Der „Blaue Reiter” wollte über die Welt hinaus
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts formierte sich in München ein Kreis von Künstlern mit einer Vision. Sie wollten die Kunst erneuern und die Gesellschaft verändern. Sie lebten alle in München, kamen aber aus unterschiedlichen Ländern – zum Beispiel aus dem Deutschen Kaiserreich, aus Frankreich, dem Russischen Reich oder den USA. Sie schufen eine neue Bildsprache für eine sich wandelnde Welt. Kulturelle Unterschiede sahen sie als Bereicherung und Anregung für ihre Werke. Viele von ihnen führten ein unkonventionelles Leben, stellten Geschlechterrollen in Frage und suchten nach neuen Formen der Darstellung jenseits der bürgerlichen Norm. In den Jahren 1911 bis 1912 führten diese Künstler zwei Ausstellungen mit dem Titel „Der Blaue Reiter” durch. Auch ein Buch nannten sie so. Darin ging es unter anderem um die Idee der abstrakten Kunst, die damals neu war. Wenn man heute vom „Blauen Reiter” spricht, meint man vor allem auch die Gruppe selbst. Sie war einer der bedeutendsten Zusammenschlüsse von Künstlern der europäischen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
25.02.2026 06:00 Uhr
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