Mit einem bunten Rahmenprogramm wird vom 15. bis 20. Mai der 40. Geburtstag des Heimatmuseums Wolfschneiderhof gefeiert. Zwar ist der ursprüngliche Hof, der das Heimatmuseum seit 1986 beheimatet, um ein vielfaches älter, doch dient er erst seit 40 Jahren der Vermittlung und Bewahrung von Heimatgeschichte und Tradition.
Der kleine Bauernhof, „zum Wolfeschneider“ genannt, stand schon seit Jahrhunderten an der heutigen Münchener Straße, bevor ihn die Gemeinde Taufkirchen 1983 für die damals stolze Summe von 1 Million DM kaufte. Damit der Hof überhaupt als Museum fungieren konnte, musste er aufwendig saniert werden. So wurde er schließlich 1986 für das Publikum eröffnet. Bis es soweit war, investierte die Gemeinde wieder kräftig (rund 1,2 Millionen DM). Dabei war der Wolfschneiderhof um einen Veranstaltungsstadel erweitert worden, der Raum für ein geselliges Miteinander bietet.
Anna Seidl, 1900 als uneheliche Tochter der Marie Seidl geboren, war die letzte Bewohnerin der sogenannten Sölde, wie der Hof durch seine geringe Größe in den Steuerkatastern kategorisiert wurde. Die damals 81-Jährige kam bei einem Unfall im April 1982 ums Leben. Eine der beiden Holzfiguren, die im weitläufigen Garten stehen, erinnert an sie. Da ein Gebäude, auch wenn es alt ist, noch kein Museum darstellt, sorgte der damalige Heimatpfleger, Ernst Kistler, dafür, dass das Haus mit Leben (in diesem Fall Ausstellungsstücke) gefüllt wurde.
Ernst Kistler hatte dafür zahlreiche Gegenstände aus Bauernhöfen im gesamten Voralpenland gesammelt und dabei rund 3.000 Exponate erworben. Diese Sammlung reichte vom Rosenkranz über eine Kutsche, von der Dampfmaschine bis hin zur Wärmflasche. Um den Hof und das Museumgsgelände in Schuss zu halten, wurde der Verein „Freunde des Wolfschneiderhofes” gegründet, der regelmäßig zu Veranstaltungen einlädt und sich um die Pflege des Areals, wie beispielsweise den Bauerngarten, kümmert. Ziel war es die Lebensumstände im damaligen Taufkirchen zu zeigen. Sehr bescheiden war das damalige Leben, von harter Arbeit und tiefer Frömmigkeit geprägt.
Mit dem aktuellen Heimatpfleger, Michael Müller, ist frischer Wind durchs Museum geweht. Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr wurde die Ausstellung verschlankt und dadurch die ausgestellten Exponate sichtbarer gemacht. Hiflreich und tatkräftig zur Seite stand ihm dabei Dr. Dietmar Kunze.
Los geht es am Freitag, 15. Mai, von 15.00 bis 18.00 Uhr mit einem Backtag. Früher wurde auch auf dem Wolfschneiderhof regelmäßig selbst Brot gebacken. Hobbybäcker Thomas Hohenester, unterstützt von Bäckermeister Tobias Götz, wird am Backtag den Ofen anheizen. Eintritt frei. Zünftig „aufgspuit“ wird auch. Und das Museum öffnet seine Türen...
Am Sonntag, 17. Mai, findet von 14.00 bis 18.00 Uhr das eigentliche Museumsfest statt. Mit einem attraktiven und abwechslungsreichen Rahmenprogramm wird das 40-jährige Bestehen des besonderen Museums gefeiert. Die Besucher können sich auf „Spurensuche“ begeben - es gibt vieles zu entdecken über den mehr als 300 Jahre alten Bauernhof und seine ehemaligen Bewohner. Dabei kann man auch den Initiator der Ausstellungssammlung und des Museums, den ehemaligen Gemeindeheimatpfleger Ernst Kistler näher kennenlernen. Der Eintritt ist frei.
Am Dienstag, 19. Mai, findet ab 19.00 Uhr unter dem Motto: „Host mi?!” ein informativer und unterhaltsamer Abend rund um den bairischen Dialekt mit Prof. Dr. Anthony Rowley statt. Organisator ist hier die vhs Taufkirchen. Der Eintritt kostet 8 Euro.
Am Mittwoch, 20.Mai, findet von 14.00 bis 18.00 Uhr ein Museumsnachmittag speziell für Senioren statt. Auf sie warten die beiden Sonderausstellungen „Spurensuche“ und „da Sammlerkini“, interessante Führungen und „Taufkirchener Geschichten“. Dazu gibt es eingängige Melodien und natürlich Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Der Eintritt ist frei.
Unter dem Titel: „vhs macht Kino: „Heimaterinnerungen“” gibt es eine Filmvorführung mit Gespräch. Ein bewegendes Zeitdokument über die Kriegs- und Nachkriegsjahre in Taufkirchen. Entstanden ist der Film in Zusammenarbeit der Volkshochschule unter Leitung von Silvia Engelhardt, Heimatpfleger Michael Müller und Filmemacher Michael von Ferrari. Zeitzeugen berichten eindrucksvoll aus ihrer Kindheit und Jugend vor rund 80 Jahren. Gezeigt wird der Film am Freitag, 22. Mai, von 19.00 bis 20.30 Uhr im Wolfschneiderhof, der Eintritt ist auch hier frei.
Weil Kunst laut Karl Valentin schön ist, aber leider viel Arbeit macht, sucht Michael Müller Menschen, die Lust haben, sich ehrenamtlich im Museumsverein zu engagieren. Bei Interesse kann kann sich bei Michael Müller per E-Mail: MMueller@meintaufkirchen.de melden.