Zum 13. Mal öffnen beim bundesweiten Tag der Archive am Samstag (7. März) 25 Einrichtungen in München ihre Türen von 10 bis 17 Uhr und zeigen ihre Schätze. Keine andere Stadt in Deutschland bietet ein derartig reichhaltiges Programm.
Das Bayerische Wirtschaftsarchiv (BWA) zeigt in einer Ausstellung auf dem Campus der IHK (Orleansplatz 10-12, Eintritt frei) kunstvolle historische Urkunden zu Ehren von Beschäftigten und Unternehmen. Was zunächst unspektakulär klingt, erweist sich bei näherem Hinsehen als einzigartige Form grafischer Kunst Der Gestaltung sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Sie reicht von historisierenden Formen mit mythischen Gestalten bis zu kunstvollen Kalligrafien. Parallel veranstaltet das BWA laufend Führungen durch seine sonst streng verschlossenen Magazine und ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen.
Das Bayerische Hauptstaatsarchiv (Schönfeldstr. 5-11) lädt zu einer Lesung des Schauspielers Winfried Frey über Hexenverfolgungen und Hexenprozesse in Bayern ein. Darüber hinaus präsentiert es eine Ausstellung zur Kryptographie in der Geschichte und veranstaltet Führungen durch die Restaurierungs- und Fotowerkstätten.
Das Staatsarchiv München (Schönfeldstr. 3) zeigt aus seinen mehr als 50 Kilometer umfassenden Beständen die Ausstellung „Nahaufnahmen. Unbekannte Skizzen vom Hitler-Ludendorff-Prozess und ihr Zeichner Otto D. Franz”. Franz begleitete 1924 den Hochverratsprozess gegen Adolf Hitler und seine Putschistenbande. Außerdem werden zwei Workshops zur Heimat- und Familienforschung angeboten (Anm. nötig unter Tel. 089-286382525). Ein Bücherflohmarkt bietet die Möglichkeit, Literatur zu historischen Themen preiswert zu erwerben.
Das Institut für Zeitgeschichte (Leonrodstr. 46 b) zeigt in der Ausstellung „Familie, Glaube, Demokratie! Nationalsozialismus?” die Tagebucheinträge des Frankfurter Kaufmanns August Eicheler, der detailreich seine Beobachtungen zu den politischen Umbrüchen, zur Repression gegen Demokraten und Andersdenkende und zu antisemitischen Verfolgungen und Deportationen seiner Mitbürger festhielt. Akribisch notierte er die Zerstörungen durch den Krieg sowie private Nachrichten und Gerüchte über das Kriegsgeschehen. Daneben führen Mitarbeiter um 11, 13 und 15 Uhr durch das sonst unzugängliche Magazin.
Das Stadtarchiv (Winzererstr. 68) bietet Führungen an und lädt um 13 Uhr zu einer Lesung über die „Pantherbande” ein, eine Jugendbande aus den 40er Jahren in München, die für zahlreiche schwere Verbrechen verantwortlich war.
Das Deutsche Museum zeigt im LMU-Archiv (Geschwister-Scholl-Platz 1) die bewegenden Briefe der Physikerin Charlotte Houtermans. Sie floh erst vor den Nationalsozialisten, dann mit ihren Kindern vor Stalins Terror und erreichte mit ihrem Mut und ihrer Hartnäckigkeit die Freilassung ihres Mannes aus sowjetischer Haft. Daneben befasst sich die Ausstellung mit dem Chemiker August Kekulé.
Das LMU-Archiv (Geschwister-Scholl-Platz 1) spürt daneben den Lebenswegen von Hochschullehrern nach, die nach 1933 meist wegen ihrer jüdischen Wurzeln ins Exil gingen und nach dem Ende des Nationalsozialismus nach München zurückkehrten.
Der Historische Verein bayerischer Genossenschaften macht im Bayerischen Wirtschaftsarchiv (Orleansplatz 10-12) auf das Internationale Jahr der Genossenschaften 2025 aufmerksam.
Das Archiv der Münchner Arbeiterbewegung (Ebenböckstr. 11) zeigt die Schau „Arbeitersänger*innen in München: Arbeiter-Gesang-Verein Arion und der Münchner Gewerkschaftschor (1956-1971)”.
Die Monacensia (Maria-Theresia-Str. 23) richtet den Fokus auf Autorinnen und Autoren in Exil und Diaspora und lädt zu Archivalienführungen ein.
Das Archiv Geiger (Muttenthalerstr. 26) zeigt bei seinen Themenführungen (11, 13 und 15 Uhr), wie sich ein seit Jahrzehntes existierendes Haus unter neuer Aufgabenstellung in bestehenden Strukturen etablieren kann.
Das Stadtteilarchiv Freimann (Mohrvilla, Situlistr. 73) erklärt in einer kleinen Ausstellung, was sich aus der Benennung von Straßen und Plätzen für die Geschichte Freimanns ablesen lässt.
Das Forum Queeres Archiv München (Bayerstr. 77 c) dokumentiert di LGBTIQ*-Bewegung mit zahlreichen Materialien.
Das Architekturmuseum der TUM (Thierschbau, Luisenstr.) führt um 11 und 14 Uhr durch die Sammlung Richard Riemerschmid.