Am Freitag, 22. Mai, fand im Bellevue di Monaco die Veranstaltung „#miasanda – Eine neue Perspektive auf Migration und Integration” von frau-kunst-politik e.V. statt. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher kamen zusammen, um über Migration, Zugehörigkeit, Sichtbarkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu diskutieren.
Die Leitung des Abends übernahm Dr. Corina Toledo, 1. Vorstandsvorsitzende von frau-kunst-politik e.V., die das Konzept der seit Jahren erfolgreichen Veranstaltungsreihe #miasanda entwickelt hat. „Unser Ansatz zielt darauf ab, Migration nicht durch die Brille vermeintlicher Probleme zu betrachten, sondern die vielfältigen Potenziale, Stärken und Lebensleistungen von Migrantinnen sichtbar zu machen”, betonte sie.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Naciye Özsu, Vorstandsvorsitzende der VHS Taufkirchen. In ihrer Moderation spannte sie den Bogen von der Geschichte der Arbeitsmigration in Deutschland bis zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten über Teilhabe, Identität und Anerkennung. Dabei machte sie deutlich, dass Migration kein Randthema, sondern ein zentraler Bestandteil deutscher Geschichte und Gegenwart ist.
Naciye Özsu griff historische Entwicklungen ebenso auf wie persönliche und gesellschaftliche Erfahrungen von Menschen mit Migrationsgeschichte. Sie sprach über die lange Unsichtbarkeit der Gastarbeiterinnen, über Bildungsaufstiege migrantischer Familien, über Zugehörigkeit und über die Frage, warum Menschen, die längst Teil dieser Gesellschaft sind, sich bis heute häufig erklären müssen. „Die Idee von #miasanda ist ein neues, selbstbewusstes Verständnis von Zugehörigkeit, das Vielfalt nicht als Defizit, sondern als Stärke versteht”, so die Moderatorin Naciye Özsu.
In ihrer Moderation stellte Naciye Özsu außerdem strukturelle Fragen nach sozialer Teilhabe, Bildung, Anerkennung und demokratischer Mitgestaltung in den Mittelpunkt. Sie betonte, dass Integration keine Einbahnstraße sei und gesellschaftlicher Zusammenhalt nur entstehen könne, wenn Menschen gleiche Zugänge zu Ressourcen, Bildung, Arbeit und politischer Teilhabe erhalten.
Zu den Referentinnen des Abends gehörten die mexikanisch-deutsche Journalistin und Frauenrechtlerin Abril Peltz, die Ökonomin und Frauenrechtlerin Mursal Noorzai, die Online-Redakteurin Ayan Nazarov sowie Neslihan Köse, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von frau-kunst-politik e. V. Die Referentinnen brachten unterschiedliche Perspektiven auf Migration, Empowerment, gesellschaftliche Teilhabe und interkulturellen Dialog ein.
„Zugehörigkeit ist keine echte Zugehörigkeit, wenn sie daran geknüpft ist, nicht aufzufallen und nichts einzufordern. Echte Zugehörigkeit beginnt dort, wo Sichtbarkeit nicht als Störung wahrgenommen wird”, sagte Ayan Nazarov. Diskutiert wurden unter anderem die gesellschaftliche Sichtbarkeit von Migrantinnen, strukturelle Diskriminierung, Bildungsaufstiege, Mehrfachzugehörigkeiten sowie die Frage, wie eine demokratische Gesellschaft Vielfalt als Teil ihres Selbstverständnisses begreifen kann.
Musikalisch begleitet wurde der Abend von Lazy Maryam feat. Tina Menger.
Mit #miasanda möchte frau-kunst-politik e. V. die öffentliche Debatte über Migration erweitern und neue Perspektiven sichtbar machen. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen, Potenziale und Stimmen von Frauen mit Migrationsgeschichte – jenseits von Defizitdebatten und gesellschaftlichen Zuschreibungen.
Weitere Informationen und das vollständige Programm finden Sie auf der Website von frau-kunst-politik e.V. unter https://frau-kunst-politik.de/ frau-kunst-politik e.V. wird durch das Sozialreferat der Landeshauptstadt gefördert sowie von vielen Münchner Kulturzentren und Organisationen und Institutionen unterstützt.