Veröffentlicht am 27.03.2026 13:34

Vier Monate Streckensperrung auf U3 und U6

Projektleiter Mehmet Dönmez zeigt eine der bereits installierten Stahlunterstützungen am U-Bahnhof Poccistraße. (Foto: SWM/MVG)
Projektleiter Mehmet Dönmez zeigt eine der bereits installierten Stahlunterstützungen am U-Bahnhof Poccistraße. (Foto: SWM/MVG)
Projektleiter Mehmet Dönmez zeigt eine der bereits installierten Stahlunterstützungen am U-Bahnhof Poccistraße. (Foto: SWM/MVG)
Projektleiter Mehmet Dönmez zeigt eine der bereits installierten Stahlunterstützungen am U-Bahnhof Poccistraße. (Foto: SWM/MVG)
Projektleiter Mehmet Dönmez zeigt eine der bereits installierten Stahlunterstützungen am U-Bahnhof Poccistraße. (Foto: SWM/MVG)

Die Stadtwerke (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) müssen die U-Bahnhöfe Poccistraße und Goetheplatz dringend sanieren, um die Sicherheit und Funktionalität der Bauwerke zu gewährleisten. Beide Stationen stammen aus der Anfangszeit der U-Bahn und sind in einem schlechten baulichen Zustand. An der Poccistraße ist eine statische Ertüchtigung notwendig, am U-Bahnhof Goetheplatz müssen Bauwerksschäden beseitigt werden.

In drei Phasen werden von Mai bis Anfang August 2027 rund 20 teilweise sehr zeitintensive Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. Für die Fahrgäste steht ein Ersatzverkehr bereit. Während des Oktoberfests und ab der Adventszeit bis zum Frühjahr 2027 ruhen die Bauarbeiten. Die U-Bahn kann in dieser Zeit regulär fahren.

Sperrung ab Mitte Mai

In Phase 1 vom 18. Mai bis 18. September (und in Phase 3 vom 12. April bis 1. August 2027) ist der Streckenabschnitt zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße gesperrt.
In Phase 2 vom 5. Oktober bis 27. November ist der Streckenabschnitt eingleisig befahrbar. Daher verkehrt zwischen Implerstraße und Goetheplatz ein Pendelzug. Die U6 kann zusätzlich auch zwischen Sendlinger Tor und Goetheplatz fahren.

Risse im Beton

Am U-Bahnhof Poccistraße ist der Spannbeton der Bahnsteigdecke korrodiert und an den im Beton verbauten Spanndrähten bilden sich Risse. Dieses Schadensbild wird als Spannungsrisskorrosion bezeichnet und ist schon länger bekannt. Daher wurde vor rund zehn Jahren ein engmaschiges Monitoring installiert. Einige Bereiche sind bereits mit Stahlunterstützungen abgesichert. Das Schadensbild weitet sich jedoch aus. Daher müssen alle Gewölbe des Bahnhofs mit massiven Stützen abgesichert werden, um die Standsicherheit weiterhin zu garantieren.
Auch der Brandschutz wird im Zuge der Sanierung verbessert. So werden die Abgänge eingehaust, eine Entrauchungsanlage installiert und ein Entrauchungsbauwerk an der Ecke Lindwurm-/Ruppertstraße errichtet. Außerdem werden die Decke und die Wände schadstoff- und betonsaniert. Diese Arbeiten sind sehr zeitintensiv.
Die SWM nutzen die Sperrung, um zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Bahnhofsqualität und der Barrierefreiheit umzusetzen. So werden die drei Rolltreppen am südlichen Bahnsteigende nach rund 50 Betriebsjahren erneuert. Außerdem werden die Sitze und Vitrinen ausgetauscht und die Wegeleitung modernisiert. Um einen niveaugleichen Ein- und Ausstieg zu gewährleisten, wird die Bahnsteigkante um ca. 5 cm erhöht. Zusätzlich wird das taktile Leitsystem modernisiert.

Beton platzt von der Decke ab

Am U-Bahnhof Goetheplatz müssen die Wände, die Decke und insbesondere der Unterzug betonsaniert werden. Dort platzt der Beton ab und die darunter befindliche, bereits korrodierende Bewehrung wird freigelegt. Um eine Ausweitung des Schadens zu verhindern, wird die oberste Betonschicht mit Hochdruckwasserstrahlen teilweise abgetragen und anschließend neu und aus Brandschutzgründen dicker als vorher aufgebracht. Das ist aufwändig und nicht an einem Stück möglich, da der Beton aushärten muss. Im Zuge der Sanierung wird auch die Beleuchtung am Bahnsteig erneuert.
Im Zwischengeschoss am südlichen Bahnsteigende muss der Beton an der Decke und an einem Abgang ebenfalls stellenweise saniert werden. Gleichzeitig wird eine neue Deckenverkleidung mit Beleuchtung eingebaut. Außerdem wird der südliche Abgang zur Verbesserung des Brandschutzes eingehaust.

Wie kommt man weiter?

Vom 18. Mai bis 18. September ist der Streckenabschnitt der U3 und U6 zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße gesperrt. Es gibt zwei Ersatzbuslinien:

  • Der Ersatzbus U6 fährt im Abschnitt Implerstraße – Poccistraße – Goetheplatz – Sendlinger Tor.
  • Der Ersatzbus X6 bindet zusätzlich den Hauptbahnhof an und fährt im Abschnitt Implerstraße – Poccistraße – Goetheplatz – Hauptbahnhof Süd.

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