Veröffentlicht am 06.03.2026 13:31

Bayerisches Nationalmuseum eröffnet Mittelalter-Säle wieder

Das Bayerische Nationalmuseum hat seine Mittelaltersäle wiedereröffnet. Sie beherbergen eine reichhaltige Sammlung an epochentypischen Kunstwerken. Hier die Reliquienbüste eines heiligen Bischofs aus der Zeit zwischen 1350 und 1358.  (Foto: Bayerisches Nationalmuseum, Bastian Krack)
Das Bayerische Nationalmuseum hat seine Mittelaltersäle wiedereröffnet. Sie beherbergen eine reichhaltige Sammlung an epochentypischen Kunstwerken. Hier die Reliquienbüste eines heiligen Bischofs aus der Zeit zwischen 1350 und 1358. (Foto: Bayerisches Nationalmuseum, Bastian Krack)
Das Bayerische Nationalmuseum hat seine Mittelaltersäle wiedereröffnet. Sie beherbergen eine reichhaltige Sammlung an epochentypischen Kunstwerken. Hier die Reliquienbüste eines heiligen Bischofs aus der Zeit zwischen 1350 und 1358. (Foto: Bayerisches Nationalmuseum, Bastian Krack)
Das Bayerische Nationalmuseum hat seine Mittelaltersäle wiedereröffnet. Sie beherbergen eine reichhaltige Sammlung an epochentypischen Kunstwerken. Hier die Reliquienbüste eines heiligen Bischofs aus der Zeit zwischen 1350 und 1358. (Foto: Bayerisches Nationalmuseum, Bastian Krack)
Das Bayerische Nationalmuseum hat seine Mittelaltersäle wiedereröffnet. Sie beherbergen eine reichhaltige Sammlung an epochentypischen Kunstwerken. Hier die Reliquienbüste eines heiligen Bischofs aus der Zeit zwischen 1350 und 1358. (Foto: Bayerisches Nationalmuseum, Bastian Krack)

Viele haben schon sehnsüchtig darauf gewartet: Das Bayerische Nationalmuseum hat nun seine Mittelalter-Säle wiedereröffnet. In vierjähriger intensiver Arbeit sind die Säle renoviert, die Fenster saniert und in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege historische Wandgestaltungen freigelegt und rekonstruiert worden. Auch Kunstwerke konnten dank der Förderung durch drei Stiftungen umfassend restauriert werden. Entstanden ist, so das Museum, „eine moderne Präsentation, die den Blick auf die Werke verändert und zum Staunen einlädt”. Der Museumsrundgang umfasst durch die Wiedereröffnung der Mittelalter-Abteilung nun wieder alle Epochen.

Ursprünglichen Glanz wiederhergestellt

Die Sammlung mittelalterlicher Kunst im Bayerischen Nationalmuseum gehört nach Umfang, Qualität und Vielfalt zu den bedeutendsten ihrer Art in Deutschland. Um diesen Schatz zeitgemäß präsentieren zu können und dabei der historischen Architektur des Museums Rechnung zu tragen, wurde die originale farbige Ausmalung von Saal 3 rekonstruiert. Ebenso hat man ein großformatiges Fresko in Saal 4 in mühevoller Kleinstarbeit freigelegt und rekonstruiert. Zum anderen sind etwa 30 Objekte einer hoch technologisierten Untersuchung und feinfühliger und umfassender Restaurierung unterzogen worden; sie erstrahlen nun erstmals nach vielen Jahrzehnten wieder in ihrem ursprünglichen Glanz.

Drei Säle – drei Themen

Mittelalterliche Grabmale sind im Saal 3 ausgestellt. Die aufwändig gestalteten Grabplatten und Gedenktafeln dienten der Repräsentation von Geistlichkeit und Adel. Persönlicher Nachruhm und Hoffnung auf das Seelenheil finden in ihnen anschaulichen Ausdruck. Oft wurden sie bereits zu Lebzeiten in Auftrag gegeben. Ritter präsentierten sich, häufig mit einem Löwen oder einem Untier, und in militärischem Gewand.

Saal 4 präsentiert Kunst um 1400. Dazu gehören große Altäre mit beweglichen Seitenteilen – die sogenannten Flügelaltäre. Mit ihrer Wandelbarkeit bieten sie wechselnde Ansichten für Werk-, Sonn- und Feiertage. An den höchsten Festen verweist reichlicher Einsatz von Gold in der geöffneten Hauptansicht auf die himmlische Sphäre. Zwischen 1390 und 1430 wurden sie in einem neuen eleganten und idealisierten Stil angefertigt. Ihre Marienmotive bringen auf bis dahin nicht gekannte Weise eine tief empfundene Emotionalität zum Ausdruck. Außerdem sind in Saal 4 Reliefs, Figuren und Kirchenfenster ausgestellt.

Der dritte der wiedereröffneten Mittelaltersäle ist Saal 7 des Museums. Er ist der Kunst in Frauenklöstern gewidmet. In diesen hatten die sogenannten Vesperbilder – Darstellungen Mariens mit dem toten Sohn im Schoß – ihren Urspung. Zu ihren Auftraggebern gehörten Klöster, deren adelige Stifter und Schirmherren.

Bei Führungen mehr erfahren

In den wiedereröffneten Sälen werden folgende öffentliche Führungen angeboten:

  • Am Sonntag, 19. April, informiert Dr. Raphael Beuing ab 11 Uhr unter dem Titel „Leistungsschau der Waffenschmiede” über die neu ausgestellten Grabplatten des Mittelalters.
  • Unter dem Titel „Von Pähl bis Fürstätt” erfährt man am Sonntag, 3. Mai, von Dr. Daniela Karl ab 11 Uhr Interessantes zur Restaurierung zweier mittelalterlicher Altäre.
  • Glasmalerei ist das Thema bei der Führung „Dem Licht Farbe geben”, zu der Dr. Sigrid Epp für Donnerstag, 28. Mai, 18.00 Uhr, einlädt.
  • Weiter geht es am Sonntag, 7. Juni, wieder um 11 Uhr: Dann hat Stefan Schuster bei „Ein Baldachinaltar und ein Johanneshaupt” außergewöhnlich spannende Restaurierungsgeschichten im Gepäck.

Für die Teilnahme an den Führungen ist eine Buchung per E-Mail an die Adresse veranstaltungen@bayerisches-nationalmuseum.de oder unter der Telefonnummer 089/21124-216 erforderlich.

Eintrittspreise

Der Ausstellungsbereich Mittelalter des Bayerischen Nationalmuseums kann dienstags bis sonntags zwischen 10 und 17 Uhr sowie donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr besucht werden.
Erwachsene zahlen regulär 7 und ermäßigt 6 Euro, sonntags beträgt der Eintrittspreis nur einen Euro. Kinder und Jugendliche können das Museum kostenfrei besuchen.
Das Bayerische Nationalmuseum zählt zu den größten Museen in Deutschland. Es befindet sich in der Prinzregentenstraße 3, neben der bekannten „Eisbachwelle”. Man erreicht es mit der U4 oder der U5, Haltestelle „Lehel”, und einem anschließenden Fußweg von circa fünf Minuten. Alternativ kann man mit dem anstelle der Tram 16 eingerichteten Schienenersatzverkehr bis zum Museum fahren. Weiteres hierzu findet sich unter www.mvg.de/verbindungen/betriebsmeldungen.html.

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