Der 1. FC Saarbrücken hat an seinem 123. Geburtstag einen Sieg gegen den TSV 1860 München (0:0) verpasst und muss weiter um den Klassenerhalt in der 3. Fußball-Liga zittern. Beim Vergleich am Samstagnachmittag merkte man vor allem den Saarländern an, dass es für sie sportlich noch um etwas geht. Sie erspielten sich zahlreiche Torgelegenheiten, während die Gäste aus Bayern über weite Strecken auffällig passiv agierten. Bei den Münchner Löwen scheint nach dem verpassten Aufstieg die Luft raus zu sein.
Ein Blick in die Statistiken zur Spielzeit 2025/2026 gibt eine Ahnung davon, was den Weiß-Blauen zu einer besseren Tabellenplatzierung fehlt: Der TSV 1860 München verzeichnet nach 34 Spieltagen die wenigsten Torabschlüsse der gesamten 3. Liga – von dem abgeschlagenen Schlusslicht 1. FC Schweinfurt und dem VfB Stuttgart II abgesehen. Nur 560 Mal beförderten die Münchner das Leder in Richtung gegnerisches Tor. Den dabei erzielten 49 Treffern stehen fast ebenso viele Gegentore (45) gegenüber. Insgesamt 14 Mal scheiterten die Sechzger bei ihren Versuchen an Latte oder Pfosten. In dieser Hinsicht zählen die Giesinger zu den Top drei der Liga. Vom Glück verfolgt war die Mannschaft also selten. In einer inoffiziellen Liste der vom Portal „Liga3-online“ erfassten benachteiligten Klubs durch Fehlentscheidungen der Unparteiischen liegen die Münchner Löwen sogar unangefochten auf Platz eins – 20 Mal waren sie betroffen.
Im Ludwigsparkstadion bewahrte Schlussmann Thomas Dähne seine Farben mit einer Serie starker Paraden vor einer möglichen Niederlage. „Das war mir heute zu wenig. Da werden wir darüber reden müssen“, erklärte 1860-Trainer Markus Kauczinski nach Spielschluss. „Losgelöst vom Ergebnis wünsche ich mir, dass meine Mannschaft guten Fußball spielt und man das Gefühl hat, dass sie das gerne tut. Das hatte ich heute nur phasenweise.“
Wie so oft begleiteten zahlreiche Anhänger die Münchner auf die Auswärtsfahrt nach Saarbrücken. Sie hatten einen eigens kreierten Schal im Gepäck, auf dem eine Textzeile aus einem alten Vereinslied aus dem Jahr 1990 zu lesen war: „Was heute schwer ist, wird morgen gut – denn wir, wir haben den Löwenmut.“ Für den TSV 1860 München ist das 0:0 in Saarbrücken mittlerweile bereits das sechste sieglose Spiel nacheinander. Am 23. Mai steht noch das Finale im bayerischen Toto-Pokal gegen den Regionalligisten FC Würzburger Kickers an. Der Gewinn der Landesstrophäe und die damit verbundene Qualifikation für den DFB-Pokal könnte den Löwen eine sportlich enttäuschende Saison im Niemandsland der Tabelle doch noch versüßen.
Am kommenden Samstag gastiert mit dem SSV Ulm 1846 um 14 Uhr im Grünwalder Stadion ein weiteres Kellerkind der 3. Liga. Die „Spatzen” benötigen einen Sieg in München, um dem Abstieg doch noch zu entkommen. Andernfalls droht der schwäbische Zweitliga-Absteiger in einem Rutsch von der 2. Bundesliga bis in die Regionalliga Südwest durchgereicht zu werden. (as)