Wie gestalten wir Lebensräume der Zukunft? Wie werden wir den unterschiedlichen Bedürfnissen im Stadt-Land-Raum gerecht? Wie bewegen wir uns zukünftig ressourcenschonend fort? Diesen Fragen widmet sich die Internationale Bauausstellung der Metropolregion München - kurz IBA-M. Und der Landkreis Freising ist mittendrin.
Internationale Bauausstellungen haben als Format der Stadt- und Regionalentwicklung eine lange Tradition im deutschsprachigen Raum. Über einen Zeitraum von zehn Jahren widmen sie sich den drängenden Fragen einer Region - sie suchen nach Lösungen, die wirklich funktionieren und im Alltag der Menschen spürbare Veränderung bewirken.
Die IBA-M, die bis 2034 läuft, hat sich dem Thema Mobilität verschrieben. Dabei geht es um mehr als die Frage, wie wir von A nach B kommen. Es geht um eine grundlegendere Frage: Wie können alle Menschen - ob in der Stadt oder auf dem Land, jung oder alt - gut und selbstbestimmt am Leben teilhaben?
„Zukunft entsteht nicht von alleine - sie braucht Menschen, die anpacken. Genau das erleben wir hier im Landkreis Freising”, sagt Kreisbaumeisterin Antonia Seubert. Kurzum: Die IBAs werden durch ihre Projekte lebendig. Aus über 150 eingereichten Projektideen hat das Kuratorium die ersten 16 Projektideen ausgewählt - und gleich drei davon stammen aus dem Landkreis Freising: die „Nachbarschaftsregion”, das „Lernviertel Freising - Bildung beWEGt” sowie das „Zukunftsquartier Freising”. Dass ein einzelner Landkreis mit gleich drei IBA-M-Projektkandidaten vertreten ist, ist alles andere als selbstverständlich. „Es zeigt, welche Innovationskraft und welcher Gestaltungswille hier vorhanden sind”, sagt Seubert.
Initiiert durch den Landkreis, der IBA-M-Gesellschafter ist, fand kürzlich in der Klosterbibliothek des Landratsamts Freising ein Netzwerktreffen zwischen den drei IBA-M-Projektkandidaten und der IBA-M statt. Die drei Projektkandidaten bewegen sich auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen - von der Region über das Quartier bis zum Lernort. „Allen gemein ist jedoch, dass Räume und Menschen miteinander verbunden und in Bewegung gebracht werden sollen”, betont Kreisbaumeisterin Seubert.
Das Treffen diente dazu, voneinander zu lernen und im Austausch Ansatzpunkte zu finden, um sich gegenseitig zu stärken. So kann das Potenzial des gemeinsamen Wirkens genutzt werden. Der Landkreis Freising versteht sich dabei als eine Art Brücke zwischen den IBA-M-Projektkandidaten - und als Raum, in dem aus drei einzelnen Ideen etwas Größeres entstehen kann.
Nach einer Begrüßung durch Antonia Seubert und Anja Albrecht von der IBA-M GmbH wurden in mehreren Dialogrunden zunächst die eigenen Projekte unter den Schlagworten „Physischer Raum” und „Sozialer Raum” eingeordnet, um anschließend Synergien zwischen den Projekten zu erkennen und zu nutzen.
Am Schluss fassten wurden die Moderatoren die Ergebnisse zusammen und stellten sie vor. Es gibt viele Anknüpfungspunkte unter den Projekten,die über den gemeinsamen Raum Landkreis Freising hinausgehen, so dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits kleinere gemeinsame Startprojekte ins Visier nahmen. „Es war ein fruchtvoller Austausch, der die Motivation der interkommunalen Zusammenarbeit bestätigte”, lautet Antonia Seuberts Fazit.