Der Gladiator ist die populärste Figur der römischen Welt. Er verkörpert den Kampf auf Leben und Tod, extremste Unterhaltung, maximales Risiko, aber auch die Aussicht auf größten Ruhm. Die Tapferkeit und der Todesmut dieser Kämpfer wurden in der Arena in einem mitreißenden Spektakel zur Schau gestellt. Gladiatoren waren Männer des Schwertes, ihren Namen erhielten sie vom Schwert der Legionäre, dem „Gladius”. Im Durchschnitt starben sie schon mit 27 Jahren, wie Grabsteine belegen.
Die Archäologische Staatssammlung, Lerchenfeldstraße 2, lädt noch bis zum Sonntag, 3. Mai, zur Sonderausstellung „Gladiatoren – Helden des Kolosseums” ein, deren mitreißende Geschichte zu erleben. Das Kolosseum in Rom bot einen Rahmen für die Gladiatorenkämpfe: Mitten in Rom gelegen, gleichsam Symbol des römischen Imperiums, ein Weltwunder damals wie heute. Die Begeisterung der Massen für Gladiatoren und -kämpfe war mit dem Enthusiasmus und Fanatismus heutiger Fußballfans zu vergleichen. Gladiatorenkämpfe und Amphitheater waren jedoch keineswegs ein Phänomen, das sich auf Italien oder den mediterranen Raum beschränkte. Mit der Expansion des Imperium Romanum nach Norden gelangte die Begeisterung für die blutigen Kämpfe und Tierhetzen bis an Rhein und Donau. Dementsprechend widmet sich die Archäologische Staatssammlung auch den Provinzen nördlich der Alpen.
Highlights der Ausstellung sind römische Originalobjekte aus der Gladiatorenschule von Pompeji, Leihgaben aus dem Archäologischen Nationalmuseum in Neapel. Es gibt auch ein spannendes Begleitprogramm aus Vorträgen, Workshops, Lesungen, Familiensonntagen und Führungen. Mit dabei ein Live-Gladiatorenkampf. Unter der Adresse www.archaeologie.bayern/erleben/sonderausstellung/gladiatoren/begleitprogramm/ finden sich alle Termine.
Der Gladiatorenkampf ist am Sonntag, 8. März, um 15 Uhr zu sehen. Die Gruppe Amor Mortis widmet sich der Erforschung und dem Erlernen der Kampfesweisen im Römischen Reich und erweckt die faszinierende Welt der freiwilligen Gladiatoren um das Jahr 79 n. Chr. zum Leben. Hier bietet sich den Museumsgästen die einzigartige Gelegenheit, Geschichte hautnah zu erleben. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; die Plätze vor Ort sind begrenzt.
Am Donnerstag, 22. Januar, ist um 18 Uhr, der Vortrag „Gladiatorum Paria. Gattungen, Ausrüstung und Fechtweise der Gladiatoren. Forschung und Experiment” zu hören. Es spricht der Militärhistoriker, Experimentalarchäologe und Schriftsteller Dr. Marcus Junkelmann.
Lange Zeit herrschte große Verwirrung über das Who is Who der Gladiatorengattungen. Auf der Grundlage schriftlicher Quellen und bildlicher Darstellungen sowie durch das Studium erhalten gebliebener Originalwaffen konnte Marcus Junkelmann in einem langwierigen „Puzzle-Spiel” und durch experimentelle Erprobung Klarheit schaffen. So viel sei verraten: Was in Spielfilmen zu sehen ist, hat nur wenig mit der „echten“ Vergangenheit zu tun. Im Rahmen des Vortrags werden vor Ort Rekonstruktionen gezeigt, die auch angefasst werden dürfen. Zu dem Vortrag im Forum (Erdgeschoß) ist keine Anmeldung nötig; die Plätze sind begrenzt.
„Leben und Sterben im Amphitheater der Stadt Augusta Treverorum (Trier)” ist der Titel des Vortrags von Dr. Karl-Uwe Mahler (Leiter der Stabsstelle Römerbauten/ UNESCO-Welterbe Trier, Direktion Rheinisches Landesmuseum Trier) der am Donnerstag, 19. Februar, um 18 Uhr stattfindet. Es ist keine Anmeldung nötig; die Plätze sind begrenzt.
