Veröffentlicht am 18.03.2026 12:10

Ausstellung gegen Rassismus in der Friedenskirche

70 Interessierte kamen zur Vernissage der Ausstellung in die Friedenskirche. (Foto: Brot für die Welt)
70 Interessierte kamen zur Vernissage der Ausstellung in die Friedenskirche. (Foto: Brot für die Welt)
70 Interessierte kamen zur Vernissage der Ausstellung in die Friedenskirche. (Foto: Brot für die Welt)
70 Interessierte kamen zur Vernissage der Ausstellung in die Friedenskirche. (Foto: Brot für die Welt)
70 Interessierte kamen zur Vernissage der Ausstellung in die Friedenskirche. (Foto: Brot für die Welt)

Noch bis zum Donnerstag, 2. April, ist in der Friedenskirche (Uhdestraße 2) die Ausstellung „Mit Worten die Welt verändern - Ein rassismuskritisches Alphabet” zu sehen. Die Ausstellung entstand im letzten Jahr in Berlin, basierend auf einem Buch von Tupoka Ogette. Darin ordnet die afrodeutsche Bestsellerautorin und mehrfach ausgezeichnete Vermittlerin jedem Buchstaben von A bis Z einen Begriff rund um das Thema Rassismus zu, hinterfragt Denkgewohnheiten, deutet auf Alltagsrassismus hin und zeigt Möglichkeiten auf, wie wir rassismuskritisch denken und leben können.

Valerie Viban, aus Kamerun stammender Referent für Antirassismus- und Dekolonisierungsarbeit bei Brot für die Welt, hat die Ausstellung kuratiert und war zur Vernissage aus Berlin angereist. Auf dem Podium diskutierte er mit den Münchner Aktivistinnen Modupe Laja und Kharis Ikoko über die Diskriminierungserfahrungen von schwarzen Menschen in Deutschland und über Ansätze zu Empowerment und rassismuskritischer Bildungsarbeit.

Rap bei der Vernissage

Etwa 70 Interessierte waren der Einladung des Vereins Runder Tisch gegen Rassismus zur Vernissage gefolgt, weitere nahmen via Livestream teil. Die aus dem Kongo stammende junge Künstlerin Kharis Ikoko beließ es nicht bei gesprochenen Worten im Podiumsgespräch, sondern rappte mehrfach vor dem Altar kraftvoll und emotional auf Englisch und Deutsch.

In seiner Begrüßung stellte Björn Mensing, Pfarrer und Historiker an der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau, zeitgeschichtliche Bezüge her, indem er an den afrodeutschen KZ-Dachau-Überlebenden Heinz Kerz (1920-1980) erinnerte, der in der NS-Zeit als Sohn einer deutschen Mutter und eines afrikanischen Vaters massiver rassistischer Verfolgung ausgesetzt war.

Diane Pohl, Sprecherin des Migrations- und Integrationsbeirats im Landkreis Dachau, sprach nicht nur über ihre Erfahrungen als schwarze Jugendliche im Südafrika des Apartheid-Regimes, sondern auch über aktuelle rassistisch Anfeindungen, denen sie in Bayern beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln ausgesetzt ist. Sie hoffe auf mehr Zivilcourage und Solidarität - und mehr Begegnungen auf Augenhöhe wie bei dieser Ausstellungseröffnung.

Die Ausstellung ist bis zum Donnerstag, 2. April, in der Friedenskirche zu sehen, die in der Regel täglich zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet ist.

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