Veröffentlicht am 26.02.2026 09:23

Der „Märzfrosch” ist wieder unterwegs

Grasfrösche ernähren sich von Asseln, Mücken, Käfern, Spinnen, Schnecken und Würmern. (Foto: Manfred Kühn)
Grasfrösche ernähren sich von Asseln, Mücken, Käfern, Spinnen, Schnecken und Würmern. (Foto: Manfred Kühn)
Grasfrösche ernähren sich von Asseln, Mücken, Käfern, Spinnen, Schnecken und Würmern. (Foto: Manfred Kühn)
Grasfrösche ernähren sich von Asseln, Mücken, Käfern, Spinnen, Schnecken und Würmern. (Foto: Manfred Kühn)
Grasfrösche ernähren sich von Asseln, Mücken, Käfern, Spinnen, Schnecken und Würmern. (Foto: Manfred Kühn)

Wolfgang Kuhn, Gebietsbetreuer des Ampertals bei den Landschaftspflegeverbänden Dachau und Fürstenfeldbruck, stellt jeden Monat einen „echten Ureinwohner“ des Ampertals vor. Im März widmet er sich dem Grasfrosch, der jetzt aus seiner Winterruhe erwacht und seine Laichgewässer aufsucht – daher trägt er im Volksmund den Namen „Märzfrosch“.
Der Grasfrosch (Rana temporaria) ist eine der häufigsten Amphibienarten Deutschlands. Von der Nordsee bis zu den Alpen ist er nahezu flächendeckend verbreitet und auch im Ampertal regelmäßig anzutreffen. Typisch für ihn ist der dunkle Schläfenfleck, der sich deutlich hinter dem Auge abzeichnet.
Sobald die Temperaturen dauerhaft über 5 Grad liegen und die Nächte frostfrei bleiben, kann es bereits im Februar zu den ersten Paarungen kommen. Das Hauptlaichgeschäft findet jedoch im März statt – daher der volkstümliche Name. Der Grasfrosch gilt als „Explosivlaicher“: Nur wenige Tage bis Wochen hält er sich im Frühjahr an den Laichgewässern auf, bevor er wieder in seine Sommerlebensräume abwandert.

Bis zu 2.500 Eier

Jedes Weibchen legt einen gallertartigen Laichballen mit 800 bis 2.500 Eiern ab. Die vielen Laichballen verschiedener Weibchen können ganze, mehrere Quadratmeter große Laichteppiche bilden. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die fast schwarzen Larven, und nach weiteren zwei Monaten entwickeln sich die Kaulquappen zu Jungfröschen.
Als Laichgewässer nutzt der Grasfrosch eine Vielzahl stehender und fließender Gewässer. Besonders häufig findet man ihn in der Paarungszeit in permanenten Stillgewässern wie Teichen und Kleinweihern. Auch langsam fließende Gräben und Bäche werden genutzt, während fischreiche oder schnell fließende Gewässer eher gemieden werden.
Nach dem Ablaichen sucht der Grasfrosch dichte Gras- und Krautvegetation als Unterschlupf auf – etwa auf Brachflächen, an Feldgehölzen, entlang strukturreicher Waldränder oder in lichten Wäldern. Bei Regen wagt er sich auch in vegetationsärmere Bereiche, um Nahrung zu suchen.
Für die Überwinterung zieht sich der Grasfrosch in Erdhöhlen zurück oder kehrt an seine Laichgewässer zurück, wo er am Gewässergrund überwintert. Unter langanhaltender Eisdecke kann es dabei leider zum Erstickungstod kommen.
Grasfrösche sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, gehen aber an regnerischen Tagen auch tagsüber auf Beutefang. Ihr Nahrungsspektrum ist breit und umfasst unter anderem Asseln, Mücken, Käfer, Spinnen, Schnecken und Würmer.

Wichtiger Rückzugsraum

Doch trotz seiner Anspruchslosigkeit steht der Grasfrosch unter Druck: Intensivierte Landwirtschaft, Lebensraumverlust und insbesondere der Verkehrstod während der Laichwanderung setzen der Art zu. Das Ampertal mit seinen flussbegleitenden Wäldern, Altarmen und Feuchtwiesen bietet dem Grasfrosch daher einen wichtigen Rückzugsraum.

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