Neue Exponate im Marstallmuseum

Pistolentaschen aus der „Türkenbeute“ um 1700. Die Goldplatten und Edelsteine stammten ursprünglich von einem osmanischen Sattelknauf.  (Foto: Bayerische Schlösserverwaltung/Veronika Freudling, Maria Scherf)
Pistolentaschen aus der „Türkenbeute“ um 1700. Die Goldplatten und Edelsteine stammten ursprünglich von einem osmanischen Sattelknauf. (Foto: Bayerische Schlösserverwaltung/Veronika Freudling, Maria Scherf)
Pistolentaschen aus der „Türkenbeute“ um 1700. Die Goldplatten und Edelsteine stammten ursprünglich von einem osmanischen Sattelknauf. (Foto: Bayerische Schlösserverwaltung/Veronika Freudling, Maria Scherf)
Pistolentaschen aus der „Türkenbeute“ um 1700. Die Goldplatten und Edelsteine stammten ursprünglich von einem osmanischen Sattelknauf. (Foto: Bayerische Schlösserverwaltung/Veronika Freudling, Maria Scherf)
Pistolentaschen aus der „Türkenbeute“ um 1700. Die Goldplatten und Edelsteine stammten ursprünglich von einem osmanischen Sattelknauf. (Foto: Bayerische Schlösserverwaltung/Veronika Freudling, Maria Scherf)

Anlässlichdes 300. Todestags von Kurfürst Max Emanuel präsentiert die Bayerische Schlösserverwaltung im Marstallmuseum in Schloss Nymphenburg (Südflügel) neue Exponate.
Diese ausgewählten Ausstellungsstücke sind erstmals öffentlich zu sehen. Vor der Präsentation wurden sie sorgfältig gereinigt und konservatorisch gefestigt.

Zu den neuen Objekten gehören ein Zaumzeug und ein Schweifgurt aus einer Reitgarnitur der „Türkenbeute” um 1700. Die Stücke aus Textil, Leder und Metall sind reich mit Perlmutt, Emaille und Schmucksteinen verziert. Auch ein Paar Pistolentaschen – ebenfalls aus der „Türkenbeute” um 1700 – wird gezeigt. Auch sie bestehen aus Textil, Leder, Gold, Emaille und Schmucksteinen. Besonders bemerkenswert ist ihre Geschichte: Die Goldplatten und Edelsteine an den Pistolentaschen stammten ursprünglich von einem osmanischen Sattelknauf. Man entfernte sie und verwendete sie für die Pistolentaschen erneut.

Interesse an osmanischer Kultur

Max Emanuel (1662-1726), Kurfürst von Bayern, war ein erfolgreicher Feldherr in den Türkenkriegen. Seine kunstvollen Reitzeuge, Waffen und Zelte aus dieser Zeit nannte man „Türkenbeute”. Doch nicht alle Objekte stammen aus tatsächlicher Kriegsbeute; manches wurde gekauft oder als Geschenk überreicht – ein Ausdruck der damals in Europa verbreiteten sogenannten „Türkenmode”. Der Begriff „Türkenmode” oder auch „Turquerie” beschreibt das seit dem 16. Jahrhundert verbreitete europäische Interesse am Orient, insbesondere an der osmanischen Kultur, und dessen Einfluss auf Kunst und Lebensstil. Diese „Turquerien” spiegeln zudem die ambivalente Sicht Europas auf das Osmanische Reich wider: Einerseits bestand die Furcht vor der militärischen Bedrohung, andererseits übten Kultur, Reichtum und handwerkliche Kunstfertigkeit eine große Faszination aus.

Die kostbaren Prunkstücke aus dem Museumsbestand sind ab sofort im Schwanenturm in Raum 8 im Erdgeschoss ausgestellt. Neben den neu präsentierten Objekten sind auch Max Emanuels prächtige Fahrzeuge im Marstallmuseum zu sehen, darunter sein Herkulesschlitten, der Tragsessel seiner Gemahlin sowie die Gartenkutsche seiner Kinder.

Kutschen und Schlitten

Mit über 40 repräsentativen Kutschen und Schlitten aus Wittelsbacher Besitz dokumentiert das Museum 300 Jahre fürstliche Wagenbaukunst. Prunkgeschirre, kostbares Reitzubehör und historische Bilddokumente lassen die höfische Welt des Reisens und Repräsentierens lebendig werden. Das Museum der Bayerischen Schlösserverwaltung zeigt außerdem die weltweit einzige Sammlung an Fahrzeugen von König Ludwig II. Das Marstallmuseum war bis zumZweiten Weltkrieg in der großen Reithalle (heute Marstalltheater) am Marstallplatz nahe der Münchner Residenz untergebracht. 1950 wurde das Marstallmuseum in den ehemaligen Stallungen des Nymphenburger Schlosses eingerichtet; es zählt zu den bedeutendsten seiner Art weltweit.

Öffnungszeiten

Das Marstallmuseum ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zum Nymphenburge rSchloss und zum Schlosspark finden sich unter www.schloss-nymphenburg.de.

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