Die Zahl der Straftaten nahm auch im Landkreis Miesbach - wie beinahe überall in Bayern ab. Wurden im Jahr 2023 noch 4.153 Straftaten gezählt, waren es 2024 nur noch 3.627 Straftaten. Eine Insel der Glückseligen ist Bayern damit aber nicht, auch wenn es sich hier im Vergleich zu vielen anderen deutschen Regionen sicher leben lässt. Blickt man auf den Gesamtbayerischen Sicherheitsbericht wird schnell klar, woher die sinkenden Zahlen unter anderem stammen: Durch die Legalisierung von Cannabis sank in diesem Bereich die Kriminalitätsrate um stolze 55,7 Prozent. Die Kriminalität im öffentlichen Raum nahm aber bayernweit gesehen in wichtigen Bereichen deutlich zu: +6,6 Prozent im Bereich der sexuellen Selbstbestimmung - + 9,1 im Bereich Raub, räuberische Erpressung - +2,2 Prozent Diebstahl - + 5,1 Prozent Gewaltkriminalität. Auch die Zahl der Opfer nahm deutlich zu im Vergleich zu 2023: Im Vergleich zu 2023 ist die Anzahl der Opfer um +5.374 Opfer bzw. +3,9 Prozent auf insgesamt 144.430 Opfer (bayernweit) angestiegen.
Die vorsätzliche Körperverletzung gem. § 223 StGB (ohne Qualifikationen gem. §§ 244 ff.
StGB) hat gegenüber dem Vorjahr um +289 Opfer bzw. +0,5 Prozent und die Gewaltkriminalität um +1.690 Opfer bzw. +6,7 Prozent (zu 2015: +4.679 Opfer bzw. +21,0 %) zugenommen.
Unter den sonstigen Tatbeständen werden alle weiteren Delikte mit Opfererfassung wie beispielsweise Zwangsprostitution oder Brandstiftung aufgeführt. Diese haben gegenüber dem Vorjahr um +3.124 Opfer bzw. +12,2 Prozent zugenommen.
Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd (u.a. die Landkreise Miesbach, Weilheim-Schongau und Rosenheim) wurden insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße 48.109 (2023: 48.715 Straftaten) begangen. Die Aufklärungsquote liegt bei 69,2 Prozent und konnte gegenüber 2023 um 0,1 Prozent verbessert werden. Auf den Landkreis Miesbach entfielen davon 3.627 Straftaten (2023: 4.153 Straftaten), hier beträgt die Aufklärungsquote bei 67,3 Prozent.
Die sogenannte Häufigkeitszahl als Richtwert liegt im Landkreis Miesbach bei 3.575 Straftaten je 100.000 Einwohner (im Vergleich zu München im Jahr 2024: 5.336 auf 100.000 Einwohner).
Im Gebiet Oberbayern Süd leben derzeit rund 1,31 Mio. Menschen.
Eine starke Zunahme erfolgte im Bereich Callcenterbetrug/Schockanrufe. Während der falsche Polizist scheinbar kaum noch Chancen auf Erfolg hat, stieg die Zahl der vollendeten Schockanrufe auf von 29 im Jahr 2023 auf 62 im Jahr 2024 (bei 2.143 gemeldeten Versuchen). Ein Schaden in Höhe von über 2,3 Millionen Euro wurde damit bei den Opfern verursacht. Hier setzt die Polizei stark auf Prävention.
2024 wurden im Vergleich zu 2023 -11 bzw. -0,1 Prozent bayernweit weniger tatverdächtige Kinder registriert
(Vergleich zu 2015: +4.489 bzw. +71,8 Prozent). 2024 waren es noch 10.740 tatverdächtige Kinder, im Jahr 2023 belief sich die Zahl auf 1.751. Von den im Jahr 2024 gemeldeten 10.740 tatverdächtigen Kindern waren 7.422 (69,1 Prozent) männlich und 3.318 (30,9 Prozent) weiblich.
Im Bereich der Diebstahlsdelikte gab es genauso wie im bayernweiten Vergleich (+2,2 Pozent) einen Anstieg um 4 Prozent im Bereich Oberbayern Süd. Dieser Anstieg ist zu einem sehr großen Anteil sowohl auf die gestiegenen Fallzahlen im Bereich der Ladendiebstähle, wie auch im Bereich des sogenannten schweren Diebstahls zurückzuführen.