Veröffentlicht am 06.02.2026 12:10

Neues Kontrollzentrum für bemannte Raumfahrt geplant

Geldsegen für den Weg zu unseren himmlischen Nachbarn (von links): Josef Aschbacher (ESA-Generaldirektor), Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla (Vorstandsvorsitzende des DLR), Ministerpräsident Markus Söder) sowie Dr. Anke Pagels-Kerp (DLR-Bereichsvorständin Raumfahrt). (Foto: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))
Geldsegen für den Weg zu unseren himmlischen Nachbarn (von links): Josef Aschbacher (ESA-Generaldirektor), Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla (Vorstandsvorsitzende des DLR), Ministerpräsident Markus Söder) sowie Dr. Anke Pagels-Kerp (DLR-Bereichsvorständin Raumfahrt). (Foto: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))
Geldsegen für den Weg zu unseren himmlischen Nachbarn (von links): Josef Aschbacher (ESA-Generaldirektor), Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla (Vorstandsvorsitzende des DLR), Ministerpräsident Markus Söder) sowie Dr. Anke Pagels-Kerp (DLR-Bereichsvorständin Raumfahrt). (Foto: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))
Geldsegen für den Weg zu unseren himmlischen Nachbarn (von links): Josef Aschbacher (ESA-Generaldirektor), Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla (Vorstandsvorsitzende des DLR), Ministerpräsident Markus Söder) sowie Dr. Anke Pagels-Kerp (DLR-Bereichsvorständin Raumfahrt). (Foto: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))
Geldsegen für den Weg zu unseren himmlischen Nachbarn (von links): Josef Aschbacher (ESA-Generaldirektor), Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla (Vorstandsvorsitzende des DLR), Ministerpräsident Markus Söder) sowie Dr. Anke Pagels-Kerp (DLR-Bereichsvorständin Raumfahrt). (Foto: DLR (CC BY-NC-ND 3.0))

Für die bemannte Raumfahrt von morgen wird am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen ein neues Kontrollzentrum entstehen: das Human Exploration Control Center (HECC). Künftig sollen am HECC Missionen zu Mond und Mars betrieben werden. Die neue Infrastruktur wird den Standort Bayern stärken. In Kooperationen mit europäischen Partnern wird das Kontrollzentrum dazu beitragen, die nationale und europäische Eigenständigkeit in der Raumfahrt zu sichern.

Mit 58 Millionen Euro beginnt die Zukunft

Der Baubeginn für das Kontrollzentrum ist für 2028 geplant. Sein Betrieb wird voraussichtlich 2030 starten. Der Freistaat Bayern fördert die Baumaßnahmen mit 58 Millionen Euro. Das DLR investiert zusätzlich 20 Millionen Euro aus der institutionellen Grundförderung von Bund und Ländern und ist dafür verantwortlich, die Entwicklungsarbeiten für die Mond- und Mars-Missionen am HECC umzusetzen.
„Das DLR steht für Wissensaustausch mit öffentlichen Stakeholdern und Transfer in die Wirtschaft. Durch deren konsequente Umsetzung sind am Standort Oberpfaffenhofen des DLR seit Jahrzehnten umfangreiche und international anerkannte Kompetenzen in der Raumflugkontrolle und im Astronautentraining aufgebaut worden“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla. „Mit der heutigen Übergabe des Förderbescheids beginnt die Zukunft der Raumflugkontrolle im DLR.“

Neue Arbeitsplätze durch das „Sprungbrett”

„Bayern investiert 58 Millionen Euro für ein neues Gebäude sowie fünf Millionen Euro für die Entwicklung eines Gateways im Orbit und in ein KI-Projekt für die Betreuung von Astronauten”, sagte Markus Söder. „Der Mond ist unser Sprungbrett ins All – und vielleicht irgendwann die Zwischenstation zum Mars. Vom Mond aus können die Echtzeitüberwachung von Robotern, autarke Energiesysteme und dauerhaftes Leben und Arbeiten im All erforscht werden. Das ist das spannendste Abenteuer unserer Zeit. Es hat aber auch konkrete Effekte für unser Leben auf der Erde: Als Space Valley entstehen in Bayern zahlreiche neue Technologien und Arbeitsplätze.“

Zusätzliches Gebäude für 200 Mitarbeiter

Das Human Exploration Control Center wird am DLR-Standort Oberpfaffenhofen als Teil des Nationalen Raumfahrtkontrollzentrums (GSOC) aufgebaut. Es basiert auf dem erfolgreichen Betrieb des Columbus-Moduls der Internationalen Raumstation ISS. Die bestehende Infrastruktur am GSOC wird erweitert und ein zusätzliches Gebäude errichtet. Es wird bis zu 200 Mitarbeitende, ein Mondkontrollzentrum mit eigenen Reinräumen sowie Multimissionsräume beherbergen, die den parallelen Betrieb verschiedenartiger Missionen ermöglichen. Hochsicherheitsbereiche mit gesonderten Server- und Kontrollräumen gewährleisten, dass die Einrichtung den zukünftig noch anspruchsvolleren Betriebsaufgaben gewachsen ist.

Um den Mond kreisen

So wird das HECC insbesondere den Betrieb der Gateway Lunar Space Station auf europäischer Seite unterstützen. Dazu erarbeitet das GSOC bereits Betriebsprozeduren für das internationale Wohn- und Arbeitsmodul I-HAB. Das HECC wird die operationelle Verantwortung von insgesamt drei Modulen übernehmen. Dazu gehört neben I-HAB, das Kommunikationssystem zur Mondoberfläche HLCS sowie das Antriebsmodul ESPRIT. Das Gateway soll im Laufe dieses Jahrzehnts errichtet werden und – als nächster Außenposten der Menschheit im Weltraum – um den Mond kreisen.

Langfristig wird das HECC somit auch für bemannte Missionen zuständig sein, die über das Erde-Mond-System hinausgehen. Bei Missionen zum Mars etwa beträgt die Signallaufzeit bis zu 40 Minuten zur Erde, sodass ein Betrieb auf herkömmlicher Art in Echtzeit nicht möglich ist. Dazu entwickelt das GSOC am DLR bereits KI-basierte Lösungen, die den autonomen oder teil-autonomen Betrieb eines Raumfahrzeugs ermöglichen soll.

Raumfahrt-Expertise am DLR-Standort Oberpfaffenhofen

Am DLR-Standort Oberpfaffenhofen gibt es mit dem Nationalen Raumfahrtkontrollzentrum (GSOC) bereits eine jahrzehntelange Tradition und Expertise beim Betrieb von Raumfahrtmissionen. Zu den ersten herausragenden Missionen zählten die deutschen Spacelab-Missionen D1 und D2 mit dem amerikanischen Space Shuttle sowie Flüge deutscher Kosmonauten zur Mir. 2004 wurde das Columbus-Kontrollzentrum für den Betrieb des europäischen Columbus-Moduls auf der Internationalen Raumstation ISS eingeweiht. 2007 folgte die Einweihung des Kontrollzentrums für den Betrieb des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo. Diese Kompetenz bringen DLR und ESA nun in die Kooperation mit der NASA im Rahmen des Artemis-Mond-Programms ein.

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