Mit Amphitheater und Stadtmauer endet die große Ausbauphase des römischen Triers im 2. Jahrhundert n. Chr. Erst über 100 Jahre später, als die Stadt Residenz der römischen Kaiser wird, entstehen weitere Großbauten. Über Jahrhunderte bleibt dabei das Amphitheater durch seine Spiele wichtiger städtischer Anziehungspunkt, in dem so manch ein Bewohner von Augusta Treverorum viel Zeit verbracht hat. Archäologische Funde und Befunde beleuchten verschiedene Aspekte seiner Nutzung.
Ein weiterer Vortrag von Dr. Marcus Junkelmann wird am Donnerstag, 19. März, um 18 Uhr angeboten: „Fit für die Arena. Ausbildung, Ernährung und medizinische Versorgung der Gladiatoren”. Ort der Veranstaltung ist das Forum im Erdgeschoß. Die Plätze sind begrenzt; eine Anmeldung ist nicht nötig.
Der „ludus gladiatorius” war sowohl Kaserne als auch Trainingszentrum, in dem die werdenden Arenakämpfer unter Anleitung von Veteranen geschult wurden. Im Vortrag geht es um die Ausbildung und Ernährung sowie die medizinische Versorgung der Gladiatoren, aber auch um ihr Ethos, ihre Karrieren und schließlich um ihr Privatleben: Nicht wenige Gladiatoren hatten Frau und Kinder. Vor Ort werden Kostproben typischer Speisen für Gladiatoren dargeboten.
Am 4. Februar, 18. März und 22. April, jeweils mittwochs, sowie am 3. März, und 7. April (beides Dienstage), werden einstündige Führungen durch die Sonderausstellung mit dem Konservatoren der Archäologischen Staatssammlung angeboten. Per E-Mail an die Adresse buchung@archaeologie.bayern kann man sich dazu anmelden. Die Teilnahme kostet 6 Euro zuzüglich zum Eintrittspreis ins Museum (7 Euro für Erwachsene, Jugendliche frei).
Von der Münchner Volkshochschule (MVHS) werden ebenfalls Führungen durch die Gladiatorenausstellung angeboten. Diese geben zusätzlich einen Einblick in die Dauerausstellung der Archäologischen Staatssammlung. Sie finden sonntags um 14 Uhr statt und sind unter der Adresse www.mvhs.de/ buchbar.
Die Sonderausstellung wird auch in inklusiven Führungen in einfacher Sprache vermittelt. Dieses kostenlose Angebot kann am Freitag, 13. Februar, und am Freitag, 13. März, jeweils um 15 Uhr wahrgenommen werden. Auf Anfrage sind zusätzliche Termine möglich. Die Buchung erfolgt unter Telefon 089 9541152-20, -21 oder -22 (erreichbar Montag bis Donnerstag von 9 bis 15 Uhr) oder per E-Mail an die Adresse buchung@mpz-bayern.de.
Das ganz neue Angebot der Telefonführungen „Bei Anruf Kultur” ermöglicht beeinträchtigten Personen Zugang zu Kulturangeboten. Auch für die Gladiatorenausstellung gibt es Termine: Am Donnerstag, 5. Februar, um 16.30 Uhr sowie am Donnerstag, 16. April, um 16.00 Uhr. Über www.beianrufkultur.de/programm erfolgen die Buchungen hierzu.
Führungen und Workshops speziell für Kinder werden an den Familiensonntagen, 15. Februar, 15. März und 19. April, jeweils von 14 bis 16 Uhr, angeboten. Nach einer Führung können im Workshop wahlweise Mosaike gelegt, Siegeszeichen für siegreiche Gladiatoren geprägt oder Gladiatorenfiguren angefertigt werden. Die Materialkosten betragen zwischen 3 und 5 Euro. Buchungen können unter Telefon 089 9541152-20, -21 oder -22 (montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr) oder per E-Mail an buchung@mpz-bayern.de vorgenommen werden.
Am Sonntag, 8. Februar, kommt die Geschichtenerzählerin Katharina Ritter vorbei und präsentiert mit „Ovid reloaded – Geschichten vom Gewinnen und Verlieren” interaktiv und spannend Interessantes für Kinder ab sechs Jahren und die ganze Familie. Für fast jede Gelegenheit gab es im alten Rom eine passende Gottheit – und Ovid hat so einiges darüber geschrieben. Welche Gottheit die Gladiatoren wohl angerufen haben, bevor sie in die Arena stiegen? Fortuna, Hercules oder doch die Siegesgöttin Victoria? Es ist keine Anmeldung erforderlich; die Plätze vor Ort sind begrenzt. Die Veranstaltung dauert rund eine Stunde und kostet 7 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder zusätzlich zum Eintritt ins Museum (7 Euro für
Erwachsene, Kinder frei).