Was finden wir schön? Jeder hat so seinen persönlichen Geschmack und darüber lässt sich bekanntlich nicht streiten. Daneben gibt es ein kollektiv geprägtes Schönheitsempfinden, das Moden unterworfen ist. Denken wir nur an die üppigen „Rubens-Formen”, die androgyne Twiggy ... Vor allem das Aussehen der Frauen wurde und wird an solchen Schönheitsidealen gemessen. Im Zeitalter von ästhetischer Chirurgie und KI gibt es schier keine Grenzen, das Äußere zu optimieren und den schönen Schein zu kultivieren.
In der Seelenfotografie-Ausstellung von Esther Bauer vom 1. bis 3. Mai im Frauenkircherl geht es nicht darum, besonders schöne Menschen schön abzubilden. Fotografin und Modell wollen ermutigen, sich von Idealen, Trends, Bewertungen zu lösen. Es gibt eine Schönheit, die über das Äußerliche hinausgeht, nämlich wenn ein Mensch im Frieden mit sich ist. Wenn er nicht vorgibt, etwas zu sein, sondern von innen heraus strahlt. Wenn er echt ist, wahrhaftig.
Solche ehrlichen Momente hat Esther Bauer eingefangen. Nichts ist gestellt. Samira Binder ist als Modell ihren Impulsen gefolgt, eingetaucht in ihre Gefühle. Mit viel Feingefühl und geschultem Auge sind Esther Bauer ausdrucksstarke Momentaufnahmen gelungen, die Facetten ihres Wesens zeigen: ungeschönt, nicht retuschiert und doch von berührender Ästhetik. Diese Bilder wollen ermutigen: „Sei echt, sei wahrhaftig, sei du! Und erkenne deine Einzigartigkeit! Sehe dich im Spiegel der Seelenfotografie.”
Täglich präsentiert Samira Bauer begleitend zur Ausstellung in 20-minütigen Programmen eine Auswahl ihrer tiefgründigen, zum Teil humorvollen Texte. Sie handeln von Gefühlen: Freude, Hoffnung, Trauer, Wut, Liebe, Angst. Freiheit ist für Samira Binder ein zentrales Thema. Wie ein roter Faden zieht sich durch ihr Werk die Befreiung von alten Mustern, von Erwartungen, von Zwängen.
Am Samstag Nachmittag sind alle zu einem 40-minütigen gemeinsamen „Singen aus purer Freude“ eingeladen. Alle Events sind kostenlos.