Auf die Anfrage der Wochenanzeiger, warum und nach welchen Kriterien sie dies tat, antwortete die Feuerwehr nicht.

Das soll niemand sehen

Wir dokumentieren daher einige der von der Feuerwehr gelöschten Kommentare:

  • „Die Tiere wollte offensichtlich nicht laufen ... Aber klar, Tierwohl ignorieren und Hauptsache ihr hattet alle Spaß und Belustigen auf Kosten der Tiere. Sowas bescheuertes ...
  • „Würde nicht schaden, wenn ihr anstelle der Kamele laufen würdet”
  • „Faszinierend. Wir leben im Zeitalter der künstlichen Intelligenz und sprechen ständig von Fortschritt. Gleichzeitig feiern wir Veranstaltungen, bei denen Tiere zur Belustigung der Zuschauer eingesetzt werden. manche Entwicklungen bleiben offenbar freiwillig im letzten Jahrhundert stehen”
  • „Ich hoffe, dass alle Beteiligten die Fehler den Tieren gegenüber wahrnehmen und eine gewaltige Summe an den Tierschutz spenden. Tiere sind keine Kirmes, sondern gehören geschützt und nicht missbraucht”
  • „Weiß nicht ob ich einer Feuerwehr vertraue, die Tiere so für ein Fest behandelt. Man sollte meinen, Leute in so helfenden Berufen würden sich auch über Tiere mehr Gedanken machen”
  • „Dass ihr eich ned schamds”
  • „Und dann Kommentare löschen statt Stellung zu beziehen. Eine Schande für alle Feuerwehren”
  • „Vielleicht solltet ihr das nächste Mal selbst um die Wette laufen und aufhören Tiere zu quälen”
  • „Löschen sollten Sie keine Kommentare, sondern Feuer! Feuerwehrfest mit Kamelen. Was läuft da schief bei euch. Übernehmt Verantwortung!”

Feuerwehr blockt alle ab

Am 22. Juni zog die Feuerwehr die Reißleine und schaltete die Kommentarfunktion unter ihren Beiträgen zu dem Tierrennen ab. Bis zuletzt hatten User eine Stellungnahme der Wehr erwartet: „Ein Statement wäre doch nun wirklich notwendig: Wie steht ihr zu der Tierquälerei? Bei den Aufnahmen kann es doch wirklich jeder erkennen”, schrieb einer.
„Einfach mal Verantwortung übernehmen! Entschuldigen, bessern und draus lernen”, riet eine andere und ein nach eigenen Angaben ehemaliger Feuerwehrler meinte: „Schämt euch für diese Tierquälerei! Ihr habt anscheinend den Grundsatz der Feuerwehr für Entertainment vergessen!”

„Das kommt einem Heimatverrat gleich”

Gegenüber dem Wochenanzeiger kritisierte indes ein Taufkirchner unsere Berichterstattung über den Einsatz der Tierschützer als „Heimatverrat” und „Miesmachung des Feuerwehrfestes”. Ein anderer wiederum nannte die Tierquälerei „pervers” und schlug vor, „die Feuerwehrmannschaft mit Geschirr auf die Strecke zu schicken”.

    Bei ihrem Jubiläumsfest veranstaltete die Taufkirchner Feuerwehr am 4. Juni ein Ochsen-und-Kamel-Rennen. „Mindestens ein Kamel wies eine blutige Wunde an der Kehle auf”, schreibt PETA mit Hinblick auf die von Animal Rebellion vor Ort gemachten Bilder wie dieses. (Foto: Animal Rebellion)

    Circus Baldoni-Kaiser erklärt, wo die Wunde des Kamels entstand

    Das von der Feuerwehr für den „Familienspaß” benutzte Tier wurde in Taufkirchen verletzt.
    22.06.2026 15:43 Uhr
    query_builder2min
    Mit Motorradhelm und in Einsatzkleidung: Die Feuerwehr veranstaltete das umstrittene Rennen. (Foto: Animal Rebellion)
    Mit Motorradhelm und in Einsatzkleidung: Die Feuerwehr veranstaltete das umstrittene Rennen. (Foto: Animal Rebellion)

    Taufkirchens Feuerwehr löst landesweite Protestwelle aus

    Nach dem Ochsenrennen beim Jubiläum fordern 3.000 Bürger ein vollständiges Verbot solcher Veranstaltungen.
    17.06.2026 11:55 Uhr
    query_builder6min
    Auf den Aufnahmen sind Ochsen zu sehen, die eng mit dem Kopf an Betonblöcke gebunden werden, sodass sie sich nicht gegen das Besteigen der „Reiter“ wehren können.  (Foto: Animal Rebellion)

    „Unterhaltung rechtfertigt kein Tierleid”

    Das sagt PETA zum Taufkirchner Ochsenrennen
    17.06.2026 15:34 Uhr
    query_builder5min

    north