Was kann entstehen, wenn leerstehende Räume nicht ungenutzt bleiben, sondern Menschen zusammenbringen? Die Zwischennutzung der Eschen- und Lindenpassage in Taufkirchen gibt seit Monaten eine Antwort auf diese Frage. Ateliers, Werkstätten, Musik und Sport begegnen sich an diesem Ort, der für Furore sorgt. Aktuelle gibt es kontroverse Debatten zur Zukunft des Quartiers – das liegt jedoch nicht an der Zwischennutzung.
Am Freitag, 10. Juli, öffnet das Atelier ab 17 Uhr seine Türen und lädt dazu ein, diesen besonderen Ort kennenzulernen. Die Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in Werkstätten und Arbeitsräume, begegnen Kunstschaffenden, Handwerkerinnen und Kreativen und erleben, wie vielfältig sich eine Zwischennutzung entwickeln kann.
„Taufkirchen ist längst mehr als ein ‚Alles bleibt, wie es ist‘. Der Wandel ist Realität. Die Zukunft kommt nicht irgendwann – sie ist bereits da. Entscheidend ist, ob wir sie gemeinsam gestalten“, so die Initiatorin Naciye Özsu.
Zu sehen sind unter anderem Arbeiten der Nutzerinnen und Nutzer der Räume: abstrakte Malereien von Pia Prätz, Arbeiten des Künstlers Johannes Dettendorfer und ein Werk der Schnittdirektrice Roswitha Töchterle. Mit dem Boxer Mehmet Kamci gibt es außerdem einen Kurz-Box-Kurs. Die Trainingsräume der Boxer können ebenfalls besichtigt werden. In einem Mini-Box-Kurs kann erlebt werden, wie Selbstverteidigung funktioniert. Für Musik ist mit der Indie-Rock-Punk-Band Catcall ebenfalls gesorgt.
Der Tag versteht sich jedoch nicht allein als kulturelle Präsentation. Vor dem Gebäude informiert ein offener Stand über die Planungen für das neue Bahnhofsquartier. Im Obergeschoss entsteht Raum für Gespräche über das Leben in Taufkirchen. Um 18.30 Uhr sprechen Taufkirchnerinnen und Taufkirchner mit der Initiatorin Naciye Özsu und Christiane Feichtmeier, MdL, über die Themen, die sie bewegen. Welche Qualitäten soll der Ort künftig haben? Wie lassen sich Wohnen, Kultur, Arbeiten und Begegnung zusammendenken? Christiane Feichtmeier ist Mitglied des Ausschusses für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport im Bayerischen Landtag. Dort befasst sie sich unter anderem mit den Rahmenbedingungen für leistungsfähige Kommunen und der Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung sowie der Unterstützung lokaler Initiativen und Projekte, die die Lebensqualität vor Ort verbessern.
Die Zwischennutzung wird damit selbst zum Ausgangspunkt einer größeren Frage: Wie können Räume nicht nur gebaut, sondern mit Leben gefüllt werden? Zwischen Kunst, Handwerk, Musik und gesellschaftlichem Austausch zeigt sich, dass Ortsentwicklung
nicht allein auf Plänen entsteht, sondern vor allem dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen.
Für das leibliche Wohl sorgt das Restaurant Fumo mit Burgern und Getränken.
Nach dem bewährten Prinzip der Zusammenarbeit – etwa bei der Bereitstellung von Räumen für den Hachinger Tisch, das Bürgerbüro „Soziale Stadt“, die Service- und Beratungsstelle für ältere Menschen, die Nachbarschaftshilfe, das Bewegungszentrum des SV-DJK Taufkirchen und andere soziale Einrichtungen – stellt die Rock Capital Group weiterhin großzügig Flächen für kulturelle Nutzungen zur Verfügung.