„Rettet den (Vereins-)Sport auf den Münchner Bezirkssportanlagen” heißt eine Online-Petition, die zahlreiche Amateurvereine aus München unterstützen. Der Hintergrund: Die Sportlerinnen und Sportler fürchten, dass die Bezirkssportanlagen immer öfters geschlossen bleiben - weil die Stadt München Stellen bei den Platzwarten gestrichen hat.
Bis vor kurzem wurden die 22 Bezirkssportanlagen in städtischer Hand durch je zwei Platzwarte betreut. Doch wegen der angespannten Haushaltslage hat die Stadt zum 1. Oktober 2025 rund 13 Vollzeitstellen im Geschäftsbereich Sport des Referats für Bildung und Sport gestrichen. Die Einsparung liegt laut Medienberichten bei rund 780.000 Euro. Das neue Modell sieht vor, dass je drei Platzwarte in einem Drei-Schichtmodell gleichzeitig zwei benachbarte Sportanlagen betreuen - soweit zumindest die Theorie.
In der Praxis, so erläutern es die Verfasser der Petition, sei manchmal kein Platzwart vor Ort. Dann müssen die nutzenden Vereine zur Aufrechterhaltung des Sportbetriebs auf der Anlage das Hausrecht übernehmen und dafür einen Sportwart benennen. Ein Sportwart trägt die volle Verantwortung auf der Sportanlage - inklusive der Verkehrssicherungspflicht bezüglich aller Flächen, Geräte und der Ausstattung - und darf daneben keine weiteren Aufgaben wahrnehmen. Kann ein Verein keinen Sportwart benennen, muss die Sportanlage an diesem Tag geschlossen bleiben - dann ist kein Trainings- und Spielbetrieb möglich. Auch die Funktion der Sportvereine als soziale Treffpunkte fällt dann weg.
Einen Sportwart abzustellen ist jedoch eine Verantwortung, die die meisten, vorrangig ehrenamtlich geführten Vereine personell, zeitlich und oft auch fachlich nicht stemmen können. „Der Mangel an kontinuierlich anwesendem, qualifiziertem Personal belastet Ehrenamtliche und Vereine in so hohem Maße, dass bereits einige Ehrenamtliche ihr Engagement beenden und der Fortbestand der Vereine infrage gestellt ist”, heißt es in der Petition sowie: „Das gefährdet langfristig den sicheren Betrieb, die Qualität der Sportangebote und die Zugänglichkeit des Breitensports in München.”
Konkret fordern die Vereinsvertreter Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter auf, die jüngste Entscheidung zurückzunehmen und wieder zwei fest angestellte Platzwarte pro Bezirkssportanlage einzusetzen. „Eine stabile personelle Ausstattung der Bezirkssportanlagen würde Sicherheit, Ordnung und Organisation nachhaltig verbessern und zugleich die wertvolle Arbeit der Ehrenamtlichen respektieren”, heißt es hierzu im Wortlaut. 24 Vereine aus ganz München (siehe Infokasten) unterstützen die Online-Petition, die unter der Adresse https://c.org/BrJtbGfCzT abrufbar ist und zum Stand 20. Januar bereits über 2400 Unterzeichner gefunden hatte.
SpVgg Thalkirchen
FC Eintracht München
SV Nord M-Lerchenau
SV Waldeck Obermenzing
SV Sentilo Blumenau
TSV Großhadern
TSV Forstenried
FC Croatia München
FC Hertha München
FC Bosna i Hercegovina München
SC München
FC Alemannia München
MSV Bajuwaren
SV Helios‑Daglfing
SV Akgüney Spor München
FC Perlach
Petrolspor München
SK Srbija München
SV Neuperlach
SV Polonia München
SV Gartenstadt Trudering
TSV Trudering
FC Stern München
FC Dreistern Neutrudering